Autor: Anja Peschel

Qualitätsmanagement nach ISO 9001 – Mehrwert für die Übersetzungsagentur

Seit 2021 ist Peschel Communications nach ISO 9001:2015 – der internationalen Norm für Anforderungen an ein Qualitätsmanagementsystem – zertifiziert.

Der Weg zum ISO 9001-zertifizierten Unternehmen war nicht ganz leicht, half aber auch, unsere bewährten Prozesse weiter zu verbessern. Wir sind stolz auf das Ergebnis, denn nur wenige Sprachdienstleister unserer Größe verfügen über ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem.

ISO 9001-geprüfte Qualität

Die ISO 9001:2015 ist ein weltweit verbreitetes und anerkanntes System für das Qualitätsmanagement (QM) in Industrieunternehmen, aber auch anderen Organisationen wie etwa Schulen oder Kliniken. Besonders wichtig ist die Norm in technischen Branchen, wo viele Unternehmen auch an ihre Zulieferer die Auflage einer ISO 9001-Zertifizierung stellen. Dabei deckt die Norm nicht nur die Produkte oder Dienstleistungen ab, die eine Firma erbringt. Das Qualitätsversprechen gilt also nicht nur für die eigene Wertschöpfung, sondern auch für Management- und Supportprozesse wie beispielsweise strategische Überlegungen zu neuen Dienstleistungen, IT-Sicherheit oder Einarbeitung von Mitarbeitern.

ISO 9001 im Übersetzungsunternehmen

Ein großer Teil des Qualitätsmanagements bezieht sich auf die Wertschöpfung, in unserem Fall also auf die Produktion von Übersetzungen oder die Organisation eines mehrsprachigen Dolmetscherteams. Die Prozesse sind für jede unserer Dienstleistungen genau festgelegt. Wenn Sie beispielsweise Ihre Website vom Deutschen ins Englische übersetzen lassen wollen, wird unsere Projektmanagerin Sie zunächst beraten. Sie klärt, ob die englischsprachige Website Briten ansprechen soll oder alle Kunden, die des Deutschen nicht mächtig sind. Davon hängt ebenfalls ab, welche Keywords für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) relevant sind. Eventuell ist eine Transcreation, also eine sehr kreative, werbliche Übersetzung, sinnvoll. Wenn Sie den Auftrag dann erteilen, plant unser Projektmanagement die einzelnen Prozessschritte, also Dateivorbereitung, Übersetzung, Revision, DTP etc. Die ISO 9001 verlangt, dass all diese Schritte genau festgelegt und dokumentiert sind.

Ein anderes Beispiel: Sie lassen einen Arztbericht bei uns übersetzen, den Sie für eine Weiterbehandlung im Ausland benötigen. Unser Qualitätsmanagement setzt nicht erst an, wenn dieser anspruchsvolle medizinische Text in die Fremdsprache übertragen wird. Qualität bedeutet nämlich auch, dass das sensible Dokument absolut vertraulich behandelt wird. Dazu kommt, dass alle beteiligten Mitarbeiter*innen – von der Projektmanagerin über den Übersetzer bis hin zur Revisorin – über eine adäquate (universitäre) Ausbildung verfügen müssen. Auch der Prozess, nach dem Mitarbeiter*innen ausgewählt werden, ist in unserem QM-System festgeschrieben und wird regelmäßig überprüft.

Chancen und Risiken

Insgesamt geht es bei der ISO 9001 bei jedem Schritt um eine Abwägung von Chancen und Risiken. Wer braucht überhaupt Einblick in vertrauliche Dokumente oder Geschäftsgeheimnisse? Wie können wir unseren Betrieb auch bei einem Serverausfall fortführen? Wie sichern wir unsere personellen Kapazitäten – auch während einer Pandemie? Auch die genaue Ermittlung und Erfüllung von Kundenbedürfnissen ist wichtiger Bestandteil unseres QM-Systems.

Das bedeutet die ISO 9001-Zertifizierung für Sie als Auftraggeber*in:

Sie können sicher sein, dass …:

  • wir ein funktionierendes Qualitätssicherungssystem haben;2
  • Sie uns auch dann beauftragen können, wenn Sie ausschließlich ISO 9001-zertifizierte Lieferanten einsetzen dürfen;
  • höchste Qualität bei all unseren Dienstleistungen eine zentrale Rolle einnimmt;
  • unsere Projektmanager*innen Ihre individuellen Anforderungen dokumentieren und an alle Projektbeteiligten kommunizieren;
  • Ihre Rückmeldungen dokumentiert und beachtet werden;
  • unsere Geschäftsprozesse einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess unterliegen;
  • Risiken und Chancen bei uns bewusst analysiert und abgewogen werden.

Sie haben Fragen? Gerne erläutern wir in einem persönlichen Gespräch genauer, was die ISO 9001 für Sie und für uns bedeutet. Kontaktieren Sie uns gerne telefonisch, über unser Kontaktformular.

Ein Amerikaner in Freiburg

Mein Sommerpraktikum bei Peschel Communications

Marshall Montner in Freiburg

Als amerikanischer Austauschstudent in Deutschland, das erste Mal überhaupt im Ausland, machte ich ein Praktikum bei Peschel Communications. Es erwarteten mich einige Überraschungen. Es wurde mir schnell klar, welche Bedeutung die Sprache hat. In typisch amerikanischer Manier kam ich hier an, ohne auch nur ein Wort Deutsch zu sprechen. Ich war davon ausgegangen, dass meine Kurse auf Englisch sein und alle Deutschen Englisch sprechen würden. Doch schon als ich nach meiner Ankunft am Frankfurter Flughafen nach dem Weg fragte, wurde klar, dass die größte Hürde die Sprachbarriere sein würde.  

Englisch? Fehlanzeige!

Ich weiß nicht, warum ich geglaubt hatte, dass alle Straßenbahnansagen auch auf Englisch sein würden, genauso wie jede Speisekarte und jedes Schild. Mal abgesehen von meinem bisherigen Fremdsprachenunterricht war dies das erste Mal, dass ich eine andere Sprache als Englisch sprechen musste. Es ist ein Riesenvorteil, dass meine Muttersprache die Weltsprache ist. Allerdings ist mir mittlerweile auch klar geworden, dass kein anderer Markt je mit dem US-Markt identisch sein wird – egal wie globalisiert unsere Welt auch werden mag.

Unterschied der Kulturen

Auch wenn mein größtes Problem die deutsche Sprache war, bemerkte ich auch viele Unterschiede, die weit über die Sprache hinausgehen. Auf Grundlage meines kurzen Eindrucks von Deutschland stelle ich hier in ebenso typisch amerikanischer Manier einige hochtrabende, stereotypische Vermutungen darüber an, wie sich die deutsche Kultur von meiner eigenen unterscheidet: Viele Deutsche sind in ihrer Kommunikation eher direkt und können formeller sein als wir Amerikaner*innen (siehe z.B. den Unterschied du und Sie). Dass Deutschland eine eher kollektivistische Gesellschaft ist, sieht man beispielsweise daran, dass in Deutschland das Sozialhilfesystem und öffentliche Verkehrsmittel eine große Bedeutung haben. Die deutsche Kultur erscheint mir etwas traditioneller als die amerikanische. So sind zum Beispiel die Geschäfte sonntags geschlossen, man zahlt gerne in bar und Pünktlichkeit sowie das Einhalten von Regeln wird großgeschrieben.

Von globalen Märkten zu feinen Unterschieden

Nach meinem Abschluss möchte ich gerne in einem multinationalen Unternehmen arbeiten. Dabei bin ich mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass auch wenn Englisch die Welt dominieren mag, es immer großen Bedarf an Übersetzungen geben wird. Während meines Studiums in den USA habe ich mich zwar mit globalen Märkten beschäftigt, doch die feinen kulturellen, historischen, politischen und wirtschaftlichen Unterschiede habe ich erst durch den Besuch einer Universität und durch ein Praktikum in Deutschland wirklich verstanden.  

Bei Übersetzungen geht es nicht nur um Sprache

Ich bin dem Team von Peschel Communications sehr dankbar für diese einmalige Gelegenheit, ein Praktikum im zu Ausland absolvieren. Ich muss zugeben, dass ich vor meinem Praktikum bei Peschel Communications geglaubt hatte, dass der Bedarf an Übersetzungsdienstleistungen aufgrund von kostenlosen Anbietern wie Google Translate immer weniger würde. Allerdings sehe ich jetzt, dass präzise Übersetzungen und lokalisierte Inhalte weiter gebraucht werden. Die amerikanische Kultur, ihre Werte und Geschichte werden niemals zu einem einheitlichen Weltmarkt und Publikum werden. Unternehmen können nicht weltweit agieren, indem sie ihre Inhalte eins zu eins auf andere Märkte übertragen. Das vermutlich Wichtigste, das ich hier bei Peschel Communications gelernt habe, ist, dass es bei Übersetzungen nicht nur Sprache geht. Produkte, Strategien, Referenzen, Wortspiele, Branding und Abbildungen müssen ebenso angepasst werden, wenn man in einen neuen Markt einsteigt  – ein kreativer Prozess, der als Transkreation bezeichnet wird.  

Neugierig auf andere Kulturen

Diese Erfahrung hat meinen Wunsch, mehr von der Welt zu sehen, noch verstärkt. Ich hoffe, noch viele andere Kulturen und ihre Eigenarten kennenzulernen. Auf jeden Fall sehe ich Übersetzungsdienstleistungen jetzt in einem anderen Licht und habe eine ganz neue Wertschätzung. Übersetzungen lassen die Welt viel kleiner erscheinen, als sie tatsächlich ist. Ich musste erst den Atlantik überqueren, um zu realisieren, dass mein bisheriges Leben vollkommen amerikanisch geprägt war, sowohl was Kultur als auch soziale Normen angeht. Es ist die Aufgabe von Übersetzer*innen, für Unternehmen in verschiedene Welten einzutauchen und diese zu verbinden. So sorgen sie dafür, dass die Firmen in allen Zielmärkten erfolgreich sind.   Gerne beraten wir Sie dazu, wie Sie Ihre Zielmärkte am besten ansprechen.

Mehrsprachiges Content-Marketing

An der Schnittstelle zwischen Übersetzen und Content Creation

Keyboard

Mehrsprachiges Content-Marketing ist heutzutage ein Muss für jedes Unternehmen, das in unterschiedlichen Ländern und Märkten aktiv ist. Aber lässt sich Content einfach so übersetzen? Wir zeigen Ihnen, was Sie beachten müssen und wie Übersetzungen und Content Creation zusammenhängen.

Warum brauchen Sie mehrsprachiges Content-Marketing?

Content-Marketing hat viele Facetten und ebenso viele Akteur*innen: Von der Ausarbeitung der Strategie bis zur finalen Druckdatei gilt es, mit den richtigen Botschaften die gewünschte Wirkung zu erzielen. Aber selbst der erfolgreichste Content eignet sich nicht automatisch für eine internationale Vermarktung. Denn Länder und Märkte unterscheiden sich bei:

  • Kulturellen Rahmenbedingungen
  • Der Popularität von Content- und Social-Media-Formaten
  • Rahmenbedingungen und Anforderungen von Personas
  • Leistungen und Produkten
  • Marketing-Strategien

Welche Rolle spielen Übersetzungen im mehrsprachigen Content-Marketing?

Im Marketing dreht sich alles um die emotionale Ansprache. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Emotionen in der Muttersprache stärker wirken. Doch woher bekommen Sie Content in der jeweiligen Sprache? Ist das Übersetzen die richtige Strategie für mehrsprachiges Content-Marketing? Die Antwort lautet Ja – aber nur, wenn Übersetzungen bestimmte Punkte berücksichtigen:

  • Kulturelle und sprachliche Eigenheiten
  • Unterschiedliche Wortwahl, gleiche Botschaft und Wirkung
  • Emotionale und zielgruppengerechte Ansprache
  • Übertragung von Wortspielen und anderen Kreativelementen
  • Einarbeitung von SEO-Keywords bei Online-Content

Gibt es eine Schnittstelle zwischen Übersetzen und Content Creation?

Was heißt das konkret? Müssen Übersetzungsdienstleister*innen kulturelle und sprachliche Eigenheiten nicht immer berücksichtigen? Sollten kreative und griffige Slogans nicht eine Selbstverständlichkeit sein? Sicher sind die oben genannten Punkten bei allen Übersetzungen relevant. Aber durch die hohe emotionale Wirkung und den enormen Kreativaspekt von Content-Marketing kommt ihnen hier noch eine größere Bedeutung zu! Es geht schließlich nicht nur ums Informieren – sie möchten jemanden überzeugen!

Was dürfen Sie von Ihrem Übersetzungsbüro erwarten?

Dieser Kreativanspruch hat Auswirkungen auf die Qualität von Übersetzungen – und damit auch auf die Anforderungen an Dienstleister*innen. Es reicht im mehrsprachigen Marketing nicht aus, dass alle Inhalte abgebildet sind und keine Fehler gemacht wurden. Denn wer Content übersetzen will, muss auch kreativ schreiben können und wirklich Ahnung von Content Creation haben. Genau hier liegt die Schnittstelle zwischen Übersetzen und Content Creation. Und genau das dürfen und sollten Sie von Ihrer Übersetzungsagentur erwarten:

  • Kreative, kulturell wie sprachlich punktgenaue Texte oder Vertonungen
  • Hintergrundwissen und Erfahrung mit Marketing und Content Creation
  • Die Fähigkeit Botschaft, Wirkung und Emotion in jeder Sprache zu transportieren
  • Bei Bedarf Beratung zu Formaten und Inhalten
  • Weitergehende strategische Anpassung von Texten und Formaten

Ob Flyer, Imagebroschüren, Website-Inhalte, Videos, Blog-Beiträge, Prospekte, Produktpräsentationen oder Newsletter – mehrsprachiges Content-Marketing hat viele Gesichter. Sorgen Sie dafür, dass Sie sich überall von der besten Seite zeigen. Wir beraten Sie gerne.

Online-Meetings mit Dolmetschern

Sorgen Sie mit unseren Tipps für ein reibungsloses Online-Meeting mit Dolmetschern ohne technische Stolpersteine! Neben den Voraussetzungen auf dieser Checkliste empfehlen wir einen Test-Call und ein Briefing aller aktiv Teilnehmenden.

Die richtige Technik:

  • Wahl einer geeigneten Videokonferenz-Plattform. Wenn in eine Sprache gedolmetscht werden soll, brauchen Sie zwei Sprachkanäle (Original und Übersetzung). Wir beraten Sie gerne.
  • Bei einer Videokonferenz-Plattform ohne eigene Dolmetschfunktionalität benötigen die Teilnehmenden, die den Dolmetschern zuhören, zwei Endgeräte (z. B. Laptop und Smartphone).
  • Stabile Verbindung: Eine Verbindung per Ethernet-Kabel ist stabiler als W-Lan
  • Schneller Internetanschluss: Empfohlen wird eine Download-Geschwindigkeit von über 100 Mbit und eine Upload-Geschwindigkeit von über 40 Mbit. Diese können Sie zum Beispiel hier messen: https://www.speedmeter.de/
  • Gutes Mikrofon (am besten ein USB-Headset) mit einem Frequenzbereich von 125 Hz bis 15.000 Hz.
  • Bluetooth bietet keine stabile Verbindung und kann ausfallen, wenn der Akku leer ist.
  • Smartphone-Kopfhörer mit Mikrofon sind nicht ausreichend, im Notfall aber dem im Laptop oder der Webcam integrierten Mikrofon vorzuziehen.
  • Nicht geeignet sind Tischmikrofone („Spinnen“), da sie alle Geräusche aus dem Raum aufnehmen
  • Das System muss über einen Gehörschutz verfügen, der Spitzen von mehr als 94db über 100ms automatisch abschaltet.

Eine ruhige Umgebung:

  • Gute Akustik: Kleine Räume, volle Bücherregale, Teppiche und Vorhänge schlucken den Hall und sorgen für eine gute Akustik.
  • Keine Störungen durch Geräusche: regulieren Sie die Heizung oder Klimaanlage runter, schließen Sie Türen und Fenster
  • Keine Unterbrechungen: Deaktivieren Sie die Benachrichtigungen Ihres Smartphones, bringen Sie ein „Bitte nicht stören“-Schild an der Tür an

Netikette:

  • Richten Sie die Plattform so ein, dass alle Teilnehmer-Mikrofone automatisch ausgeschaltet sind.
  • Bestimmen Sie einen Co-Host, der versehentlich angelassene Mikrofone ausschalten kann und für andere technische Fragen während der Konferenz zur Verfügung steht.
  • Bitten Sie alle aktiven Teilnehmer, ihre Kamera angeschaltet zu lassen.
  • Bitten Sie alle Redner, besonders auf eine klare Aussprache zu achten, insbesondere bei Akronymen und Eigennamen.
  • Sorgen Sie dafür, dass der volle Name aller aktiven Teilnehmer mit deren Kamerabild angezeigt wird.
  • Bitten Sie die Teilnehmer, in der Konferenzsprache zu sprechen, in der sie sich am wohlsten fühlen, also meist in der Muttersprache

Ein gutes Bild:

  • Ein neutraler Hintergrund und eine passende Beleuchtung sorgen dafür, dass Ihre Mimik gut sichtbar ist. Das unterstützt eine gute Kommunikation.
  • Positionieren Sie sich in der Mitte des Bildes und so, dass Ihr Oberkörper zu sehen ist, damit Ihre Körpersprache zu sehen ist.
  • Sehen Sie in die Kamera, um Blickkontakt zu vermitteln.
  • Die Kamera sollte nicht wackeln und auf Augenhöhe positioniert sein

Vorbereitung der Dolmetscher*innen:

  • Stellen Sie alle Präsentationen, die Tagesordnung, Namen der Teilnehmenden sowie Videoeinspieler vorab zur Verfügung
  • Ein Probelauf mit Dolmetscher*innen gibt Gelegenheit, offene Fragen zum Ablauf zu beantworten

Haben Sie Fragen? Wir beraten Sie gerne zur richtigen Dolmetsch-Lösung für Ihr nächstes Online-Meeting!

kontakt@peschel-communications.de

Tel: +49 761 380969-0

Die neue Medizinprodukte-Verordnung – sind Sie bereit?

Vorbereitung auf die neue medizinprodukte verordnung EU

Am 26. Mai 2020 sollte eigentlich die Übergangsfrist für die Einhaltung der Europäischen Medizinprodukteverordnung 2017/745 (EU-MDR 2017/745 oder kurz „EU-MDR“) auslaufen. Aufgrund der aktuellen Lage hat die EU-Kommission den Vorschlag angenommen, den Geltungsbeginn um ein Jahr zu verschieben.

Hersteller von Medizinprodukten, aber auch Importeure, Händler und Zulieferer der europäischen Medizintechnikbranche müssen sich bis zu diesem Stichtag mit vielen neuen und geänderten Auflagen auseinandersetzen und Prozesse, Dokumentationen und Qualifikationen anpassen. Wichtig für die Hersteller – und für uns als Übersetzungsdienstleister: Die sprachliche Ausgestaltung und damit auch die Übersetzungen für die jeweiligen EU-Länder, in denen ein Produkt vermarktet wird, hat nach der neuen Verordnung eine größere Bedeutung als bisher.

Die EU-MDR gilt für die sogenannten „Wirtschaftsakteure“[1] innerhalb der EU sowie für diejenigen, die Medizinprodukte in die EU importieren. Hier finden Sie eine Checkliste zum Download, in der wir aufführen, welche Punkte möglichweise Anpassungen im Vergleich zu den Verpflichtungen gemäß deutschem MPG und der Richtlinie 93/42/EWG („MDD“) erfordern. Die Checkliste erhebt allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt in keinem Fall eine Beratung durch Zertifizierungsexperten.

Apropos Experten: Eine umfassende Beratung bekommen Sie von Peschel Communications, wenn es um die Übersetzung und Lokalisierung Ihrer Texte geht. Wir übersetzen nicht nur Gebrauchsanweisungen (IFUs), Labeling und Studienunterlagen unter Berücksichtigung der neuen, in der EU-MDR 2017/745 festgelegten Begriffsbestimmungen und anderer EU-Terminologie. Auch für Werbetexte, die bestimmte Bilder und Emotionen transportieren sollen und in jeder Sprache anders „funktionieren“, haben wir eine große Leidenschaft. Referenzen senden wir Ihnen auf Anfrage gerne zu. Wir sind nach der internationalen Norm für Übersetzungsdienstleistungen ISO 17100 zertifiziert, Anfang 2021 folgte die ISO 9001-Zertifizierung.

Ein Hinweis zum Thema Übersetzen: Bisher konnten die Übersetzungen der meisten Unterlagen in der Regel erst nach der CE-Kennzeichnung erstellt werden. Nach den Bestimmungen der neuen EU-MDR müssen die Gebrauchsanweisungen und Labeling schon übersetzt werden, ehe sie den Benannten Stellen als Teil der technischen Dokumentation vorgelegt werden. Übersetzungen sind also zu einem deutlich früheren Punkt im Workflow einzuplanen, was den Zeitdruck deutlich erhöhen kann. Dabei ist die Bedeutung qualitativ einwandfreier Übersetzungen für den Zielmarkt nicht zu unterschätzen: Außer Haftungsfragen im Fall von Missverständnissen, die zu einem falschen Gebrauch des Geräts führen können, spielt die gute Lesbarkeit auch für den kommerziellen Erfolg des Produkts im Ausland und das Image des Herstellers eine große Rolle.

Die neue EU-Verordnung 2017/745 stellt allgemein höhere Anforderungen an sprachliche Klarheit, um die Produktsicherheit zu gewährleisten. Das gilt besonders für Texte, die für den Endanwender bestimmt sind (etwa Gebrauchsanweisungen). Das Erfordernis einer „für den bestimmungsgemäßen Anwender verständlichen Sprache“ gilt für die übersetzten Versionen natürlich genauso wie für den Text in der Ausgangssprache. Der Umfang der zu übersetzenden Unterlagen kann außerdem höher ausfallen, da unter die neue EU-Verordnung erstmals auch Produkte ohne medizinische Zweckbestimmung wie z. B. farbige Kontaktlinsen oder Geräte zum Abtragen der oberen Hautschichten fallen. Für solche Produkte muss auch die bestehende technische Dokumentation überarbeitet werden, ehe sie in die benötigten EU-Sprachen übersetzt werden kann. Sowohl bei der Übertragung in die Fremdsprachen als auch beim Überprüfen der Ausgangstexte auf gute Verständlichkeit können wir Sie als erfahrener Sprachdienstleister effektiv unterstützen.

Gerne übernehmen wir die Übersetzung folgender Dokumente für Sie:

  • Technische Dokumentation inkl. Gebrauchsanweisungen (IFUs) und Handbüchern
  • Labeling, Verpackung
  • Dokumente zum Qualitätsmanagement wie QM-Handbücher, Standard Operating Procedures (SOPs), Verfahrensanweisungen
  • Flyer, Newsletter, Werbebroschüren, Website-Texte
  • Verträge und andere juristische Dokumente
  • Schulungsmaterial, Software- und App-Inhalte

Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen oder ein unverbindliches Angebot!

[1] Vgl. EU-MDR 2017/745, Art. 2 Nummer 35 bzw. Art. 22 Abs. 1 und 3

8 Fragen an Andrea Unkelbach

Interview Andrea Unkelbach

Ein paar Fragen an unsere leitende Projektmanagerin Andrea Unkelbach, die dieses Jahr ihr 15-jähriges Jubiläum bei Peschel Communications feiert.

Hättest Du erwartet, nach 15 Jahren noch für das gleiche Unternehmen zu arbeiten, als Du bei Peschel Communications (damals noch Übersetzungsbüro Peschel) angefangen hast?

Ehrlich gesagt hatte ich gar keine Erwartungen. Ich kam direkt von der Uni, von der Theorie in die Praxis, und hatte keine Ahnung vom Berufsalltag eines Übersetzers. Ich habe besonders am Anfang jeden Tag wahnsinnig viel Neues dazugelernt. Und es hat sich auch relativ schnell herauskristallisiert, dass ich eigentlich gar keine Übersetzerin sein will, sondern lieber im Projektmanagement arbeite, im direkten Kontakt mit unseren Kunden und Kollegen. Das Übersetzungsbüro Peschel hat sich über die Jahre weiterentwickelt und ich mit ihm. Es gab immer etwas Neues, so dass es nie langweilig wurde. Wahrscheinlich kam mir auch deswegen nie die Idee, ich könnte mir mal eine neue Herausforderung suchen.

Wie hat sich Dein Arbeitsalltag in den letzten 15 Jahren verändert?

In den letzten 15 Jahren konnte man in der Branche einen unglaublichen technischen Fortschritt beobachten – und wir waren immer vorne mit dabei. Von Kunden- und Auftragslisten in Excel über eine ganz einfache Desktop-Lösung bis hin zur professionellen, webbasierten Projektmanagement-Lösung, multimedial verknüpft mit unserem CAT-Tool und E-Mail-Dienst.

Ganz am Anfang habe ich das Projektmanagement auch noch nahezu alleine geschafft. Mittlerweile sind wir allein im Projektmanagement schon zu viert und zu den typischen Tätigkeiten einer Projektmanagerin kommen bei mir auch noch Aufgaben wie Teamleitung und Strategieentwicklung dazu. Immer wenn ich denke, jetzt kann ich mich zurücklehnen und es einfach laufen lassen, kommt irgendwas Neues, was besprochen und entschieden werden will. Es bleibt immer spannend.

Gibt es Aspekte von früher, die Du Dir bei der Arbeit manchmal zurückwünschst?

Tatsächlich macht mir das direkte Projektmanagement unheimlich viel Spaß. Durch die vielen Zusatzaufgaben, die ich mittlerweile habe, komme ich gar nicht mehr oft dazu, Projekte von Anfang bis Ende zu leiten, mit allem was dazugehört. Daher freue ich mich umso mehr darüber, wenn ich meine Kolleginnen vertreten und mich mal einen ganzen Tag lang im Tagesgeschäft um Übersetzungsprojekte kümmern darf. Der Kontakt mit unseren Kunden, das Puzzeln aller einzelnen Aufgaben, bis so eine Übersetzung mal druckreif ist und dann der Erfolg, wenn am Ende alles klappt – das macht einfach unheimlich viel Spaß und ist sehr befriedigend.

Gibt es einen anderen Beruf, den Du Dir vorstellen könntest, wenn du keine Projektmanagerin wärst?

Tatsächlich wäre ich wahrscheinlich Konditorin, wenn ich mir jetzt noch einmal etwas anderes aussuchen müsste. Das wusste ich vor 15 Jahren aber noch nicht. Dass mir Backen so viel Spaß macht, hat sich erst mit der Zeit entwickelt – und ich könnte nicht mehr ausschlafen.

Von all den Projekten, die Du bisher betreut hast, welches ist Dir ganz besonders in Erinnerung geblieben?

Es gibt viele Projekte, die mir aus ganz unterschiedlichen Gründen in Erinnerung geblieben sind. Aber mit eine der spannendsten Herausforderungen aus der Sicht eines Projektmanagers war die Übersetzung der Website unseres Kunden KNF Neuberger GmbH in 11 verschiedene Sprachen. Bei 11 Sprachen sind alleine bei uns schon mindestens 22 Übersetzer und Revisoren involviert, dazu kommen Projektmanager auf unserer und auf Kundenseite, Grafiker, Webentwickler, Texter usw. Diese Bälle gleichzeitig zu jonglieren war schon sehr spannend.

Dein Aufgabengebiet ist weit gefächert. Welche persönlichen Eigenschaften helfen im Projektmanagement?

Definitiv unter Stress einen kühlen Kopf bewahren zu können, immer den Überblick zu behalten und dabei flexibel zu bleiben. Wenn ich mich morgens an den Schreibtisch setze, weiß ich meistens nicht, was mich den Tag über erwartet. Ein ruhiger Vormittag kann von einer Minute zur anderen hektisch werden. Wenn man es dabei schafft, gelassen zu bleiben und seinen Humor nicht zu verlieren, hat man im Grunde schon gewonnen.

Wie hat sich Dein Arbeitsalltag seit Corona verändert? Welche neuen Herausforderungen erlebst Du im Projektmanagement?

Das Stichwort hier, und wahrscheinlich auch das Unwort des Jahres 2020, ist „Homeoffice“. Vor Corona war ich davon überzeugt, dass Projektmanagement und Homeoffice nicht zusammenpassen. Corona hat mich eines Besseren belehrt. Aber nichts desto trotz finde ich den direkten Kontakt zu meinen Kolleginnen, und zwar live und nicht nur digital, nach wie vor enorm wichtig. Im direkten Kontakt kann man vieles doch schneller und einfacher klären, als per Mail, Chat oder Videokonferenz. Ganz im Homeoffice möchte ich nicht mehr arbeiten müssen, wenn es nicht zwingend notwendig ist.

Mir ist auch aufgefallen, dass der Gesprächsbedarf bei den Menschen deutlich höher geworden ist, und zwar durch die Bank weg bei allen. Nicht nur bei mir selber, innerhalb des Teams oder bei den vielen Kollegen weltweit, mit denen wir zusammenarbeiten, sondern auch bei unseren Kunden. So herausfordernd diese Zeit auch war und immer noch ist, ich durfte vieles Neues in einigen schönen Gesprächen erfahren.

Welche Veränderungen oder Entwicklungen wünschst Du Dir als Projektmanagerin für die Zukunft?

Der technische Fortschritt ist enorm, und das ist auch gut so. Ich freue mich über technische Neuerungen und bin gespannt, was da noch so alles kommen mag. Die „Maschine“ kann uns viel abnehmen, Prozesse können weitestgehend automatisiert werden, um Abläufe zu verschlanken. Aber ich hoffe sehr, dass der persönliche Kontakt dabei nicht auf der Strecke bleibt.

Die WIN-Charta: Unser Bekenntnis zu ökonomischer, ökologischer und sozialer Verantwortung

Bergrücken mit Windrad zur Stromerzeugung

Die WIN-Charta wurde im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Baden-Württemberg für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen entwickelt. Dabei bilden die Themen Selbstverpflichtung, Eigeninitiative und Außenkommunikation die Basis. Mit der Unterzeichnung der WIN-Charta verpflichtet sich Peschel Communications dazu, die zwölf Leitsätze einzuhalten und die Nachhaltigkeit des Unternehmens weiter zu steigern. Für das kommende Jahr 2021 möchten wir uns auf die folgenden Leitsätze der WIN-Charta konzentrieren:

  • Leitsatz 2: Mitarbeiterwohlbefinden: „Wir achten, schützen und fördern das Wohlbefinden und die Interessen unserer Mitarbeiter.“
  • Leitsatz 4: Ressourcen: „Wir steigern die Ressourceneffizienz, erhöhen die Rohstoffproduktivität und verringern die Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen.“

Mitarbeiterwohlbefinden

Diese Schwerpunkte sind uns deshalb so wichtig, da bei Peschel Communications als kleinem Unternehmen enge Zusammenarbeit und flache Hierarchien selbstverständlich sind. Da unsere Abläufe auf guter Teamarbeit beruhen, legen wir besonderen Wert auf ehrliche Kommunikation, Transparenz und Menschlichkeit.

Das Wohlbefinden der Mitarbeiter*innen hat in unserem Unternehmen schon immer eine zentrale Rolle gespielt. Beispielsweise fördern wir die Weiterbildung mit internen Schulungen zu Themen wie Achtsamkeit und Gewaltfreie Kommunikation oder bieten Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz an. Die Kommunikation innerhalb des Teams pflegen wir mit regelmäßigen Besprechungen. Dazu gehören neben der täglichen Teambesprechung und den alle 9-12 Monate stattfindenden Entwicklungsgesprächen auch Wochengespräche zwischen den einzelnen Mitarbeiter*innen und der Geschäftsführung. Bei Peschel Communications kann die wöchentliche Arbeitszeit immer wieder auf die jeweilige Lebensphase angepasst werden. So stellen wir sicher, dass Arbeits- und Privatleben möglichst gut in Einklang gebracht werden können. Nicht zuletzt fördern wir mit gemeinsamen Unternehmungen wie einem jährlichen Grillfest den Teamzusammenhalt.

Unsere Maßnahmen zur Verbesserung

  • Jährliche anonyme Mitarbeiterbefragung zu Wohlbefinden
  • Schulungen/Beratungen zum Thema Gesundheit (z.B. Ernährung, Sport, Ergonomie am Arbeitsplatz)

Ressourcen

Beim Thema Ressourcenmanagement sehen wir uns als Unternehmen in einer Vorbildfunktion. Wir möchten unserer Verantwortung nachkommen, unseren vergleichsweise geringen Rohstoffverbrauch noch weiter zu minimieren. Dieser liegt bei uns vor allem in den Bereichen Drucken, Stromverbrauch, berufliche Reisen und Versand von Werbung.

Dazu beigetragen haben wir bereits: Wir verwenden 100 % recyceltes Druckerpapier und beziehen unseren Strom seit vielen Jahren über die Elektrizitätswerke Schönau, die Strom aus 100% erneuerbaren Energien bereitstellen. Statt Mineralwasser sind wir auf karbonisiertes Leitungswasser umgestiegen, um Transport und Reinigung von Mehrweg-Flaschen zu sparen. Wir achten bei Konsumgütern innerhalb des Büros auf Regionalität: Wir kaufen ausschließlich Bio-/Fairtrade-Kaffee und regionale Kräutertees sowie Obst. Auch im Bereich Verbrauchsmittel (Putzmittel) wird auf umweltschonende Produkte zurückgegriffen. Außerdem achten wir bei der Anschaffung von elektronischen Geräten wie PCs sehr auf die Qualität, um die Lebenszeit so lange wie möglich zu halten.

Unsere Maßnahmen zur Verbesserung

  • Notwendige Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Elektrofahrzeug
  • Auswahl von Hotels mit hohem Umweltstandard
  • Werbeartikel überwiegend aus recyclebaren Materialien
  • Bei jeder Kaufentscheidung den Fokus auf Nachhaltigkeit legen

Ausführliche Informationen zur WIN-Charta und weiteren Unterzeichnern der WIN-Charta finden Sie auf www.win-bw.com

Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen oder ein unverbindliches Angebot!

Die Sprache der Pandemie

Warum geht es dir seit letztem Frühjahr seelisch so schlecht? Wegen der Coronavirus-Pandemie? Wegen der Verbreitung von COVID-19? Oder einfach wegen Corona? Es ist doch alles dasselbe, nicht wahr? Wissenschaftlich gesehen handelt es sich um eine Pandemie – die rasante weltweite Verbreitung eines Virus. (Das Virus, übrigens, zumindest in der Wissenschaft, aber in manchen Dialekten heißt es auch der Virus). Die Krankheit, die vom SARS-CoV-2-Virus verursacht wird, nennt sich COVID-19, eine englische Abkürzung für coronavirus disease 2019. Während man im Englischen dazu neigt, von COVID zu sprechen, hört man hierzulande viel häufiger „Corona“ mit diversen Anhängseln – Corona-Maßnahmen, Corona-Verordnung, Corona-Party, Corona-Krise, Corona-Zeit usw. – oder einfach alleinstehend als allumfassende Beschreibung des aktuellen Phänomens. Was ist denn davon „richtig“?

Nichts ist so konstant wie die Veränderung

Sprache ist ein sich ständig veränderndes System. Und wenn nationale oder sogar globale Ereignisse in kürzester Zeit Auswirkung auf das Leben vieler haben, können solche neuen Wörter und Phrasen blitzschnell entstehen. Da die deutsche Sprache viel mit Komposita arbeitet, gelten die meisten neuen Buzzwords nicht unbedingt als neu, aber man hört aktuell „Mund-Nasen-Schutz“ bzw. „-Bedeckung“ natürlich öfter als früher. Während Amerikaner*innen „mask“ und Franzosen und Französinnen „masque“ bevorzugen, hat sich in Deutschland zumindest in offiziellen Anweisungen die längere Variante durchgesetzt. Noch ein Teil zum Mund-Nasen-Schutz-Kompositum hinzuzufügen, wäre jedoch übertrieben – stell dir vor, wir würden im Alltag „Mund-Nasen-Bedeckungs-Pflicht“ sagen. Vergiss es! Ab dann darf die Maske greifen, um „Maskenpflicht“ zu bilden. Letzten Endes dient die Sprache ihren Nutzer*innen.

Und wann hast du zum letzten Mal „Öffnungsdiskussionsorgien“ gehört? Ein legitimes Wort, aber bis vor einigen Monaten höchst ungewöhnlich. Ebenso war eine Ausgangssperre in unserer heutigen Gesellschaft früher undenkbar, doch die mittlerweile zwei Lockdowns (Anglizismus!) haben uns gezeigt, dass eine solche Maßnahme nicht unbedingt nur die Konnotation eines Menschenrechtsverstoßes hat, sondern auch ergriffen werden kann, um Menschenleben zu retten.

Fremdwort Solidarität

Apropos „das Leben unserer Mitmenschen“: Die jeweilige Kultur spielt in dieser Entwicklung eine erhebliche Rolle. Wer die Tagesschau guckt, weiß, dass das Wort „Solidarität“ in den letzten Monaten sehr oft gefallen ist. Es gilt, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen: Nicht, weil sie einen selbst schützt, sondern, um solidarisch Menschen in der unmittelbaren Umgebung vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Als gebürtiger Amerikaner habe ich mir schon gedacht, dass in den Vereinigten Staaten eher nicht von Solidarität gesprochen wird, was meine Eltern leider bestätigt haben. Zwar gilt es auch dort vielerorts eine Maske (sorry, langsam wird der andere Begriff echt zu mühsam) zu tragen, aber der Widerstand ist von manchen Gruppen groß. Dieser wird vom noch amtierenden Präsidenten befeuert und spiegelt sich in den weiter steigenden Infektionszahlen wider. Dort gilt es also leider nicht, solidarisch zu handeln – ganz zu schweigen davon, eine landesweite Pflicht zu verhängen.

Die englische Sprache bringt bekanntlich häufig Neologismen hervor, z. B. in Form von Schachtelwörtern wie Brunch (breakfast + lunch). Auch dieses Jahr wurde meine Erwartung an die Kreativität meiner Muttersprache nicht enttäuscht: Aus der Pandemie wurden unter anderem folgende Wörter geboren:

  • „quarantini“ (quarantine + martini, dt. Quarantäne + Martini)
  • „covidiot“ (COVID + Idiot, in Bezug auf diejenigen die Masken falsch tragen oder sich generell unsolidarisch verhalten)
  • „situationship“ (situation + relationship, dt. Situation + Beziehung, in Bezug auf Paare, die direkt vor der Ausgangssperre voreilig zusammenkamen, damit sie die unvorhersehbar lange Zeit nicht allein verbringen mussten)
  • „maskne“ (mask + acne, dt. Maske + Akne).

Auch schon vorhandene Ausdrücke sind durch die Pandemie erneut aufgetaucht und in andere Bereiche vorgedrungen, wie „social distancing“, was den sowohl räumlichen als auch sozialen Abstand zur Unterbrechung der Infektionskette umfasst.

Entsprechend der typischen Muster der englischen Sprache beobachtet man auch Unterschiede zwischen den Sprachvarianten. Zum Beispiel redet man in den USA oft von „self-quarantining“, in Großbritannien dagegen von „self-isolating“. Ebenso tendiert man in den USA, Kanada und Australien dazu, COVID-19 zu schreiben, während man in Großbritannien, Irland und Neuseeland eher Covid-19 schreibt.

Parlez-vous pandémie?

Selbst die französische Sprache – bekannt für ihre Meidung von Anglizismen – ist bereits von der Pandemie gezeichnet. Die Ausgangssperren, oder confinements, waren in Frankreich viel strenger als in Deutschland. Vielleicht deswegen redet man nun frankreichweit entweder von einem möglichen déconfinement oder reconfinement. Umstritten bleiben jedoch einige Begriffe wie distanciation sociale (sozialer Abstand) versus distanciation physique bzw. spaciale (physischer bzw. räumlicher Abstand) oder das grammatikalische Geschlecht der Krankheit. Die Académie française und die Kanadier*innen empfehlen la covid, denn Krankheit (la maladie) ist ein weibliches Wort. Im alltäglichen Sprachgebrauch (außerhalb von Kanada) neigt man allerdings zu le covid in Bezug auf le coronavirus (männlich).[1]

Die Veränderung der Sprache und die Sprache der Veränderung

Traditionell dauert es etwas länger, bis man einen festen Sprachwandel in solchem Ausmaß beobachten kann. 2020 wurde aber die ganze Welt einer raschen Veränderung unterworfen. Menschen mussten Strategien entwickeln, um damit zurechtzukommen. Die Kommunikation spielt dabei eine große Rolle. Was geschieht in der Welt und was macht das mit einem selbst? Wie kann das Leben weitergehen? Welchen Humor kann man in der Situation verbreiten? In dieser digitalen Welt sind wir vernetzter denn je, und all diese Fragen lassen sich zum Teil durch ständige Kommunikation, Spracherfindungen und -innovationen beantworten. Wie die Entwicklungen der Pandemie selbst, dauert der Prozess des Sprachwandels noch an und viele Menschen und Kulturen haben begründet sowie unbegründet ihre Präferenzen. Wer weiß, was wir in einem Jahr darüber erzählen können?

Brauchen Sie Hilfe mit Ihrer mehrsprachigen Corona-Kommunikation? Kontaktieren Sie uns!


Quellen

[1] „Les mots de la pandémie entrent dans le dictionnaire“. Revue de la Presse, August 2020, S. 14.

Jahresrückblick 2020

So schwer ist es mir noch nie gefallen, ein Jahr zusammenzufassen. Wir sind sehr optimistisch gestartet, mit dem Gefühl, dass 2020 ein geschäftlich sehr erfolgreiches Jahr würde. Als wir dann im März plötzlich alle an unseren heimischen Schreibtischen saßen, änderten sich die Erwartungen schlagartig. Der Dolmetschmarkt brach völlig ein, so dass wir erst einmal viele Stornierungen abzuwickeln hatten. Auch im Bereich der Übersetzungen war die Lage eine Zeit lang besorgniserregend. Es schien, als befinde sich die ganze Welt in einer Art Schockstarre.

Als dann nach und nach wieder Übersetzungsaufträge kamen, waren wir zum Glück gut gerüstet: Die morgendliche Besprechung findet seitdem nicht mehr gemeinsam in einem Raum im Stehen, sondern über Video-Call statt, und die VPN-Verbindungen zum Server funktionieren so gut, dass wir zu Hause genauso effizient arbeiten können wie im Büro. Dennoch war die Freude groß, als wir uns über den Sommer auch wieder im Büro treffen durften. Die kurzen Gespräche zwischen Tür und Angel und der Plausch in der Kaffeeküche hatten doch sehr gefehlt.

Als klar wurde, dass Präsenzveranstaltungen so schnell keine Option sein würden, begannen wir gemeinsam mit unseren Kunden, digitale Alternativen zu entwickeln. Das reichte von der Verdolmetschung vorproduzierter Produktpräsentationen bis zum Konsekutivdolmetschen über Zoom und Simultandolmetschen aus dem Hub. Einige dieser Formate werden sicher über die Pandemie hinaus interessante Wege bleiben, um Kunden rund um die Welt relativ einfach und preisgünstig zu erreichen. Gleichzeitig wird auch die Sehnsucht nach persönlichen Begegnungen immer stärker. Ich denke, wir haben alle gelernt, welche Vorteile digitale Kommunikationswege bieten und in welchen Bereichen wir auf persönliche Treffen auf Dauer dennoch nicht verzichten wollen.

Aber auch wenn vieles durcheinander geht, fügen sich doch manchmal die Dinge fast von selbst: Nachdem unsere Projektmanagerin Victoria Klotz sich entschieden hatte, noch einmal zu studieren, kam Simone Ruiz Anderer nach einem Auslandsaufenthalt wieder nach Freiburg zurück. Ein Jobsharing der beiden Projektmanagerinnen lag nahe und ist für alle Beteiligten die ideale Lösung.

Im Führungsteam ging es auch dieses Jahr wieder um Zertifizierungen. Die Vorbereitung für die ISO 9001-Zertifizierung unseres Qualitätsmanagements läuft auf vollen Touren, Stichtag für die Erstzertifizierung ist im März 2021.

Unser Engagement für Nachhaltigkeit haben wir auch in diesem Jahr fortgesetzt. Mit Beitritt zur WIN-Charta, dem Nachhaltigkeitsmanagement-Systems des Landes Baden-Württemberg haben wir das nun auch offiziell gemacht.

Als Fazit kann ich nur sagen, dass wir dankbar sind, dieses Jahr einigermaßen unbeschadet überstanden zu haben und gesund geblieben zu sein. Und dass wir es kaum erwarten können, diese beiden positiven Aspekte gemeinsam zu feiern, sobald es wieder möglich ist.

In diesem Sinne wünschen wir allen Partnern und Freunden gutes Durchhalten!

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“Fahrvergnügen” sounds echt German! … noch mehr deutsche Wörter, die im Englischen verwendet werden

VW Bus

Vor zwei Wochen ging es an dieser Stelle um deutsche Wörter, die in der englischen Alltagssprache Einzug gehalten haben. In diesem Blogartikel soll es nun um speziellere Entlehnungen gehen: Etwa im wissenschaftlichen Kontext, aber auch in der Werbesprache, in der die Schöpfung neuer, kreativer Bezeichnungen ja fast schon ein „Muss“ ist.

Technischer, wissenschaftlicher, musikalischer oder geschichtlicher Kontext

Schauen wir uns zunächst typische, aus der deutschen Sprache importierte Wörter an, die vor allem in Wissenschaft und Technik oder anderen Spezialgebieten Einzug gehalten haben. Hier wurde und wird die englische Sprache deutlicher als in anderen Bereichen vom Deutschen beeinflusst. Im Werk von Cannon und Pfeffer (siehe Literaturliste unten) stammt beispielsweise fast ein Drittel der deutschen Lehnwörter aus dem Gebiet der Mineralogie oder Chemie. Einige Beispiele sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.

Aus dem Deutschen stammende BezeichnungBedeutung
gneissGesteinsart (Gneis)
loessgeologisches Sediment (Löss)
echtauthentisch, echt
feldsparMineralgruppe (Feldspat)
fusel oilNebenprodukt der alkoholischen Gärung (Fuselöl)
gedankenexperimentwie im Deutschen
graupelwie im Deutschen
ansatznur in der Mathematik verwendet, dann gleiche Bedeutung wie im Deutschen
Sehnsuchtwie im Deutschen
realpolitikwie im Deutschen
rinderpestwie im Deutschen
zeitgeberäußerer Einfluss in der Chronobiologie, wie im Deutschen

Bezeichnungen für Nahrungsmittel und Traditionen

Auch wenn es um Lebensmittel oder typisch deutsche Traditionen geht, werden Wörter gerne direkt aus dem Deutschen übernommen. Wahrscheinlich wundern Sie sich auch nicht besonders, wenn Sie in englischen Texten über die Nennung von (Wiener) schnitzel, strudel, biergartens oder schnapps stolpern. Und natürlich wird das weltberühmte Wort „Oktoberfest“ nicht übersetzt. Was deutsche Muttersprachler in englischsprachigen Wörterbüchern vielleicht schon eher überrascht, sind Begriffe wie Tannenbaum, bierstube und brötchen. Und die Liste könnte lang (und Sie hungrig) werden, wenn Sie z. B. in den Merriam Webster schauen: lebkuchen, leberwurst, pfeffernuss, pfefferkuchen, stollen …

Jiddische Wörter

In der englischen Sprache sind zahlreiche jiddische Wörter im Umlauf, die von englischen Muttersprachlern manchmal für deutsche Lehnwörter gehalten werden. Zu den bekannteren zählen z. B. mensch (und menschy), schlep (oder schlepp), schmaltz (und schmaltzy), dreck und schmutz. Zu den weniger verbreiteten gehören verklempt und luftmensch.

In einem englischen Wikipedia-Artikel findet sich dieser Hinweis (freie Übersetzung ins Deutsche):

Da Jiddisch mit der modernen deutschen Sprache eng verwandt ist, haben viele jiddische Wörter deutsche Kognaten, d. h. beide haben sich aus demselben Ursprungswort entwickelt; in manchen Fällen ist es schwer zu sagen, ob ein bestimmtes im Englischen gebräuchliche Wort aus dem Jiddischen oder dem Deutschen entlehnt wurde.“ [1]

Werbesprache

Zum Schluss wollen wir noch ein paar Formulierungen in der Werbung betrachten. In der deutschen Werbesprache werden regelmäßig englische Wörter oder Sprüche eingesetzt, da sie im Allgemeinen mit Coolness, „In-Sein“ oder Jugendlichkeit verknüpft werden. Aber kommen deutsche Ausdrücke umgekehrt auch in der Werbung für englischsprachige Zielmärkte vor? Und wenn ja, haben sie für englische Muttersprachler auch das gewisse „coole“ Extra?

Die erste Frage kann man klar mit Ja beantworten, auch wenn es sich um ein eher seltenes Phänomen handelt. Eins der berühmtesten Beispiele für deutsche Ausdrücke in einer amerikanischen Werbekampagne war vermutlich die Erwähnung von „Fahrvergnügen” in einer 1989 initiierten VW-Werbung.[2] Im Rahmen der Kampagne verwendete das Unternehmen den Slogan “Fahrvergnügen. It’s What Makes a Car a Volkswagen.” In den 2000er und 2012er Jahren griff VW wieder auf eine deutsche Formulierung zurück und bezeichnete sich in den USA als „Das Auto“.

Einen weiteren Trend in der amerikanischen Werbesprache beschrieb Felix Kronenberg 2007 in seiner Doktorarbeit: den Einsatz der Bezeichnung wunderbar oder anderer Wortschöpfungen mit wunder.

Die am häufigsten in der Werbung in den USA vorkommenden Wortbestandteile leiten sich vom Deutschen „wunderbar“ ab, außerdem kommt auch das ganze Wort öfters vor. Das liegt natürlich auch daran, dass das englische Wort „wonder“ sich nur in einem Buchstaben davon unterscheidet. „Wunder“ und „wunderbar“ werden von Englisch-Muttersprachlern also leicht erkannt, sie fallen auf, ohne allzu fremd zu klingen. Also kein Wunder, dass sie in der Werbung so beliebt sind! (Kronenberg, S. 149)

Sowohl Lufthansa als auch die Deutsche Zentrale für Tourismus erklärte ausländischen Gästen 1980: „Germany is wunderbar.“

Die zweite Frage – ob die deutsche Sprache einen „coolen“ Aspekt besitzt – ist schwieriger zu beantworten. Kronenberg schreibt dazu: „Die Verwendung fremdsprachiger Wörter in der Werbung hat mehrere Vorteile. Sie ist mit internationalem Prestige assoziiert und betont die Besonderheit des Herkunftslands durch die Wahl als „typisch deutsch“ angesehener Begriffe. Ferner zitiert der Autor aus einem Werk von Mary Ellen Ryder und Kollegen, die der Argumentation folgen, dass sowohl die deutsche als auch die japanische Sprache aufgrund ihrer „modernen Konnotation“ einen bestimmten Effekt auf Verbraucher haben können:

„… Deutsch oder Japanisch werden eingesetzt, um die Idee der wissenschaftlichen Exzellenz oder Ingenieurskunst zu transportieren. So zum Beispiel in einer Mazda-Kampagne, die Kansei-Technik verspricht, oder die Bewerbung des „Fahrvergnügens“ durch VW.“

Damit schließt sich der Kreis zu den technischen Begriffen am Anfang des Artikels. Die deutsche Ingenieurskunst scheint am ehesten als überzeugend – oder eben auch cool – in der Werbung zu wirken. Auch wenn man dafür im Deutschen natürlich lieber eine englische Formulierung wählt: “Quality made in Germany.”


Quellen und Literaturtipps

[1] Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_English_words_of_Yiddish_origin

[2] Quelle: https://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Volkswagen_advertising&oldid=962443622

Online-Wörterbücher

https://www.merriam-webster.com/

https://www.duden.de/

https://www.etymonline.com/

Bücher

Cannon, G. H., & Pfeffer, A. (1994). German loanwords in English: An historical dictionary. Cambridge University Press.

Durkin, P. (2014). Borrowed words: A history of loanwords in English. Oxford University Press.

Ehlert, C. (2013). Das Wandern ist des Wortes Lust: Germanismen im britischen Englisch: German Loanwords in British English. tredition.

Kronenberg, F. A. (2007). From trade cards to the internet: depiction of Germans and Germany in American advertising [Doktorarbeit, Universität Regensburg]. https://epub.uni-regensburg.de/10696/1/dissertation_felix_kronenberg.pdf

Limbach, J. (Ed.). (2007). Ausgewanderte Wörter. Hueber Verlag.

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Playing foosball in the hinterland – Warum deutsche Wörter für englische Muttersprachler nicht immer fremd klingen

Deutsche Wörter in US

Wir alle wissen, dass englische Wörter im deutschen Sprachgebrauch weit verbreitet sind. Aber es gibt auch gar nicht so wenige Beispiele für den umgekehrten Fall. (Nicht nur) Übersetzer und Dolmetscher, die sich in beiden Sprachräumen bewegen, sollten deshalb auf typische Stolperfallen beim Gebrauch von Lehnwörtern achten. Apropos „Lehnwort“: Dies ist gleich ein Beispiel für sich selbst, denn von diesem Wort leitet sich die englische Entsprechung „loanword“ ab.

Ist die Bedeutung des Lehnworts in der Zielsprache dieselbe wie in der Ausgangssprache – umso besser! Vielleicht kann ich dann als Übersetzer*in einfach das deutsche Wort stehenlassen, wie etwa im Fall von „Bildungsroman“ (im Englischen klein geschrieben). Hat das Wort in der Zielsprache jedoch eine neue oder enger begrenzte Bedeutung oder zumindest eine andere Konnotation als in der Ausgangssprache, funktioniert das nicht. Ein Beispiel dafür ist „Gesundheit“, was in den USA teilweise „gewünscht“ wird, wenn jemand genießt hat. In anderen Fällen muss es natürlich mit „health“ ins Englische übersetzt werden.

Unter den deutschen Lehnwörtern in den USA oder Großbritannien finden sich viele bekannte Klassiker wie bratwurst, sauerkraut, lederhosen, autobahn, glockenspiel, kaput and kindergarten, um nur einige zu nennen.

Laut Cannon & Pfeffer fanden vor allem zwischen den 1750er und den 1950er Jahren deutsche Wörter Einzug in die englische Sprache. Besonders viele deutsche Lehnwörter, d. h. durchschnittlich 35 pro Jahr, kamen zwischen 1850 und 1900 hinzu. Englische Muttersprachler werden also auch ohne Deutsch gelernt zu haben einige Wörter und typische Laute der deutschen Sprache kennen, auch wenn sie teilweise natürlich etwas ausgesprochen werden.

Alltägliche Begriffe

Schauen wir uns einige deutsche „Kuckuckskinder“ in der englischen Sprache einmal genauer an. Es sind gar nicht so wenige, die in alltäglichen Gesprächen oder allgemeinsprachlichen Texten Verwendung finden. Links in der Tabelle steht jeweils das im angelsächsischen Sprachraum gebräuchliche Wort, in der zweiten Spalte die Umschreibung von dessen Bedeutung im Englischen [1].

über-Präfix zur Unterstreichung des starken Ausmaßes
ersatzein minderwertiger Ersatz
blitzein schnelles, plötzliches Manöver (z. B. beim American Football, aber auch eine intensive Werbekampagne)
spielVersuch, jemanden von etwas zu überzeugen (oft vorformuliert), also eine Art Verkaufsmasche
hinterland/hinterlandsländliches, abgelegenes Gebiet
kohlrabiKohlrabi wie im Deutschen
ur-Präfix, das auf etwas in einer sehr frühen Phase hinweist
foosballentspricht dem Deutschen
spritzetwas leicht oder schnell besprühen
angsteher neurotisch geprägte Angst oder Grübelei, oft mit launischen Teenagern assoziiert
wanderlustdie Sehnsucht zu reisen, also im Deutschen am ehesten „Fernweh“
doppelgängerDoppelgänger (oder Ebenbild) wie im Deutschen
verbotennicht erlaubt oder auch tabu

Für uns als Sprachmittler ist es gut zu wissen, dass die oben genannten Bezeichnungen nicht immer einfach vom Deutschen ins Englische – oder umgekehrt – übernommen werden können. Interessant ist z. B., dass „ersatz“ im Englischen immer die Konnotation von etwas Minderwertigem hat, während das Wort im Deutschen im Allgemeinen ja völlig neutral gebraucht wird. Auch bei „Angst“ oder „verboten“ ist die Bedeutung offensichtlich etwas verschoben

Eine Besonderheit stellt das im Englischen für unseren „Tischfußball“ verwendete „foosball“ dar, dessen Schreibweise für deutsche Muttersprachler etwas seltsam anmutet. Es wird offensichtlich so geschrieben, wie englische Muttersprachler „Fußball“ buchstabieren würden. Der Aspekt des Tischs fiel allerdings „unter den Tisch“, als das Wort 1966 in die englische Sprache übernommen wurde.

Abschließend lässt sich sagen, dass Übersetzer und Dolmetscher sich mit Lehnwörtern in ihren Arbeitssprachen bestens auskennen müssen, um in keine Falle zu tappen, wenn diese übernommenen Begriffe zu sogenannten falschen Freunden geworden sind.


Quellen und Literaturtipps

Online-Wörterbücher

https://www.merriam-webster.com/

https://www.collinsdictionary.com/us/dictionary/english

https://www.duden.de/

https://www.etymonline.com/

Bücher

Cannon, G. H., & Pfeffer, A. (1994). German loanwords in English: An historical dictionary. Cambridge University Press.

Durkin, P. (2014). Borrowed words: A history of loanwords in English. Oxford University Press.

Ehlert, C. (2013). Das Wandern ist des Wortes Lust: Germanismen im britischen Englisch: German Loanwords in British English. tredition.

Limbach, J. (Ed.). (2007). Ausgewanderte Wörter. Hueber Verlag.


[1] Die aus dem Englischen übersetzten Definitionen stammen in der Regel aus dem Merriam Webster (über merriam-webster.com), Oxford University Press (über lexico.com), dem Random House Unabridged Dictionary (über dictionary.com) oder dem Collins online Unabridged English Dictionary (über collinsdictionary.com).

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Live-Dolmetschen, Synchrondolmetschen oder Simultanübersetzen – was denn nun?

Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, was genau der Unterschied zwischen Konsekutiv- und Simultandolmetschen ist? Und wie nennt man das eigentlich richtig: Simultanübersetzen oder Synchrondolmetschen? Uns begegnen immer wieder recht fantasievolle Bezeichnungen für unsere Tätigkeit, wie zum Beispiel:

  • Echtzeitdolmetschen, Real-time-Dolmetschen
  • Live-Übersetzen, Live-Dolmetschen
  • Gesprächsdolmetschen
  • Sprachübersetzen, mündliches Übersetzen
  • Kabinendolmetschen
  • Paralleldolmetschen, Parallelübersetzen
  • Simultanübersetzen
  • Stegreif-Übersetzen
  • Synchrondolmetschen, Synchronsprechen, Synchronübersetzen

Die Verwirrung ist groß, dabei ist es eigentlich ganz einfach: Die mündliche Übertragung von einer Sprache in die andere ist korrekterweise das Dolmetschen, während Übersetzen unter Fachleuten nur für die schriftliche Tätigkeit verwendet wird. Und wenn ich als Dolmetscherin gleichzeitig mit dem Redner spreche, dann ist das simultan, also Simultandolmetschen.

Was ist Simultandolmetschen?

Simultandolmetschen ist also das (fast) zeitgleiche mündliche Übertragen des Gesprochenen in eine andere Sprache während der oder die Vortragende spricht. Und wie kann das eigentlich sein, dass Dolmetscher*innen und die Vortragenden gleichzeitig reden? Können Dolmetscher*innen etwa Gedanken lesen? Nein, denn genau genommen gibt es eine leichte Zeitverzögerung – die sogenannte Décalage (französisch für Verschiebung) ­ bei der Verdolmetschung, und Simultandolmetscher*innen sind einfach sehr geübt darin, Satzstrukturen zu erkennen und dadurch vorherzusagen, wie ein Satz weitergeführt wird, dessen Anfang sie gehört haben.

Aber warum nennt man das nun nicht Synchron-, sondern Simultandolmetschen? Ist das nicht das gleiche? Nicht ganz, denn „Simultan“ bezieht sich nicht auf den zeitlichen Aspekt. Viel mehr verweist das Wort darauf, dass Dolmetscher*innen mehrere Aktivitäten zur gleichen Zeit ausführen: Hören, verstehen, übersetzen und sprechen. Wer sich noch erinnert, wie schwierig es früher in der Schule war, zu hören und zu verstehen, was die Lehrerin sagt, und gleichzeitig ein Gespräch mit einem Mitschüler zu führen, hat vielleicht eine Ahnung, was das bedeutet. Und im Gegensatz zu Schüler*innen können es sich Simultandolmetscher*innen nicht leisten, auch nur den Bruchteil einer Sekunde auszusteigen. Das erfordert eine enorme Konzentration. Deshalb arbeitet man beim Simultandolmetschen immer in Teams und wechselt sich alle 20 bis 30 Minuten ab.

Simultandolmetscher*innen sind sehr gefragt bei längeren Veranstaltungen oder Events, die auf mehr als zwei Sprachen stattfinden. Dabei arbeiten sie in Zweier- oder Dreierteams in schalldichten Kabinen, von wo aus sie die Redner ohne störende Nebengeräusche hören können. Über ein Mikrofon wird die Verdolmetschung dann live auf die Kopfhörer der Zuhörer übertragen.

Ist der Einsatz von Dolmetschkabinen nicht möglich, beispielsweise aus Platzgründen, bei Events im Freien oder bei mobilen Veranstaltungen wie Werksführungen und Betriebsbesichtigungen, kann auch mithilfe von Personenführungsanlagen gedolmetscht werden.

Der Unterschied zwischen Simultan- und Konsekutivdolmetschen

Synchrondolmetschen

Während Dolmetscher*innen beim Simultandolmetschen das Gesagte fast zeitgleich in eine andere Sprache übertragen, geschieht eine konsekutive Verdolmetschung zeitversetzt. Das bedeutet, dass das Gesagte nach Ende eines Sinnabschnitts gedolmetscht wird. Redner*in und Dolmetscher*in sprechen also abwechselnd. Damit auch über längere Reden hinweg nichts verloren geht, nehmen Dolmetscher*innen eine spezielle Notizentechnik zu Hilfe.

Verwendung findet das Konsekutivdolmetschen bei kürzeren Veranstaltungen von bis zu 1 ½ Stunden, wie beispielsweise Pressekonferenzen oder Kurzvorträgen. Im Gegensatz zum Simultandolmetschen wird hier eine technische Ausrüstung meist nicht benötigt. Konsekutive Verdolmetschungen lassen sich mithilfe neuer Medien aber auch aus der Ferne umsetzen. Beim Ferndolmetschen (Remote Interpreting) werden Telefonkonferenzen und Videocalls über Software wie Zoom und Microsoft Teams konsekutiv gedolmetscht. Die Verwendung von Dolmetschstudios, sogenannten Hubs, ermöglicht sogar simultanes Dolmetschen online via Streaming.

Im Dialog kann auch das Gesprächs- oder Verhandlungsdolmetschen zur Anwendung kommen. Im Gegensatz zum Konsekutivdolmetschen wird dabei satzweise in beide Sprachrichtungen (also beispielsweise vom Französischen ins Englische und dann wieder vom Englischen ins Französische) gedolmetscht. Gesprächsdolmetschen wird auch von Sprachmittlern angeboten, die nicht notwendigerweise ausgebildete Konferenzdolmetscher sind.

Ob konsekutiv oder simultan – Peschel Communications findet die richtige Dolmetschart für Ihre Veranstaltung und Location. Gerne beraten wir Sie in einem persönlichen Gespräch, welche Form des Dolmetschens für Ihre Veranstaltung optimal ist. Kontaktieren Sie uns auch bei Fragen zur Organisation von mehrsprachigen Teams, der Bereitstellung von Dolmetschtechnik und möglichen Sprachkombinationen.

Essen, Sprache und Work-Life-Balance: die schöne deutsche Arbeitswelt

Eliot und Mari
Eliot Reiniger und Mari Smith, Übersetzer bei Peschel Communications

Immer wieder werden wir gefragt: Wie ist es, als US-Amerikaner bzw. Britin in Deutschland zu arbeiten? Wir arbeiten beide bei Peschel Communications GmbH, einem Freiburger Übersetzungsbüro. Mari ist Britin, studierte in England und absolvierte während des Bachelorstudiums ein Auslandssemester in Freiburg. Nach dem Studium und den ersten Berufserfahrungen in England zog sie 2016 wegen eines Praktikums bei Peschel Communications, das glücklicherweise in eine feste Stelle als Übersetzerin mündete, in diese schöne Stadt zurück. Eliots Weg von den USA nach Freiburg sah ähnlich aus: Nach dem Bachelorabschluss in seiner Heimat und einem Auslandssemester in Dresden wusste er, dass er längerfristig in Deutschland wohnen wollte. Nach einiger Zeit als Lehrer für Englisch als Fremdsprache entschied er sich für einen Master in Translation, den er in Deutschland abschloss. 2018 machte auch er ein Praktikum bei Peschel Communications und wurde daraufhin fest angestellt. Hier übersetzen wir verschiedenste Texte aus den Bereichen Marketing, Technik und Jura ins Englische. Beim Übersetzen sind wir den ganzen Tag damit beschäftigt, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen verschiedenen Sprachen zu beobachten. So liegt es nahe, auch die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Verhalten, Gewohnheiten und Regeln zwischen unseren Heimatländern und Deutschland genauer unter die Lupe zu nehmen:

Einer der offenkundigsten Unterschiede zwischen der deutschen und der US-amerikanischen bzw. britischen Arbeitswelt ist der Grad der Förmlichkeit. Im Englischen wird zwischen Du und Sie nicht differenziert, wodurch ein Entscheidungsprozess entfällt, der bei einer ersten Begegnung auf Deutsch manchmal kompliziert sein kann. Außerdem ist das Arbeitsklima im Allgemeinen im englischsprachigen Raum gefühlt lockerer. In vielen Büros spricht man sich mit dem Vornamen an und Emails beginnen selten mit „Dear Mr Miller“, sondern mit eher mit „Dear Peter“, „Good morning“ o. ä. Es mag Leute geben, die es gut finden, durch eine förmliche Anrede und Höflichkeitsfloskeln einen respektvollen Abstand von Kund*innen, Vorgesetzten usw. zu halten, aber vor allem für Berufsanfänger*innen – oder Nichtmuttersprachler*innen –, die weniger Erfahrung mit solchen Umgangsformen haben sammeln können, kann das schon sehr fremd wirken.

Wir betrachten es beide als Glücksfall, dass wir uns hier in unserem deutschen Büro alle duzen. Wir finden das weniger anstrengend und – darin sind wir uns einig – es passt besser zu unserem wirklichen Ich. Dies bringt allerdings die seltsame Herausforderung mit sich, dass wir uns fühlen, als müssten wir in eine zweite, ungewohnte Rolle hineinschlüpfen, wenn wir mit Kund*innen per Sie kommunizieren. Das ist ein Paradebeispiel dafür, dass eine gelungene Integration in einen anderen Kulturkreis auf sehr viel mehr als Sprachkenntnissen allein beruht.

Bei uns als Sprachendienstleister*innen wird sowieso öfter als anderswo auf verschiedenen Sprachen kommuniziert. Auch wenn wir im Team meist Deutsch sprechen, reden wir beide zu zweit eher Englisch, und wenn wir mal ein gutes englisches Wortspiel finden, teilen wir das natürlich gerne mit den Kolleg*innen. Mehrmals wurde uns gesagt, dass unsere englische Persönlichkeit anders sei als die deutsche: eine Überraschung, die manche sogar zum Lachen bringt. Es ist nicht so, als wären wir auf Deutsch unfähig oder unlustig, aber selbst in etwas informelleren Situationen und Umgebungen unterscheiden sich die Ausdrucksweisen der jeweiligen Sprachen, die man beherrscht.

Work-Life-Balance

Auch wenn wir etwas unterschiedliche Meinungen zu den Bedingungen der deutschen Arbeitswelt haben, finden wir sie grundsätzlich attraktiver als in unserer jeweiligen Heimat. Der Unterschied zu den USA ist besonders ausgeprägt: Hier in Deutschland bekommt man in vielen Fällen ungefähr das Dreifache an Urlaubstagen im Jahr, und das schon als Berufsanfänger*in, weil es gesetzlich vorgeschrieben ist. Außerdem wird hier (an)erkannt, dass man arbeitsunfähig ist, wenn man erkältet ist. In den USA hat man nur eine bestimmte Anzahl an „Krankheitstagen“, die man sich gut einteilen muss; sonst hat man später keine mehr und geht damit das Risiko ein, gekündigt zu werden, wenn man zu krank ist, um zur Arbeit zu gehen. Dass man sich in Deutschland selbstverständlich daheim erholen kann, ohne Bankrott zu gehen, weiß man also zu schätzen. Wir finden es einfach menschlicher, dass das Bedürfnis nach Frei- und Genesungszeit durch das Gesetz geschützt ist.

In England ist die Situation nochmal anders. Dort hat man meistens schon 20 bis 25 Urlaubstage: zwar etwas weniger als der Durchschnitt in Deutschland, aber dafür ist die durchschnittliche Arbeitszeit mit 37,5 Stunden pro Woche etwas kürzer. Mit Krankheitsfällen wird bei den Briten lockerer umgegangen – eine ärztliche Krankschreibung braucht man grundsätzlich erst bei schwereren Krankheiten mit Ausfallzeiten von einer Woche oder länger. Die Kehrseite der Medaille ist aber, dass man sich ohne eine ärztliche „Bestätigung“ oder eine feste Regelung zu Krankheitstagen unter Druck fühlt, jede Abwesenheit zu rechtfertigen und nur zu Hause zu bleiben, wenn es wirklich gar nicht mehr anders geht. Man schleppt sich also hustend oder niesend wieder ins Büro, sobald das Schlimmste vorbei ist. Wie viele bezahlte Krankheitstage man jährlich in Anspruch nehmen darf, hängt vom jeweiligen Arbeitsvertrag ab. Hat man alle bezahlten Krankheitstage aufgebraucht, muss man entweder doch eine Krankschreibung holen oder mit einem gekürzten Gehalt rechnen.

Ein nicht ganz so erfreuliches Phänomen, das wir beide auch bemerkt haben ist, dass man sich in Deutschland manchmal länger Zeit nimmt, um eine Mail zu beantworten oder kleinere Aufgaben zu erledigen. Vielleicht hängt das mit der im Vergleich zum englischsprachigen Raum erholungsorientierteren Einstellung zusammen. Sicherlich ist es klüger, sich nicht von jeder Mail ablenken zu lassen. Jedoch ist es unserer Meinung nach bei einer Zusammenarbeit förderlich bis kritisch, dass Mails zumindest am gleichen Tag beantwortet werden.

Esskultur

Lassen wir das aber nicht zu heftig werden und lenken wir unsere Aufmerksamkeit aufs Leichte zurück, und zwar auf die Esskultur in der deutschen Arbeitswelt. Bei vielen Unternehmen in den USA und England wird das Mittagsessen entweder mitgebracht oder irgendwo gekauft, und dabei handelt es sich meist um ein Sandwich oder einen Salat. Die Deutschen dagegen bestehen darauf, dass mittags warm gegessen wird! Bei einigen großen Firmen gibt’s sogar eine eigene Kantine. Normal. Oder? Das finden wir persönlich auf jeden Fall herrlich, da wir beide zu den Menschen gehören, die ihr ganzes Leben um das Essen planen und darum, wo sie die nächste Mahlzeit einnehmen. Für uns ist deshalb ein warmes Mittagessen ein Bonus. Kaltes Essen wird im englischsprachigen Raum wie Business behandelt, und zwar tagsüber. Völlig in Ordnung. Dafür muss dann aber abends warm gegessen werden. Wir finden einfach, man sollte den Tag mit Pracht und Herrlichkeit (und einem warmen Gericht) abschließen!

Manches ist hier in Deutschland genau gleich wie in unseren Heimatländern. Man erlebt die gleichen Begegnungen beim Teeholen in der Küche, redet über das vergangene Wochenende und sehnt sich nach kleinen Süßigkeiten, die manchmal auftauchen, wenn man Glück hat (ein selbstgebackener Kuchen ist ein Muss bei Geburtstagen!). Also, wenn man sich hier ein bisschen auskennt, fühlt sich im Endeffekt alles gar nicht so fremd an.

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Beschleunigte Zulassung: So werden dringend gebrauchte Arzneimittel schneller auf den Markt gebracht

Klinische Studien

Das neuartige Corona-Virus hält die Welt spätestens seit März 2020 in oder besser gesagt „außer“ Atem. Viele Menschen setzen Ihre Hoffnung nun auf potenzielle Impfstoffe, für die teilweise bereits Zulassungsstudien laufen. Für einen Wirkstoff zur Behandlung der Viruserkrankung, Remdesivir, wurde kürzlich in der EU eine sogenannte „Zulassung mit Auflagen“ erteilt. Dies ist möglich, weil Remdesivir bislang das erste Mittel zur Therapie von Covid-19 ist und damit einen ungedeckten medizinischen Bedarf erfüllt. In einem solchen Fall darf das Zulassungsverfahren von dem regulären Verfahren abweichen.

Bei aller Dringlichkeit darf natürlich die Sicherheit des Arzneimittels nicht vernachlässigt werden. Als Fachübersetzer für Medizin und Pharma haben wir uns schlau gemacht: Welche klinische Phase ist von der Beschleunigung des Zulassungsverfahrens betroffen? Und um welche Daten geht es in dieser Phase?

Übersicht über den regulären Ablauf von klinischen Studien:[1]

Phase IKleine Studie an gesunden Freiwilligen Behandlung erstmals am Menschen Geprüft werden Verträglichkeit und Sicherheit 20-80 TeilnehmendeDauer:Wochen bis Monate
Phase IIStudie zum ersten Mal an Patient*innen mit der entsprechenden Erkrankung Geprüft werden Dosis-Wirkungs-Beziehung, Wirksamkeit, Verträglichkeit 100 bis 800 TeilnehmendeWochen bis Monate
Phase III(IIIa vor Marktzulassung, IIIb nach Zulassung)Meist Vergleichsstudien an Patient*innen, die die zu untersuchende Behandlung erhalten, verglichen mit einer Kontrollgruppe, die eine andere Behandlung erhält Geprüft werden Wirksamkeit und Sicherheit/Verträglichkeit Mehrere 100 bis mehrere 1000 TeilnehmendeMonate bis Jahre
Phase IVErfolgt, wenn ein Medikament bereits auf dem Markt ist Wirksamkeit, Sicherheit und seltene Nebenwirkungen eines Medikaments können besser beurteilt werden, weil mehr Patientinnen und Patienten behandelt werden Die Anwendung wird weiter optimiertMonate bis Jahre

Aus der Tabelle wird ersichtlich, dass die Marktzulassung normalerweise im Laufe der Phase III erfolgt. Für dringend benötigte neue Medikamente kann die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) eine Zulassung schon nach Abschluss der Phase II-Studien erteilen, wenn sie den Nutzen höher als die Risiken einstuft. Dabei handelt es sich um eine Zulassung mit Auflagen (engl. „conditional approval“). Zu den Auflagen zählt, die Studien der Phase III nachzuholen, d. h. das Arzneimittel an deutlich mehr Patienten zu testen. Üblicherweise werden auch Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit mit denen aus einer Kontrollgruppe verglichen, die eine andere Behandlung derselben Erkrankung erhält.

Beschleunigung bedeutet keinen Wegfall von Studiendaten

Die gesammelten Ergebnisse sind innerhalb einer bestimmten Frist (meist ein Jahr) an die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) nachzuliefern. Die Studien der klinischen Phasen III und IV werden also nicht weggelassen, sondern während ihrer Durchführung können schwer Erkrankte bereits von dem neuen Wirkstoff profitieren. Sollten die nachgereichten Daten gegen die Sicherheit oder Wirksamkeit der behandelten Patienten sprechen, würde die Zulassung mit Auflagen entzogen und das Medikament vom Markt genommen. Werden die Ergebnisse als positiv bewertet, wird die Zulassung mit Auflagen in eine gewöhnliche Zulassung (engl. „non-conditional approval“) überführt.[2]

Benötigen Sie eine Übersetzung im Rahmen Ihrer Arzneimittelstudien, -zulassungen oder anderer medizinischer Texte? Kontaktieren Sie uns einfach für ein unverbindliches Angebot!


[1] Quellen: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/wie-funktionieren-klinische-studien-6877.php

und https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-302011/wie-humanarzneimittel-geprueft-werden/

[2] Quelle: https://www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/so-funktioniert-pharmaforschung/conditional-approval.html

Freiburg und die Sprachen

Freiburg, Universitätsstadt und Naherholungsziel. Wem gefällt Freiburg nicht, mit seinen Bächle und den vielen Sonnenstunden. Aber warum ist es gerade für ein Übersetzungsbüro so spannend, in Freiburg im Breisgau ansässig zu sein? Uns als Sprachdienstleister gefällt besonders Freiburgs Facettenreichtum. Freiburg zeichnet sich in Sachen Vielseitigkeit aber nicht nur durch den hohen Bedarf an Mehrsprachigkeit aus. Vor allem die unterschiedlichen Branchen und Fachgebiete, in denen hier lange nicht mehr nur auf Deutsch kommuniziert wird, bringen immer wieder neue Themen mit sich.

Allein die Universität Freiburg zieht Studierende aus allen Ländern an. Egal von welchem Kontinent, von überall kommen hier junge Akademiker zusammen. Damit bei gemeinsamen Forschungsprojekten auch alle auf dem gleichen Wissensstand sind, werden wissenschaftliche Berichte bei Bedarf übersetzt. Und sind zu Symposien internationale Experten geladen, die weder Deutsch noch Englisch sprechen, liegt es nahe, dass Dolmetscher die Verständigung erleichtern.

Als beliebtes Touristenziel ist Freiburg auch außerhalb der Universität mehrsprachig, die Nähe zur französischen Grenze trägt natürlich dazu bei. Unternehmen im Gastgewerbe und im Einzelhandel sind regelmäßig im Kontakt zu Spanisch, Italienisch, und vielen anderen Sprachen. Für Restaurants und Hotels besteht deshalb ein Bedarf an mehrsprachigen Speisekarten und Broschüren. Das gehört immerhin zur badischen Gastfreundschaft.

Auch in Sachen Kultur zeigt sich Freiburg von seiner polyglotten Seite: englischsprachige Theaterinszenierungen, Konzerte internationaler Interpreten oder Filmvorstellungen im Originalton. Und für alle, die es gerne etwas ruhiger mögen, bieten die Freiburger Museen ein umfangreiches Angebot, selbstverständlich mit Informationsbroschüren und Audioguides in den gängigsten Sprachen.

Wenn es darum geht, Zeugnisse oder Urkunden ins Deutsche zu übersetzen, sind dann wieder Fachbegriffe eines ganz anderen Sachgebiets gefragt. Besonders juristische Texte erfordern neben Sprachkenntnissen auch ein grundlegendes Verständnis der Fachsprache.

Durch sein starkes Engagement für Nachhaltigkeit genießt Freiburg außerdem den Ruf als „Green City“. Erneuerbare Energien sind hier in Baden immer wieder Thema für führende Fachmessen, Ausstellungen und Konferenzen, die europa- und sogar weltweit Vertreter diverser Unternehmen anlocken. Für die dafür erforderlichen Übersetzungen und Verdolmetschungen sind wiederum eine grundlegende Sachverständigkeit und entsprechendes Fachvokabular gefragt.

Aber auch Unternehmen der Medizin- und medizintechnischen Branche sowie der Pharmaindustrie, die in Baden-Württemberg vertreten sind, nehmen Sprachdienstleistungen in Anspruch und bringen somit eine weitere Facette in den Arbeitsalltag unserer Übersetzer und Dolmetscher. Medizin und Pharmazie sind allerdings lange nicht die einzigen Bereiche, in denen Unternehmen über die deutschen Sprachgrenzen hinaus aktiv sind. Egal ob bei Vertragsverhandlungen oder Hauptversammlungen mit internationalen Geschäftspartnern, wenn es auf reibungslose Kommunikation ankommt, lässt sich auf Dolmetscher kaum verzichten. Selbst kleinere Unternehmen in Baden greifen gerne auf Übersetzer zurück, um ein breiteres Publikum ansprechen zu können und ihre Websites für Interessenten im Ausland attraktiver zu machen. Gerade in Zeiten, in denen Networking und Austausch zu einem großen Teil über soziale Plattformen stattfindet, ist eine mehrsprachige und dadurch über Sprachgrenzen hinweg ansprechende Online-Präsenz wichtiger denn je.

Freiburg hat für uns also viel zu bieten: Hier treffen unterschiedlichste Kulturen auf die badische Offenheit und sorgen zusammen für eine Sprachenvielfalt in zahlreichen Fachgebieten, von Wissenschaft über Kultur bis Industrie und Wirtschaft.

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Gratis-Übersetzungstools im Internet – eine Supersache?

Maschinelle Übersetzungen sorgen im Vergleich zu früher für große Begeisterung bei Nutzern: Seit die neuronale Variante von Google Translate, DeepL (zu dem auch Linguee gehört) und anderen Anbietern auch in deren öffentlich und kostenlos zugänglichen Tools verwendet wird, klingen damit erstellte Übersetzungen deutlich flüssiger und idiomatischer. Vor einigen Jahren wurde noch gerne über die teils sehr holprigen Ergebnisse gelacht – doch inzwischen staunen selbst Sprachprofis über die Qualität maschineller Übersetzung.

Die neuronale maschinelle Übersetzung (NMT) ist eine statistikbasierte Methode, bei der die „Maschine“ mit einem extrem umfangreichen Datenvolumen (der Ausgangs- und Zielsprache) trainiert wurde. Dies ist erst seit relativ kurzer Zeit möglich, da früher keine ausreichende Rechenleistung für „Big Data“ zur Verfügung stand. Es gab zwar auch vorher (etwa seit Anfang des Jahrtausends) schon statistische maschinelle Übersetzung (SMT), die auf der Häufigkeitsverteilung von Phrasen in den Trainingsdaten basierte. Diese Methode besteht – vereinfacht ausgedrückt – darin, auf der Basis der zweisprachigen Trainingsdaten den wahrscheinlichsten Satz in der Zielsprache zu ermitteln. Die neuronale Methode unterscheidet sich davon insofern, dass sie basierend auf künstlicher Intelligenz und Deep Learning die neuronale Vernetzung im Gehirn imitiert. Das bedeutet, dass die Zusammenhänge zwischen Ausgangs- und Zieltext von künstlichen neuronalen Netzen erfasst werden.

Professionelle Übersetzer werden immer häufiger gefragt, ob menschlich erstellte Übersetzungen (sog. „Humanübersetzungen“) überhaupt noch benötigt werden. Gleichzeitig stellen wir uns als Sprachdienstleister die Frage, ob wir maschinelle Übersetzung zu unserem eigenen Nutzen einsetzen können. Im Praxistest überzeugt uns die maschinelle Übersetzung allerdings längst nicht so sehr, wie man auf den ersten Blick erwarten könnte. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Herausforderungen bei der Nutzung maschineller Übersetzungstools vor.

Qualitätsprobleme

Die Qualität ist bei Weitem nicht so verlässlich, wie man aufgrund der guten – und teilweise sogar hervorragenden – Lesbarkeit der Übersetzung durch neuronale Tools vermuten würde. Auch wenn die Grammatik korrekt ist, werden beispielsweise manchmal Wörter oder ganze Satzteile ausgelassen, oder der Sinn wird verdreht. Das ist für Nutzer der maschinellen Übersetzung umso gefährlicher, je schlechter sie die Ausgangssprache beherrschen. Aber auch für Sprachexperten, die maschinenübersetzte Texte post-editieren (nachbearbeiten), ist das Risiko groß, Fehler zu übersehen. Daraus folgt: Je wichtiger die 100%-ige Richtigkeit eines Textes (etwa ein Beipackzettel für Medikamente oder eine Bedienungsanleitung) ist, desto riskanter ist maschinelle Übersetzung (MT), egal wie standardisiert die Formulierungen auch sein mögen. Dazu kommt, dass die Maschine Fehler im Ausgangstext nicht erkennt, egal wie unlogisch der Text dadurch wird. Die Maschine hat im Gegensatz zu einem menschlichen Übersetzer eben schlichtweg „keine Ahnung“, was sie da eigentlich übersetzt.

Wenn dann so etwas herauskommt wie „Die italienische Sängerin Andrea Bocelli schaffte es diese Woche auf Platz eins der Albumcharts“ oder „Die letzten 24 Stunden haben bestätigt, dass Theresa Mays Brexit Deal tot im Wasser ist“, mag das noch lustig sein. Wenn aber in einem Vertrag oder einer Vollmacht ein Halbsatz fehlt, kann das schwerwiegende juristische Folgen haben.

Datenschutz-Risiko

Bei den kostenlos im Internet verfügbaren Übersetzungstools werden alle eingespeisten Daten von den jeweiligen Anbietern auf deren Servern gespeichert und weiterverwendet. Somit dürfen in diesen Tools gemäß Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) niemals vertrauliche bzw. personenbezogene Daten Dritter eingegeben werden, da dies als Datenverarbeitung gemäß Art. 4 DSGVO [1] gilt. Das bedeutet zwangsläufig, dass man Texte in einer völlig fremden Sprache nicht einfach online maschinell übersetzen lassen darf, da man ja gar nicht weiß, ob der Text personenbezogene Daten enthält.

Dasselbe gilt für alle Texte, die mit Urheberrechtsschutz belegt sind. Gebe ich einen solchen Text ohne Zustimmung des Autors in Google Translate o. ä. ein, stelle ich den Text Dritten zur Verfügung und verletze somit das Urheberrecht. Die Tatsache, dass Google Translate „das Internet auf Texte durchsucht und sie einsammelt, um sie in einen riesigen Topf für statistisch basierte MT (dazu zählt auch die NMT) zu verwenden, verstößt gegen das Urheberrecht, denn sicherlich ist bei der Unmenge an Texten aus dem Internet nicht systematisch um eine Nutzungserlaubnis gebeten worden“. [2]

DeepL hat in seine Datenschutzerklärung zumindest einen expliziten Hinweis eingefügt: „Bitte beachten Sie, dass Sie unseren Übersetzungsservice nicht für Texte mit personenbezogenen Daten jeglicher Art nutzen dürfen.“ [3] Bei Google Translate oder im Bing Microsoft Translator fehlt ein solcher Hinweis und es wird auch nicht darüber informiert, was mit den eingegebenen Texten bzw. den Übersetzungen geschieht. Es kann lediglich der allgemeine Servicevertrag aufgerufen werden, der für die Nutzung von Diensten des Anbieters gilt. Im Microsoft-Servicevertrag heißt es beispielsweise unter „Ihre Inhalte“: „Wenn Sie Ihre Inhalte mit anderen Personen teilen, stimmen Sie ausdrücklich zu, dass diese Personen berechtigt sind, Ihre Inhalte kostenlos und weltweit zu nutzen, zu speichern, aufzuzeichnen, zu vervielfältigen, zu versenden, zu übertragen, zu teilen, anzuzeigen und weiterzugeben […]. Wenn Sie anderen Personen diese Möglichkeit nicht einräumen möchten, geben Sie Ihre Inhalte nicht über die Dienste frei.“ [4]

Arbeitsaufwand

Maschinelle Übersetzungen können durch eine Nachbearbeitung (sog. „Postediting“) durch menschliche Übersetzer verbessert werden. Je nach Anspruch an die Qualität des Zieltextes unterscheidet man zwischen „leichtem“ („light“) und „vollständigem“ („full“) Postediting. Bei der leichten Variante werden z. B. nur Sinnfehler sowie Grammatik und Rechtschreibung korrigiert, nicht aber der Stil oder seltsame Satzstellungen. Selbst diese Variante kann je nach Output der Maschine relativ aufwändig sein. Das vollständige Postediting, dessen Ergebnis sich dem einer von menschlichen Profis erstellen Übersetzung zumindest stark annähern sollte, ist noch wesentlich zeit- und kostenintensiver. Welche Fehlerarten genau zu korrigieren sind, muss im Vorfeld mit dem Kunden bzw. Nutzer der Übersetzung abgestimmt werden, denn insbesondere der Stil, aber auch die Verwendung eines bestimmten Fachvokabulars sind nicht für alle Textsorten (und Leser) gleich wichtig. Damit kann vollständiges Postediting aufwendiger und im Endeffekt teurer sein als eine (neue) Übersetzung durch einen qualifizierten Sprachdienstleister.

Es ist auch zu beachten, dass Postediting nicht als Revision (d. h. Korrekturlesen) durch einen zweiten Übersetzer gilt, wie es beim Vier-Augen-Prinzip nach der Norm ISO 17100 „Übersetzungsdienstleistungen und Qualitätsmanagement in Übersetzungsunternehmen“ vorgesehen ist. Die Revision folgt ggf. nach Abschluss des Postediting. Der Aufwand für die Nachbearbeitung einer maschinellen Übersetzung kann also erheblich sein und ist schwer vorauszusehen, da die Qualität von MT stark variiert. Sie hängt vom Fachgebiet ab und natürlich auch davon, wie umfangreich und mit welcher Datenqualität eine Maschine für das spezielle Thema und die benötigte Sprachkombination trainiert wurde. Die Sprachkombination hat ohnehin eine starke Auswirkung auf die Qualität einer maschinell angefertigten Übersetzung, da für seltener Sprachpaare nicht genügend Daten zur Verfügung stehen, um Maschinen umfassend zu trainieren.

Benötigte Expertise

Die Postediting-Norm DIN ISO 18587 verlangt, dass Posteditoren über einen Hochschulabschluss im Bereich Übersetzung bzw. „mit einen wesentlichen Anteil an Übersetzungsausbildung“ oder über einen anderen Hochschulabschluss und entsprechende Berufserfahrung verfügen müssen. Ohne Hochschulabschluss muss laut der ISO-Norm die „Berufserfahrung auf dem Gebiet des Übersetzens oder Posteditierens einer Zeitdauer von fünf Jahren Vollzeit entsprechen“. Weitere vorgesehene Kriterien sind u. a. technische, kulturelle und Sachgebietskompetenz sowie auch die Kompetenz bei Recherche, Informationsgewinnung und -verarbeitung. Außerdem müssen Posteditoren allgemeines Wissen über MT-Technologien und darüber, welche Arten von Fehlern bei MT-Systemen auftreten, besitzen.

Eine effektive Nachbearbeitung von maschinenübersetzten Texten sollte also keinesfalls von Laien durchgeführt werden, und auch umfangreiches Fachwissen auf dem Sachgebiet eines Textes alleine genügt nicht, um eine inhaltlich richtige und/oder qualitativ hochwertige Endfassung zu gewährleisten. Auch beim Einsatz von MT geht also nichts ohne hochausgebildete Übersetzungsexperten.

Fazit

Kostenlose Übersetzungstools bergen viele Risiken und können von professionellen Übersetzungsdienstleistern schon aufgrund des Datenschutzes, aber auch aus Qualitätsgründen nur sehr eingeschränkt genutzt werden. Sicherlich gibt es Texte und Situationen, in denen diese Tools für Privatpersonen hilfreich sind. Dazu zählen öffentlich zugängliche Texte wie beispielsweise Pressemeldungen oder Artikel im Internet, die jemand grundsätzlich verstehen möchte und bei denen nicht jedes Detail absolut richtig übersetzt sein muss. Oder Texte, die ansonsten gar nicht übersetzt würden, wie etwa touristische Informationen.

Nicht unerwähnt bleiben sollten lizenzpflichtige Lösungen für maschinelle Übersetzungen, die auf bestimmte Fachgebiete und Textsorten trainiert werden können. Diese sind vor allem bei großen Technikfirmen wie beispielsweise Siemens oder VW, aber auch bei den EU-Institutionen im Einsatz. Je standardisierter die Sprache im Ausgangstext ist, desto höher kann auch die Qualität sein – wenn die Maschine in riesigem Umfang mit korrekten und fachlich passenden Trainingsdaten gefüttert wurde. Solche Systeme sind jedoch für ein fachlich breit aufgestelltes Übersetzungsbüro mit deutlichem Schwerpunkt auf „frei“ zu übersetzenden Marketing- und Werbetexten wie die Peschel Communications GmbH derzeit nicht sinnvoll. Bei fachlich hoch anspruchsvollen und auf den einzelnen Kunden maßgeschneiderten Übersetzungen ist der menschliche Übersetzer der Kombination Maschinenübersetzung/Postediting in Bezug auf Zeitaufwand und Ergebnis deutlich überlegen. Wir verfolgen die Entwicklung der diversen Tools jedoch sehr aufmerksam und wollen uns dem technischen Fortschritt in diesem Bereich auf keinen Fall verschließen.


[1] Quelle: https://dsgvo-gesetz.de/art-4-dsgvo/ (Zugriff am 25.09.2019)

[2] Quelle: Abraham de Wolf: Übersetzen mit Software, wer ist der Urheber? In: Jörg Porsiel (Hrsg.): Maschinelle Übersetzung, BDÜ Fachverlag, S. 61 f

[3] Quelle: https://www.deepl.com/privacy.html (Zugriff am 25.09.2019)

[4] Quelle: https://www.microsoft.com/de-de/servicesagreement/ (Zugriff am 25.09.2019)

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Remote Interpreting – Dolmetschen aus der Ferne

Krisenzeiten regen dazu an, kreative Wege einzuschlagen: In Zeiten des Social Distancing finden Veranstaltungen zunehmend virtuell statt. Aber was kann man tun, wenn die Online-Konferenz oder das virtuelle Geschäftstreffen mehrsprachig sein soll?

Für kurze Gespräche mit wenigen Teilnehmenden wird das Remote Interpreting, auch Ferndolmetschen oder Videodolmetschen genannt, schon lange im Konsekutivmodus über das Telefon oder Videokonferenzsystem praktiziert. Dabei übersetzen die Dolmetscher*innen das Gesagte jeweils abschnittsweise zwischen zwei Sprachen hin und her. Wenn jedoch bei Veranstaltungen mit größeren Teilnehmerzahlen und/oder in mehreren Sprachen simultan – also zeitgleich mit dem Redner – gedolmetscht werden soll, braucht man eine verlässlichere Bandbreite, professionelle Konferenztechnik und die Möglichkeit für die Dolmetscher*innen im Team zu arbeiten, um das sogenannte Remote Simultaneous Interpreting (RSI) umzusetzen.

Hierfür ermöglichen sogenannte Hubs das Dolmetschen von Veranstaltungen aller Art online. Dolmetsch-Hubs sind von Konferenztechnikanbietern zur Verfügung gestellte Studios, aus denen heraus die Dolmetscher*innen unter Einhaltung der aktuellen Abstandsregelungen Veranstaltungen simultan und live übersetzen. Es gibt bereits eine Reihe fest installierter Hubs, die jederzeit angemietet werden können. Auch die Einrichtung eines temporären Hubs in einer Veranstaltungsstätte oder einem Unternehmen ist möglich.

So funktioniert das Dolmetschen aus dem Hub

Das Publikum (passive Teilnehmer) und die Redner (aktive Teilnehmer) können sich per Laptop, Computer oder Mobilgerät von überall in der Welt aus in die virtuelle Veranstaltung einwählen. Hier kann jede Person die gewünschte Audio-Sprache einfach auswählen, um statt des Originaltons die Übersetzung in die gewünschte Sprache zu hören. Für die Gewährleistung der Datensicherheit finden diese Veranstaltungen mit passwortgeschütztem Zugang sowie verschlüsselter Übertragung statt.

Die Dolmetscher*innen befinden sich in einem Hub, also einem speziellen Studio. Dort erhalten sie Ton- und Bildübertragungen der Veranstaltung in ihre Dolmetschkabinen, von wo aus das Gesagte simultan übersetzt und an die Teilnehmer übertragen wird. Das Simultandolmetschen aus dem Hub ist für Live-Digital-Events mit unbegrenzter Teilnehmerzahl und in bis zu zehn Sprachen möglich.

Vorteile für Veranstalter

Für Veranstalter ermöglicht das Remote Interpreting die Umsetzung mehrsprachiger Konferenzen als virtuelle Veranstaltung. Durch das Dolmetschen aus dem Hub vereinfachen sich Planung und Durchführung von mehrsprachigen Online-Meetings enorm:

  • Veranstaltungen, bei denen mehrere Sprachen gesprochen und gehört werden, sind auch online ohne problemlos möglich
  • Anbieter von Dolmetscher-Hubs beraten Veranstalter im Vorfeld zur Ausstattung und Planung
  • Professionelle Konferenztechnik und eine stabile Bandbreite sorgen für beste Tonqualität
  • Das notwendige Equipment wird im Hub bereitgestellt – es ist kein weiterer Technikaufbau nötig
  • Fachkundige technische Betreuung der Dolmetscher im Hub sichert einen reibungslosen Ablauf
  • Sehr gute Arbeitsbedingungen für die Dolmetscher*innen ermöglichen eine Leistung in der gewohnten Qualität
  • Moderation der Online-Konferenz und technische Unterstützung für alle Teilnehmer (z.B. bei Problemen mit der Zuschaltung oder für die Stummschaltung von aktiven Teilnehmern, die gerade nicht sprechen) durch technisches Personal
  • Password-Schutz und Verschlüsselung garantieren Daten- und Cybersicherheit
  • Einsparung von Personal- und Logistikaufwand sowie Auf- und Abbauzeiten von Dolmetschkabinen
  • Reise- und Übernachtungskosten können deutlich reduziert werden
  • Umfassende Live-Streaming-Lösungen eröffnen neue Meeting-Möglichkeiten
  • Konferenzformate von Podiumsdiskussionen bis Breakout-Sessions sind abbildbar
  • Nutzung in Kombination mit üblichen Meeting-Plattformen – die Teilnehmer brauchen keine spezielle Software

Sie sind auf der Suche nach einer Lösung, um Ihre Veranstaltung simultan übersetzen zu lassen?

Kontaktieren Sie Peschel Communications für eine persönliche Beratung zum Dolmetschen aus dem Hub.

Gerne unterbreiten wir Ihnen ein unverbindliches Angebot.

Ein Interview mit Ellen Göppl

Interview Ellen Göppl

„Wenn man mir 2000 gesagt hätte, dass ich so lange bleibe, wäre ich wahrscheinlich vom Stuhl gefallen“

Am 15. Januar 2000 nahm Ellen Göppl ihre Arbeit bei Peschel Communications auf. Grund genug, ihr ein paar Fragen zu stellen.

20 Jahre beim gleichen Unternehmen zu arbeiten ist etwas, was immer seltener vorkommt. Hättest Du Dir am 15.1.2000 vorgestellt, dass Du 20 Jahre später noch für das gleiche Unternehmen arbeitest?

Nein, tatsächlich nicht – ich war damals 26 und hatte keinen besonders langen Planungshorizont. Wenn man mir 2000 gesagt hätte, dass ich so lange bleibe, wäre ich wahrscheinlich vom Stuhl gefallen – heute bin ich stolz darauf, weil es ja inzwischen eher ungewöhnlich ist, so lange mit derselben Stelle glücklich zu sein.

Wie hat sich Dein Arbeitsalltag in den letzten 20 Jahren verändert?

Wir haben mit heute 10 festen Mitarbeiter*innen natürlich eine größere Arbeitsteilung als früher. In meinen ersten Jahren habe ich vom Projektmanagement inklusive Angebots- und Rechnungserstellung übers Übersetzen bis zur Revision alles gemacht. Außerdem auch Marketing, Privatkundenbetreuung und sogar Buchführung! Ich bin schon froh, nicht mehr alles machen zu müssen, auch wenn es manchmal ein komisches Gefühl ist, dass ich gar nicht mehr so leicht als Projektmanagerin einspringen kann wie früher – es ist einfach zu spezialisiert inzwischen. Insgesamt sind wir, wie die Übersetzungsbranche im Allgemeinen, im Gegensatz zu vor 20 Jahren deutlich technologisierter.

Wünschst Du Dir manchmal die alten Zeiten zurück?

No, not at all — I was 26 at the time and I didn’t tend to make any long-term plans. If someone had told me back in 2000 that I’d stay here so long, I probably would have fallen off my chair. Today, I’m proud of my decision to stay, because of course it’s become relatively rare for people to be happy with the same job for so long.

How has your typical working day changed in the last 20 years?

We now have 10 in-house employees, which has naturally led to a greater division of labour. In the early years, I did everything from project management, including drawing up quotations and billing, to translation and revision. Not to mention marketing, managing projects for private customers, and even accounting! I’m glad I don’t have to do all of that any more, although it does sometimes feel strange that I can’t jump in to lend a hand in project management so easily these days — it’s just become too specialised. Overall, we rely on technology a lot more than we did 20 years ago, just like the rest of the translation industry.

Do you ever wish you could go back to the way things were?

I wouldn’t have wanted to miss out on the early days, that’s for sure. Back then we shared an office with a small publishing company. Anja and I sat right opposite one another in such close quarters that we sometimes got our mugs of tea mixed up. And we translated by just overwriting the original text in Word. And we had the time to get together for a mid-morning breakfast every day. But I wouldn’t want to give up the team we’ve built since then. For instance, I used to sometimes end up completely alone in the office while the others were on holiday and now I don’t have to worry about that any more. And I wouldn’t want to work without the new tools we have, either. They make terminology work and consistency in particular so much easier.

What’s the best compliment you can remember getting from a client?

One client was so impressed by my translation of a text to do with clinical studies that he asked if I’d studied medicine. I’ve also received plenty of effusive compliments for my work interpreting weddings — although I’m sure it’s partly down to the euphoric mood!

Would you ever want to work somewhere completely different, for example for a multinational corporation?

I do think it would be exciting to work for a big multinational — collaborating with people from all over the world, maybe even travelling abroad for business. But then again, I’m so used to our relatively small company where everything is close at hand, where I have a say in how things work and a lot of flexibility, that I’d rather not switch.

What’s your favourite kind of text to translate?

I especially like working on publicity material for cosmetics, where I more or less have free rein to be as creative as I want. Of course, it depends on finding the right client, one who trusts in my style (and yes, we have one!). And then it makes a nice change when I get a medical text where I have to be really precise.

What three careers could you imagine for yourself if you weren’t a translator?

Apart from pharmacist or biochemist, I could definitely see myself as a writer, which is currently one of my hobbies. Another job that I think would be exciting is computer hacking. Lots of people associate that with crime, but hackers also help thoroughly above-board companies and authorities to track down weak spots in their IT systems and improve data security.

Which language would you still like to learn?

Among others, Romansh. I heard it a lot in Switzerland as a child and learnt to parrot bits and pieces. I’d love to study it more systematically, but I’ve never had the time. Keeping three foreign languages up to scratch is plenty of work already! Maybe I need to spend an immersion holiday in a remote mountain village in the Engadine.

What future moment in your career are you particularly looking forward to?

I’m currently looking forward to the day when we receive ISO 9001 certification, which should hopefully be this year. It’s going to take a lot of preparation, but — just like for large translation projects — striving to meet such high standards is part of the appeal for us.

20 Tipps für erfolgreiche Online-Meetings

20 Tipps für erfolgreiche Online-Meetings

Geht es Ihnen auch so? In den letzten zwei Wochen habe ich an mehr Online-Meetings teilgenommen als im ganzen letzten Jahr. Nachdem ich mich für eine Plattform entschieden hatte und die technischen Aspekte relativ schnell im Griff hatte, konnte es losgehen. Die morgendliche Teambesprechung findet jetzt über eine Videokonferenz statt, interne Abstimmungen im kleineren Kreis und Kundengespräche mit mehreren Teilnehmenden haben in den letzten Tagen Spaß gemacht und die Arbeit erleichtert. Bei einer Online-Präsentation am Nachmittag merkte ich dann allerdings, dass ich immer wieder abdriftete. Warum fiel es mir so schwer, mich auf die Rednerin zu konzentrieren? Und wie kann ich meinerseits dafür sorgen, dass andere mir gut zuhören können? Hier sind meine Gedanken dazu:

Einen Moderator bestimmen

Zunächst einmal sollte klar sein, wer eine Besprechung leitet. Als Moderatorin leiten Sie das Meeting ein, begrüßen alle und stellen Fragen, um auch die stillen Teilnehmerinnen an Bord zu halten.

Eine Tagesordnung festlegen

Bei unserer morgendlichen Teambesprechung steht die Tagesordnung fest: Erst allgemeine Punkte, die das ganze Team betreffen, dann gehen wir die einzelnen Projekte durch.

Bei anderen Besprechungen kann es hilfreich sein, wenn alle Teilnehmer die Tagesordnung schon im Vorfeld zugeschickt bekommen haben.

Kurz halten

Online-Meetings sind immer anstrengender als wenn man sich persönlich gegenübersitzt. Organisieren Sie deshalb lieber mehrere kürzere Meetings zu einzelnen Themen als eine einzige Marathon-Sitzung.

Kurz halten

Dieser Tipp gilt nicht nur für die Besprechung insgesamt, sondern auch für Redebeiträge. Hier gilt: Weniger Wörter sind oft mehr. Vermeiden Sie es, sich oder andere zu wiederholen, schweifen Sie nicht aus.

Beitrag ankündigen

Wenn Sie etwas sagen möchten, kann es – besonders bei vielen Teilnehmern – sinnvoll sein, zunächst den eigenen Namen zu nennen und anzukündigen, dass man etwas sagen möchte, etwa mit: Ich würde gerne etwas dazu sagen.

Nicht unterbrechen

Was schon bei Besprechungen im „echten Leben“ nicht akzeptabel ist, geht online erst recht nicht: Da man nie alle Teilnehmer gleichzeitig gut im Blick hat, wird Ihnen niemand folgen können, wenn Sie einer anderen Person ins Wort fallen. Diese andere Person übrigens auch nicht.

Bei der Sache bleiben

Wenn man eine Besprechung am eigenen Schreibtisch führt, ist die Versuchung groß, zwischendurch mal schnell nach den E-Mails zu sehen oder nebenher die Bleistifte zu spitzen. Das lenkt Sie ab (ja, ehrlich!) und ist den anderen Teilnehmern gegenüber unhöflich. Also loggen Sie sich aus Ihrem E-Mail-Programm aus und bleiben Sie bei der Sache.

Keine Nebengespräche führen

Nebengespräche zu führen war schon in der Schule nicht erlaubt. Der Effekt ist der gleiche wie beim Unterbrechen: Niemand bekommt mehr irgendetwas mit.

Mikrofondisziplin

Wenn Sie gerade nicht selbst sprechen, schalten Sie Ihr Mikro auf stumm. So minimieren Sie die Nebengeräusche, die in den virtuellen Besprechungsraum getragen werden.

Das richtige Mikrofon

Wenn möglich, nutzen Sie ein Headset. Damit stellen Sie sicher, dass Sie direkt ins Mikrofon sprechen, und Sie hören besser.

Langsam sprechen

Die Bandbreite des Tons, den Ihre Kollegen hören, ist geringer als wenn Sie sich wirklich gegenübersitzen. Das ist auch einer der Gründe dafür, dass das Zuhören bei der Online-Besprechung so viel anstrengender ist, selbst wenn wir keine echten Störungen wahrnehmen. Da kann es helfen, langsamer als sonst zu sprechen und mehr Sprechpausen zu machen. Wenn Sie nicht in Ihrer Muttersprache sprechen und vielleicht einen Akzent haben, gilt das noch viel mehr.

Nebengeräusche vermeiden

Wenn Sie während des Sprechens mit Dokumenten rascheln oder gleichzeitig Tippen, werden diese Geräusche laut übertragen. Achten Sie also darauf, alle Nebengeräusche so gering wie möglich zu halten – die anderen Teilnehmer bekommen sie nämlich direkt aufs Ohr.

Kamerabild

Testen Sie Ihr Kamerabild vor Beginn des Meetings. Weder sollte Ihr Kopf nur stecknadelkopfgroß zu sehen sein noch sollten Sie zu nah an die Kamera rücken.

Hintergrund

Was sieht man hinter Ihnen? Wäscheberge oder hin- und herlaufende Handwerker? Der Hintergrund sollte vor allem nicht ablenken. Manche Plattformen erlauben die Möglichkeit, den Hintergrund verschwommen darzustellen.

Still sitzen

Wenn Sie sich viel bewegen, gestikulieren oder gar die Kamera hin- und herbewegen ist das für die anderen Teilnehmer sehr ablenkend – im schlimmsten Fall werden sie seekrank.

Blickkontakt

Naja, so ganz funktioniert das natürlich nicht. Denken Sie aber daran, dass es für die Teilnehmer angenehmer ist, wenn Sie zumindest so tun, als wenn Sie sie direkt ansehen. Also möglichst in die Kamera blicken!

Beleuchtung

Es ist ja ganz schön, wenn die Sonne von der Seite auf Ihr Gesicht scheint, oder wenn Sie eine tolle Aussicht im Hintergrund haben. Doch im ersten Fall wird Ihr Teint wahrscheinlich unerwartet hell, im zweiten möglicherweise so dunkel, dass man Ihren Gesichtsausdruck gar nicht mehr erkennt.

Machen Sie sich schön!

Wir alle haben schon lustige Videos gesehen, in denen jemand von einem Online-Meeting aufsteht und keine Hose trägt. Wenn Sie also gerne in der Jogginghose vor dem heimischen PC sitzen, stehen Sie also lieber nicht auf. Und ziehen Sie ruhig oben rum ein Hemd an und kämmen sich die Haare.

Nutzen Sie visuelle Hilfen

Screensharing, also den eigenen Bildschirm mit anderen zu teilen, ist eine tolle Sache. So können die Teilnehmer sich auch visuell durch Ihre Präsentation hindurch orientieren. 

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Peschel Communications stellt Dolmetscher beim VEGA Trend Event

Im November hatten wir einen ganz besonderen Dolmetscheinsatz: Für das Großevent der VEGA Grieshaber KG mit rund 700 Teilnehmer*innen im Europa-Park organisierten wir das Dolmetscherteam für acht Zielsprachen. Die Verdolmetschung in so viele Sprachen war nicht nur für den Kunden, sondern auch für uns eine Premiere. Die Vorfreude war auf beiden Seiten von Anfang an riesig – allerdings auch der Respekt davor, 16 Dolmetscher*innen und die Dolmetschtechnik inklusive Kabinen zu koordinieren.

Unser großes Glück war, dass auch auf Kundenseite nicht nur sehr frühzeitig, sondern auch mit großer Sorgfalt und Professionalität geplant wurde. Das galt sowohl für die Planung der Veranstaltung im Allgemeinen als auch für alle Aspekte des Dolmetschens. Obwohl die Events dieser Art von VEGA in der Vergangenheit noch nie gedolmetscht wurden, hatten unsere Ansprechpartnerinnen von Anfang an ein hervorragendes Gespür dafür, was für das Dolmetscherteam wichtig sein könnte. Hinzu kam, dass der Kunde uns bereits über ein halbes Jahr vor der Veranstaltung an seinen Firmensitz einlud und wir uns dort umfassend über unsere jeweiligen Bedürfnisse und Anforderungen austauschen konnten.

Nicht zu vernachlässigen: die Technik

Auch unser langjähriger Partner in Sachen Konferenz- und Dolmetschtechnik, die PCS Professional Conference Systems GmbH, stand von Anfang an an unserer Seite und machte es möglich, dass einer ihrer Mitarbeiter*innen beim Vorgespräch mit dem Kunden dabei war. So konnten wir viele Fragen in kleinem Kreis persönlich und schon in einer sehr frühen Phase der Planung klären.

Ein Punkt, der natürlich immer größte Bedeutung hat, ist die Kundenterminologie. Auch hier war die Vorbereitung optimal, denn sowohl die Website von VEGA als auch die Produktbroschüren lagen mehrsprachig vor – und als Sahnehäubchen gab es sogar eine Terminologieliste mit Definitionen. So hatten die Dolmetscher*innen trotz des sehr spezifischen, technischen Themas beste Chancen, sich umfassend in die Materie einzuarbeiten.

Gut geprobt ist halb gewonnen

Schon bei der Generalprobe in der EP-Arena war rund die Hälfte des Dolmetscherteams anwesend, was verdeutlicht, dass der Kunde für eine erfolgreiche Veranstaltung mit reibungslosem Ablauf keine Kosten und Mühe scheute. Genau wie die Teilnehmer*innen waren auch alle Konferenzdolmetscher*innen sowie Ellen Göppl als Koordinatorin vor Ort im Hotel untergebracht und konnten sich am Vorabend des Events beim Abendessen noch über wichtige Aktualisierungen und besondere Anforderungen austauschen.

Die Veranstaltung selbst war in jeder Hinsicht ein Erfolg. Die Dolmetscher*innen waren beeindruckt, wie professionell der Ablauf, die Moderation und die unterschiedlichen Präsentationen an beiden Tagen gestaltet wurden. Gleichzeitig war die Atmosphäre trotz der hohen Anzahl an Menschen familiär und durchaus auch emotional. Selbst der allerjüngste „VEGA-Nachwuchs“ durfte dabei sein und Geschäftsführerin Isabel Grieshaber ließ es sich nicht nehmen, einmal mit Baby auf der Bühne zu stehen, was zeigte: Hier wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht nur als Schlagwort gebraucht, sondern auch gelebt. Hinterher waren sich alle einig: Der Aufwand hat sich gelohnt, es war zwar anstrengend, aber auch absolut bereichernd und hat allen großen Spaß gemacht!

Die wichtigsten Punkte für den Kunden:

In der Vergangenheit hatte VEGA schon ähnliche Events ausschließlich auf Englisch abgehalten, aber zuletzt festgestellt, dass nicht alle ihrer Vertriebsmitarbeiter*innen den Präsentationen folgen konnten oder eventuell gar nicht anreisten, da sie nur wenig Englisch verstehen. Dieses Jahr sollten wirklich alle auch auf sprachlicher Ebene „abgeholt“ werden – mit dem Resultat, dass sich deutlich mehr Gäste aus der ganzen Welt anmeldeten als in früheren Jahren.

Mit Hilfe des Dolmetscherteams wurden den Teilnehmer*innen nicht nur Produktinnovationen verständlich präsentiert, sondern durch das Angebot dieses Service auch besondere Wertschätzung entgegengebracht. Ganz im Sinne der Philosophie des Unternehmens, dass alle „eine Familie“ sind. Nicht zu vernachlässigen ist aber auch der Aspekt, dass Emotionen bei den Zuhörer*innen unmittelbarer ankommen, wenn diese in ihrer jeweiligen Muttersprache transportiert werden.

Die größten Herausforderungen für uns:

Natürlich arbeiten wir bei allen Dolmetscheinsätzen mit einer Checkliste. Bei einer so großen Veranstaltung mit acht Zielsprachen ergeben sich jedoch zusätzliche Aspekte und auch ganz andere Dimensionen: Passen acht Kabinen auch – möglichst nebeneinander – in den Saal? Wie viele Tische braucht man, um die Kopfhörer und Empfänger für 700 Teilnehmer*innen morgens bereitzulegen? Gibt es geeignete Konferenzdolmetscher*innen in der Region oder müssen einige aus dem Ausland anreisen?

Für uns ist es selbstverständlich, dass wir bei der Planung darauf achten, die Reisekosten möglichst niedrig zu halten. Gleichzeitig legen wir – besonders bei einem so technischen Thema – auf langjährige Berufserfahrung ganz besonderen Wert, und arbeiten nur mit Simultandolmetscher*innen, die wir bereits kennen oder die uns empfohlen wurden.

In diesem Fall war die Konferenzsprache nicht Deutsch, sondern Englisch. Vom Englischen aus sollte nicht nur in die westeuropäischen Sprachen, sondern auch in Russisch, Chinesisch und Thailändisch gedolmetscht werden. Dank unseres umfassenden Netzwerks an Konferenzdolmetscher*innen hatten schließlich nur insgesamt vier Kolleg*innen eine relativ lange Anreise zum Europa-Park, darunter die beiden Thailändisch-Dolmetscherinnen, die aus Großbritannien anreisten.

Statt der üblichen Doppelfunktion einer organisierenden Dolmetscherin (Chef de Cabine) und Konferenzdolmetscherin war aufgrund der Größe des Dolmetscherteams schnell klar, dass Ellen Göppl als Projektmanagerin mit dabei sein würde, um auch während des Events eine optimale Betreuung des Teams und des Kunden gewährleisten zu können.

Von der Bestellung von Wasser für die Dolmetscher*innen über die Mitorganisation der Empfängerausgabe bis zur Weitergabe der neuesten Präsentationsversionen liefen bei Ellen Göppl auch während der laufenden Veranstaltung für das Dolmetscherteam alle Fäden zusammen. So gab es für sie gleich doppelt positives Feedback, sowohl von den Dolmetscher*innen als auch von den Ansprechpartnerinnen bei VEGA, die sich sicher sind: „Wenn wir wieder Dolmetscher benötigen, dann möchten wir auf jeden Fall wieder mit Peschel Communications zusammen arbeiten!“.

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Jahresrückblick 2019

In diesem Jahr drehte sich bei Peschel Communications viel um die Verbesserung interner Abläufe. Personeller Wechsel im Projektmanagement mit dem daraus folgenden Onboarding für neue Mitarbeiter*innen brachte uns dazu, den einen oder anderen Prozess genauer zu definieren. Als dann im Juli der Audit für die ISO 17100-Zertifizierung anstand, zeigte sich schnell, dass wir dank der umfangreichen Vorbereitung bereits alle wesentlichen Punkte erfüllten. Von der Qualifizierung der Mitarbeiter*innen über die Abläufe im Projektmanagement bis zur Qualitätssicherung unserer Übersetzungen hatte der Auditor nichts zu beanstanden.

Außerdem war 2019 das Jahr der Rekorde:

Ein Übersetzungsprojekt mit 24 (!) Sprachen ging glatt über die Bühne. Das Peschel Communications Projektmanagement ließ sich auch von nachträglichen Änderungen am Ausgangstext, von dem aus in alle 24 Sprachen übersetzt wurde, nicht aus der Ruhe bringen. Die Broschüre für Eltern, die Familien mit Migrationshintergrund helfen soll, sich im deutschen Schulsystem zurechtzufinden, wurde neben den „üblichen“ Sprachen Französisch, Italienisch und Spanisch auch in Paschtu, Farsi und viele anderen Sprachen übersetzt.

Auch im Bereich Konferenzdolmetschen haben wir mit acht Zielsprachen einen Rekord gebrochen. Die zweitägige Konferenz für Vertriebsmitarbeiter*innen eines mittelständischen Familienunternehmens wurde von 16 Konferenzdolmetscher*innen aus dem Englischen ins Deutsche, Französische, Spanische, Italienische, Portugiesische, Chinesische, Russische und Thailändische gedolmetscht. Dank der frühzeitigen Planung und engen Zusammenarbeit mit dem Kunden konnten wir auch für die ausgefalleneren Sprachkombinationen hochkarätige Simultandolmetscher*innen buchen.

Ein weiteres Novum war, dass wir eine Praktikantin betreuten, die im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit ein Projekt zur Terminologie im Bereich Speichertechnologie bei Peschel Communications durchführte. Nach ihrem erfolgreichen Studienabschluss konnten wir sie als neue Mitarbeiterin im Bereich Übersetzen und Terminologie gewinnen.

Persönlich habe ich in diesem Jahr relativ viele Einsätze als Konsekutivdolmetscherin gehabt. Von Audits über Zeugenbefragungen bis zu Patientengesprächen konnte ich – nur mit Block und Stift ausgerüstet – die Verständigung sichern. Diese Art von Einsätzen sind häufig sehr intensiv und erfordern menschliches Einfühlungsvermögen, wodurch sie oft lange nachhallen.

Das Thema, das dieses Jahr die gesamte Weltöffentlichkeit bewegt hat, hat auch uns mitgerissen: Schon seit Jahren beziehen wir unseren Strom von den Schönauer „Stromrebellen“ und fast alle kommen mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Wir unterstützen das Projekt „Solar-Energie für Afrika“ und sortieren natürlich unseren Müll. Im Rahmen der Klimaaktionswoche spendeten wir einen Tagesgewinn an das Baumpflanzprojekt „Plant for the Planet“. Es ist auch kein Zufall, dass wir so gerne im Bereich der erneuerbaren Energien übersetzen und dolmetschen. Doch über den Beitrag auf persönlicher Ebene hinaus war uns auch wichtig, ein Umdenken in Politik und Öffentlichkeit zu fordern, und so war das gesamte Peschel-Team bei der Klimastreik-Demo am 29. September mit dabei; das Büro blieb deshalb für einige Stunden geschlossen.

Im November machten Ellen Göppl und ich uns auf den Weg zum BDÜ-Kongress. Der alle zwei Jahre stattfindende Kongress des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer lockte über 1.000 Teilnehmer*innen aus 25 Ländern nach Bonn. Über drei Tage gab es ein dicht gepacktes Programm: von sehr technischen Themen bis hin zu Soft Skills, zu denen auch Peschel Communications mit zwei Workshops beitrug. Die durchweg optimistische Stimmung des Kongresses trägt uns in Richtung auf ein neues – und bestimmt wieder sehr aufregendes – 2020.

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Die DIN EN 15038 ist tot – lang lebe die ISO 17100

Auch wenn Übersetzen ein kreativer Prozess ist, gibt es doch schon seit vielen Jahren Anstrengungen, die Qualität von Übersetzungsleistungen messbar zu machen. Nachdem die EN 15038 vor einiger Zeit durch die neue ISO 17100 für Übersetzungsdienstleistungen abgelöst wurde, war es für Peschel Communications ein erklärtes Ziel, sich dem Audit zu unterziehen. Ich hatte schon jede Menge Erfahrung mit Audits in anderen Branchen, bei denen ich für Kunden als Dolmetscherin tätig war. Dass das eigene Unternehmen unter die Lupe genommen wird, war dann allerdings doch eine aufregende – und überraschend emotionale – Erfahrung.

Was verlangt die ISO 17100?

Die ISO 17100 soll sicherstellen, dass zertifizierte Sprachdienstleister alle Voraussetzungen erfüllen, um hochwertige Übersetzungen zu liefern. Dazu gehören sowohl die Qualifikation und Weiterbildung der internen Mitarbeiter als auch die Auswahl der freien Mitarbeiter. Auch die Prozesse für das Projektmanagement, den Datenschutz, Übersetzungen und Qualitätssicherung müssen gut dokumentiert und konsequent befolgt werden.

Vor dem Audit

In einem Voraudit stellte der Auditor mir bereits viele Fragen. Er wollte ganz genau wissen, wie wir unsere freien Mitarbeiter auswählen, qualifizieren und wie wir die entsprechenden Nachweise und Prozesse dokumentieren.

Auch unsere technische Ausstattung war für den Auditor von Interesse, von der Frage der Datensicherung bis zur eingesetzten Software für die Auftragsverwaltung und Übersetzung. Hier war wenig anzumerken, da wir schon seit Jahren mit in der Branche führender Software arbeiten, die ein normkonformes Arbeiten sehr einfach macht.

Neben den Prozessen im Projektmanagement und der Kundenverwaltung kam auch die Prüfung des Übersetzungsprozesses nicht zu kurz. Dass wir für jeden unserer Kunden einen Style Guide und eine Terminologiedatenbank anlegen, so dass sowohl in Schreibweisen und Stil als auch für das Fachvokabular stets Konsistenz gewährleistet ist, stellte den Auditor in jeder Hinsicht zufrieden. Außerdem versicherter er sich, dass wir nach dem 4-Augen-Prinzip arbeiten – eines der wichtigsten Grundprinzipien der ISO 17100. Das bedeutet, dass jede Übersetzung von einer zweiten, mindestens genauso qualifizierten Revisorin überprüft wird.

Der Tag des Audits

Nachdem der Auditor mich eine Stunde lang zu diesen und einigen anderen Themen befragt hatte, konnte er Peschel Communications als zertifizierungsreif erklären. Am 3. Juli, dem Audittag, war dann das ganze Team morgens um 9 für eine erste kurze Besprechung mit dem Auditor versammelt. Dank seiner freundlichen und pragmatischen Art legte sich die anfängliche Anspannung schnell.

Los ging es mit Fragen an die Geschäftsleitung zur Auswahl, Einarbeitung und Weiterbildung des festen Teams. Der Auditor war beeindruckt, wie viel Wert bei Peschel Communications auf Weiterbildung gelegt wird und regte an, die Entwicklung der Mitarbeitenden in einem Entwicklungs- und Weiterbildungsplan detaillierter zu dokumentieren.

Die Umsetzung der DSGVO sowie Maßnahmen zum Schutz von vertraulichen Daten bewertete der Auditor besonders positiv. Das war tatsächlich einer der emotionalen Momente für mich, da die Umsetzung der DSGVO-Vorschriften im letzten Jahr für uns ein nervenaufreibendes Projekt war.

Auch für unseren Produktionsprozess, von der Vorbereitung von Projekten bis zur abschließenden Qualitätskontrolle, bekamen wir sehr gutes Feedback. Dem Auditor gefiel auch, dass wir für die Dokumentierung unterschiedlichster Vorgänge und Anforderungen ein internes Wiki nutzen. Dort wird alles abgelegt – von Checklisten über Softwareanleitungen bis zu den Vorschriften zur Erstellung von Rechnungen – und kann mit einer einfachen Suche jederzeit gefunden werden.

Lobende Worte zum Abschluss

Nachdem der Auditor den ganzen Tag mit unterschiedlichen Mitarbeitenden Gespräche geführt und ihnen gefühlte 10.000 Fragen gestellt hatte, fand er bei der Abschlussrunde lobende Worte. Dabei bestätigte er nicht nur die Erfüllung der ISO 17100-Anforderungen, sondern sprach auch über seine Beobachtung zu unserer Unternehmenskultur. Er beschrieb Peschel Communications als extrem kundenorientiert und bescheinigte uns eine Kultur der Wertschätzung untereinander sowie gegenüber Kunden und freien Mitarbeitern. Dass jemand, der unser Unternehmen vorher nicht kannte, mir bestätigt, dass in unserem Unternehmen genau die Werte umgesetzt werden, die mir persönlich ganz besonders am Herzen liegen, war – ganz ehrlich – ein unerwartet großer Moment für mich. Für das ganze Team war es schön, den Audittag so positiv abschließen zu können.

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„Was Deutschland und Österreich trennt, ist die gemeinsame Sprache“

Dieser oft fälschlicherweise dem österreichischen Schriftsteller Karl Kraus zugeordnete Ausspruch[1] wird in Österreich immer noch gerne und häufig verwendet, wenn „die Deutschen“ mal wieder so etwas Komisches wie „Tüte“ oder „Aubergine“ sagen. In Österreich nennt man diese beiden Dinge „Sackerl“ bzw. „Melanzani“. Besonders bei Lebensmitteln sind sich viele Österreicher bzw. Deutsche der Unterschiede bewusst und sprechen im jeweils anderen Land wortgewandt von „Sahne“ bzw. „Schlagobers“. Das gilt übrigens auch für die Institutionen der Europäischen Union. In kulinarischen Angelegenheiten spricht nämlich auch Brüssel „fließend“ Österreichisch. Als die Alpenrepublik im Jahr 1995 der EU beitrat, wurde eine Liste mit 23 typisch österreichischen Ausdrücken für Lebensmittel erstellt, wodurch diese nun offiziell im Vokabular der EU verankert sind.[2] Neben den bereits erwähnten sind darin etwa „Karfiol“ (Blumenkohl), „Marille“ (Aprikose) und „Faschiertes“ (Hackfleisch) festgehalten. Aus EU-Perspektive werden Deutschland und Österreich also nur in der Küche von der „gemeinsamen Sprache getrennt“.

Das Gewand liegt im Kasten

Eine intensivere Beschäftigung mit den beiden Varietäten (Ausprägungen der deutschen Standardsprache) zeigt allerdings, dass die Verbreitung der sog. Austriazismen weit über den Bereich der Kulinarik hinausgeht. So trägt man Mützen – in Österreich auch gern einmal „Hauben“ genannt – auf österreichischem Deutsch nur im Winter und bevorzugt statt „Kleidung“ das edler anmutende, wenn auch veraltete „Gewand“, das nicht etwa in einem Schrank, sondern in einem „Kasten“ aufbewahrt wird. Für Übersetzerinnen und Übersetzer nichts Neues, für viele andere allerdings überraschend: Auch die Rechtssprache der beiden Länder kann sich in bestimmten Fällen erheblich unterscheiden. Beispielsweise erhält man in Österreich als finanzielle Entschädigung keine Abfindung, sondern eine „Abfertigung“, zahlt anstelle von Miete öfters auch „Mietzins“ und verhandelt anstatt Tarif- „Kollektivverträge“.

Du kannst den Hund ruhig angreifen! Er beißt nicht!

Typisch österreichische Wendungen können sogar zu gravierenden Missverständnissen führen, da ihre Bedeutungen nicht immer mit dem Bundesdeutschen übereinstimmen. „Du kannst den Hund ruhig angreifen! Er beißt nicht.“ ist in Österreich nicht etwa eine Aufforderung zur Tierquälerei, sondern zum Streicheln eines zahmen Tiers. Denn „angreifen“ wird auf österreichischem Deutsch auch im Sinne von „anfassen“ gebraucht. Die Frage „Nehmen wir die Straßenbahn oder laufen wir?“ könnte von Österreichern leicht missverstanden und folgendermaßen beantwortet werden: „Du kannst gerne laufen, aber mir ist das zu anstrengend. Ich gehe lieber.“ Das Verb „laufen“ wird auf österreichischem Deutsch nämlich ausschließlich als sportliche Betätigung verstanden. Obwohl es mit Sicherheit noch eine ganze Menge solcher Beispiele gibt, ist der Anteil an typisch österreichischen Wörtern bzw. Bedeutungen dann doch relativ klein: Insgesamt kennzeichnet der Duden nur 0,4 % aller Wörter als österreichisch.[3]

Verwirrende kleine Unterschiede

Allerdings erfordert die perfekte „Zweisprachigkeit“ in Bundes- und österreichischem Deutsch ebenfalls die Beachtung kleiner, aber feiner, grammatikalischer Unterschiede. So handelt es sich bei „das Joghurt“ auf österreichischem Deutsch nicht etwa um einen Versprecher, sondern um den gebräuchlicheren Artikel. Die Präpositionen in den Phrasen „auf Urlaub fahren“ und „in der Arbeit sein“ klingen und sind in Österreich korrekt. Darüber hinaus gibt es auch bei der Perfektbildung geringfügige Abweichungen. Während Verben der Körperhaltung in Deutschland je nach Region entweder mit „haben“ oder mit „sein“ gebildet werden, sind auf österreichischem Deutsch nur „Ich bin auf dem Sofa gesessen“ und „Er ist im Bett gelegen“ korrekt. Bei all diesen verwirrenden kleinen Unterschieden ist es erfreulich, dass man sich bei der Zeichensetzung einig ist. Für die Benennungen der Satzzeichen gilt das jedoch schon wieder nicht: auf Österreichisch ist das „Komma“ ein „Beistrich“ und das „Semikolon“ ein „Strichpunkt“.

Kulturelle Eigenheiten

Neben den bereits angesprochenen Unterschieden an der Sprachoberfläche existieren ebenfalls Eigenheiten, die auf die verschiedenen Kulturen zurückzuführen sind. Besonders deutlich zeigt sich das bei der Wahrnehmung und dem Ausdruck von Höflichkeit.[4] Direkt ausgesprochene Bitten wie „Noch einen Kaffee, bitte!“ oder rein indikativische Ausdrucksformen wie „Ich bekomme zwei Stück Kuchen.“ können in Österreich als zu direkt und mitunter unhöflich aufgefasst werden. Stattdessen ist es üblicher, Aufforderungen durch Konjunktiv und die Verwendung von Fragen abzuschwächen. Bitten wie „Entschuldigen Sie, könnte ich bitte noch einen Kaffee haben?“, die von so manchem Norddeutschen wohl als umständliche Scheinfragen verstanden werden würden, sind auf österreichischem Deutsch keinesfalls übertrieben.

Die österreichische „Titelgeilheit“

Apropos übertrieben, in Österreich wird – wenn auch mittlerweile nicht mehr so häufig – die direkte Anrede „gnädige Frau“/„gnädiger Herr“ ernstgemeint verwendet. Ebenso ist es keine Schmeichelei, eine Lehrerin an einer allgemeinbildenden höheren Schule mit „Frau Professor“ anzusprechen, da es sich dabei um deren im Lehrerdienstrecht verankerten Rang handelt.[5] Auch Titel wie „Hofrat“ werden nach wie vor vergeben, obwohl es schon seit 100 Jahren keinen Hof mehr gibt. Genau auf dieses historische Kapitel des Landes soll die bekannte österreichische „Titelgeilheit“ allerdings zurückzuführen sein.[6] In der weitläufigen österreichischen-ungarischen Monarchie sollen hierarchiebezogene Titel für Ordnung gesorgt haben. Obwohl es die heutige Größe des Landes wohl kaum erfordert, gibt es dort immer noch 869 (Ehren-)Titel.[7]

Darüber hinaus wird die Bedeutung der Höflichkeit in Österreich auch bei der Anrede deutlich. Während in Deutschland ein kurzes „Hallo“ an der Supermarktkasse (Österr.: „Kassa“) gang und gäbe ist, gilt dies in Österreich als zu salopp. Wer dort nicht ins Fettnäpfchen treten möchte, ist daher gut beraten, in Geschäften mit „Guten Tag“ oder dem noch üblicheren „Grüß Gott“ zu grüßen und sich mit „Auf Wiedersehen“ zu verabschieden.

Sprachliche Trennung im gewissen Maße

Man sieht also: Österreich und Deutschland sind tatsächlich bis zu einem gewissen Maße durch die gemeinsame Sprache getrennt – mal mehr und mal weniger. Je nach eigener Herkunftsregion in Deutschland kommen dem Leser sicherlich bestimmte Beispiele vertrauter, andere fremder vor. Das liegt an den fließenden Übergängen zwischen den verschiedenen Varietäten des Deutschen, die neben dem österreichischen und dem schweizerischen Deutsch noch eine ganze Menge weiterer Subvarietäten zu bieten haben.[8] Auch wenn das teilweise verwirren kann, macht doch genau diese Diversität den Charme von plurizentrischen Sprachen wie dem Deutschen aus.

[1] Tatsächlich aber tätigte der österreichische Kabarettisten Karl Farkas die Aussage in Anlehnung an das berühmte Zitat „Britain and America Are Two Nations Divided by a Common Language“: https://www.kraus.wienbibliothek.at/content/was-deutschland-und-oesterreich-trennt-ist-die-gemeinsame-sprache

[2] https://derstandard.at/1947362/Oesterreichisches-Deutsch-existiert-in-der-EU-nur-kulinarisch

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichisches_Deutsch#Unterschiede_zum_bundesdeutschen_Hochdeutsch9

[4] https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6flichkeitsform

[5] https://karriere.sn.at/karriere-ratgeber/fort-weiterbildung/wo-der-titel-regiert-28942096

[6] https://kurier.at/leben/ist-jeder-lehrer-ein-professor-junge-gruene-wollen-titel-fuer-alle-abschaffen/253.266.698

[7] https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/titelverliebtes-oesterreich-kuess-die-hand-frau-magister-a-363231.html

[8] http://www.oedeutsch.at/OESDCD/0INTRO/Gesamt-PDF/A03-Deutsch-a-pluriz.Sprache.PDF; 30/31

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Zufriedenheitsumfrage 2019

Was machen wir gut, wo können wir noch besser werden? – Ergebnisse der Kunden­zufriedenheits­umfrage 2019

Anfang Juli haben wir unsere Kunden gebeten, an unserer Zufriedenheitsumfrage teilzunehmen. Über die rege Teilnahme haben wir uns sehr gefreut und möchten uns an dieser Stelle noch mal herzlich für die vielen konstruktiven Anregungen und Kommentare bedanken.

Hohe Zufriedenheit bei den Kunden

Besonders stolz sind wir darauf, dass uns 98,1 % unserer Kunden weiterempfehlen würden. Aber auch die Ergebnisse der Projektabwicklung und der Qualität der schriftlichen Übersetzungen können sich sehen lassen:

Auswertung Zufriedenheitsumfrage

Dienstleistungen unbekannt oder „nur“ nicht genutzt?

Ein anders Bild zeichnete sich bei den nächsten Punkten ab: Nahezu die Hälfte konnte beim Thema Qualität Verdolmetschung und Qualität Lektorat keine Angabe machen.

Auswertung Zufriedenheitsumfrage Dolmetschen

Das liegt sicher daran, dass diese Dienstleistungen seltener benötigt werden (23,64 % unserer Kunden benötigen Lektorate, 21,82 % Dolmetschdienstleistungen und 89,09 % schriftliche Übersetzungen), doch anhand der Zahlen wurde uns auch klar, dass möglicherweise nicht alle unsere Kunden umfassend über unser Angebot informiert sind.

Interessant waren für uns auch die Ergebnisse zur Frage nach den benötigten Dienstleistungen. Bei der Erstellung von Style Guides, der Terminologieverwaltung und der Vertonung/Untertitelung ist die Nachfrage größer als gedacht: 16,36 % unserer Kunden benötigen diese Dienstleistungen.

Auch nach dem Thema Öffnungszeiten/Erreichbarkeit haben wir gefragt und das Ergebnis ist eindeutig: 94,34 % unserer Kunden sind (sehr) zufrieden, was uns ebenfalls zufrieden stimmt.

Keine Überraschung stellten für uns die Ergebnisse zur schnellen Kommunikation bzw. Bearbeitung dar:

Das Ergebnis ist typisch für unsere Branche: Allen Kunden ist eine schnelle Kommunikation und Verarbeitung (äußerst/sehr) wichtig.

Spannend war auch die Frage nach Dateiformaten. Auch wenn die Antworten darauf Bekanntes offenbarten, zeigten sie uns doch, dass sich unsere Kunden auch für andere Formate als „nur“ für Office und PDF interessieren:

Z. B. arbeiten 18,19 % aller Kunden mit Adobe-Formaten. Möglicherweise sind sich viele Kunden nicht bewusst, dass wir auch Übersetzungen in Adobe-Dateiformaten oder in HTML anbieten.

Möchten Sie uns noch etwas sagen?

Am Ende der Befragung gab es die Möglichkeit für freies Feedback. Hier haben wir uns sehr über die Anmerkungen, konstruktive Kritik und das viele positive Feedback unserer Kunden gefreut. Hier auszugsweise ein paar Zitate:

„Die Freundlichkeit der Mitarbeiter ist sehr lobenswert und auch die prompte Rückmeldung auf eine Anfrage.“

„Wir sind sehr zufrieden mit der bislang erbrachten Leistung und freuen uns auf weitere Zusammenarbeit!“

„Tolle Arbeit, tolles Team, weiter so.“

„Alles bestens, weiter so!“

„Sehr freundlich und kompetent, oft sogar unter dem im KVA angegebenen Preis, pünktliche Abgabe.“

Das Team von Peschel Communications wird alles daransetzen, das Angebot und die Abläufe weiter zu optimieren – dazu werden wir die Ergebnisse noch genauer analysieren. Seien Sie also gespannt auf weitere neue Zusatzleistungen und Optimierungen! Auf unseren Social-Media-Seiten und auf unserem Blog finden Sie immer die neuesten Informationen.

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5 Gründe, warum Sie Ihre Website übersetzen lassen sollten

Englisch dominiert die Welt. Es ist die Sprache der Diplomatie (beziehungsweise der Un-Diplomatie), des Business und Hollywoods. 378 Millionen Menschen weltweit sprechen Englisch als Muttersprache[1] und, wenn man dem British Council glauben darf, beherrschen 1,75 Milliarden Menschen Englisch auf brauchbarem Niveau. Reicht also eine englische Website aus, um den internationalen Markt zu erreichen? Wir meinen, nein:

1. Schnelles Wachstum

Mit einer mehrsprachigen Website können Sie die Anzahl ihrer potenziellen Kunden schnell, einfach und deutlich steigern. Laut einem Eurobarometer-Bericht aus dem Jahr 2012 sind nur 39%[2] der Franzosen in der Lage, eine Unterhaltung auf Englisch zu führen. In Spanien sind es gar nur 22%[3]. Wir können also davon ausgehen, dass die übrigen 61% bzw. 78% der Franzosen und Spanier englischsprachige Websites gleich wieder verlassen. Mit einer Webpräsenz in der Muttersprache des Zielmarktes öffnen Sie Millionen neuer potenzieller Kunden die Tür. Und selbst wer Englisch auf hohem Niveau beherrscht, wird sich fast immer lieber durch eine Website in der Muttersprache klicken. Mit sprachlichem Entgegenkommen zeigen Sie Ihren potenziellen Kunden einfach, dass sie Ihnen wichtig sind.

2. Riesige Märkte

Das Internet wurde in der englischsprachigen Welt erfunden und 1993 von Tim Berners-Lee für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dadurch hatten es englischsprachige Nutzer von Anfang an am einfachsten. Heute liegt der Anteil des Englischen im World Wide Web bei etwa 53%[4], alle anderen Sprachen teilen die verbleibenden 47% unter sich auf. Die Nutzung durch Menschen, die des Englischen nicht mächtig sind, hat also ein riesiges Wachstumspotenzial. Und dieses Potenzial wächst, je mehr sich das Internet verbreitet. Mehrsprachige Websites bieten somit immense Wachstumschancen, die mit relativ einfachen und kostengünstigen Mitteln erschlossen werden können.

3. Sprache ist Kultur

Mit mehrsprachigen Inhalten gehen Sie auf Ihre Kunden zu. Wenn Sie diese von einem professionellen Übersetzungsdienstleister erstellen lassen, können Sie außerdem sicher sein, dass Ihre Website nicht nur übersetzt, sondern lokalisiert wird. Das bedeutet, dass Ihr Produkt sowohl in sprachlicher als auch in kultureller Hinsicht an das Land oder die Region angepasst wird, in der Sie neue Kunden gewinnen möchten. In unterschiedlichen Kulturen gibt es subtile Unterschiede in der Verwendung von Struktur, Text oder sogar von Farben, deren Beachtung der entscheidende Faktor bei der Kundengewinnung sein kann.

4. Unterwegs im Sprachendschungel

Meinen Sie immer noch, dass eine Google-Übersetzung ausreicht, um Ihre Botschaft rüberzubringen? Ihre Website dem „Google Übersetzer“ anzuvertrauen ist, als ob Sie einen Schimpansen mit der Leitung einer Feuerwerkskörperfabrik beauftragen: Das Risiko, dass das Ganze in die Luft geht, ist ziemlich groß. Selbst wenn sich die maschinelle Übersetzung auf den ersten Blick gut liest, kann sie spektakuläre Fehler enthalten. Hier ein Beispiel für einen Satz von unserer Website: „Im Laufe der Jahre haben wir uns ein umfangreiches Hintergrundwissen angeeignet – von A wie Aktiengesetz bis Z wie zivilrechtliche Streitigkeiten.“ Das wird vom Google Übersetzer folgendermaßen im Englischen wiedergegeben: „Over the years, we have acquired a wealth of background knowledge – from A to Akt, to Z to civil litigation.” Es liegt auf der Hand, dass sich mit so einem Satz kein Vertrauen wecken lässt.

Dazu kommt, dass manche Länder Vorschriften für kommerzielle Übersetzungen haben. In der kanadischen Provinz Québec etwa müssen alle Websites sowohl auf Englisch als auch auf Französisch zur Verfügung gestellt werden. Wer dagegen verstößt, wird kurzerhand aus dem Netz genommen[5]. Durch die Zusammenarbeit mit einem Übersetzungsbüro holen Sie sich Experten ins Boot, die nicht nur mit der Sprache, sondern auch mit der Kultur und Rahmenbedingungen in der Zielregion vertraut sind.

5. Suchmaschinenoptimierung international

Übersetzungsdienstleister können Sie auch in Bezug auf internationales SEO unterstützen. Nicht nur die Inhalte Ihrer Website sollten professionell übersetzt werden. Auch URLs, lokale Links, Key Words und andere Aspekte sind zu beachten. Für den Erfolg Ihrer Website im Zielmarkt lohnt es sich auf jeden Fall, Fachleute hinzuzuziehen.

Übersetzung lohnt sich!

Eine mehrsprachige Website ist eine vergleichsweise einfache Möglichkeit, das Unternehmenswachstum zu fördern. Die Sprachbarriere zu überbrücken lohnt sich, denn Sie zeigen Ihren Kunden damit nicht nur Respekt und Wertschätzung, sondern Sie sind auch leichter zu finden.

[1] https://www.statista.com/statistics/266808/the-most-spoken-languages-worldwide/

[2] http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/ebs/ebs_386_fact_fr_en.pdf

[3] http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/ebs/ebs_386_fact_es_en.pdf

[4] https://w3techs.com/technologies/overview/content_language/all

[5] https://nationalpost.com/news/canada/retailers-forced-to-block-english-only-websites-in-quebec-or-face-sanctions-from-language-police

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Die terminologische Seite des Übersetzens – ein Praktikumsbericht

„Übersetzen? Ich wusste gar nicht, dass es dafür extra einen Studiengang gibt. Und was genau übersetzt man da so?“, wurde ich von anderen Mitfahrern auf dem Weg zwischen Freiburg und meiner Heimatstadt Nagold des Öfteren gefragt.
Und ja, Übersetzen kann man tatsächlich studieren – genau das habe ich für drei Jahre an der Hochschule Magdeburg-Stendal getan.

Wie mich mein Weg von Magdeburg nach Freiburg in das Übersetzungsbüro Peschel Communications führte

Da ich meine Abschlussarbeit gerne im Bereich Terminologie und im Rahmen eines Praktikums schreiben wollte, habe ich mich auf die Suche nach einem Übersetzungsbüro gemacht, das mit mir gemeinsam dieses Projekt in Angriff nimmt. Zu meiner Freude bin ich bei Peschel Communications sofort auf offene Ohren gestoßen und sie boten mir an, neben dem üblichen Praktikum im Übersetzungsbereich auch ein Terminologie-Projekt zum Thema Speichertechnologie zu bearbeiten. Begeistert sagte ich zu.

Der erste Tag bei Peschel Communications

Ich kann mich heute noch genau daran erinnern, wie aufgeregt ich am Morgen des ersten Arbeitstages war. Da ich im Studium zwar Wissen erworben hatte, mir die Arbeitserfahrung jedoch fehlte, stellten sich mir einige Fragen: Wie sieht der Alltag im Übersetzungsbüro aus? Kann ich das im Studium erworbene Wissen überhaupt in die Praxis umsetzen? Was kommt da wohl auf mich zu?

Auf mich kamen erst einmal Informationen zu, und das ganz schön viele. In der ersten Woche gab es wohl keinen Tag, an dem ich nicht mit rauchendem Kopf nach Hause gegangen und todmüde ins Bett gefallen bin. Doch mit der Zeit kam die Routine und dann hat sich die Erschöpfung auch schnell gelegt.

„Und was übersetzt man da so?“

Am Anfang habe ich kleine Übersetzungen aus dem juristischen Bereich übernommen. Dazu gehörten beispielsweise Urkunden, Bescheinigungen oder Zeugnisse. Da diese meist nur in Papierformat vorhanden sind, müssen sie vor der Übersetzung zuerst in Microsoft Word vorbereitet werden. Und das war schon der erste Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass das Studium in keiner Weise mit dem realen Übersetzeralltag zu vergleichen ist. Mehr als einmal habe ich meinem Übersetzungslehrer im Stillen dafür gedankt, dass er uns während des Studiums die Dokumente für den Unterricht fertig formatiert zur Verfügung gestellt hat.
Ich kann nicht leugnen, dass es einiges an Nerven gekostet hat, wenn beispielsweise das Layout im Original sehr aufwendig war oder aber die Technik nicht so richtig mitgespielt hat, wie man das gerne wollte. Aber auch hier hat die Übung die ganze Sache definitiv einfacher gemacht!
Im Laufe der Wochen kamen dann auch Texte mit mehr Fließtext, wie etwa Pressemitteilungen hinzu. Dabei musste ich mich jedes Mal aufs Neue in komplett unterschiedliche Themengebiete einarbeiten. Und genau das ist es, was den Übersetzerberuf für mich so aufregend macht. Kein Text gleicht dem anderen und man hat jeden Tag die Chance, seinen Horizont zu erweitern. Ich glaube, ich bin während meines Praktikums mit so vielen Themen wie noch nie zuvor in meinem Leben in Berührung gekommen.
Eines meiner Highlights war die Übersetzung im Bereich Marketing für ein Kosmetikprodukt, bei der sprachliche Mittel ganz abseits der Fachsprache gewählt werden mussten. Da ich mit dieser Textsorte im Studium noch nie zu tun hatte, war dieses „kreative Austoben“ eine vollkommen neue und spannende Erfahrung.

Der andere Teil meines Praktikums bestand, wie bereits erwähnt, aus einem Terminologie-Projekt zur Speichertechnologie, das es mir ermöglicht hat, nicht nur die sprachliche, sondern auch die terminologische Seite des Übersetzens kennenzulernen. Da immer mehr Übersetzungen im Bereich der erneuerbaren Energien und Speichertechnologien angefertigt werden, war es im Rahmen des Projekts meine Aufgabe, ein Glossar zu diesem Themenbereich in den Sprachen Deutsch-Englisch zu erstellen. Die recherchierten Fachbegriffe habe ich in einer Excel-Datei gemäß dem firmeninternen Terminologie-Leitfaden, der im nachfolgenden Schritt auch einen Import der Datei in die Translation-Memory-Software memoQ ermöglicht, vorbereitet. Das Resultat meiner mehrmonatigen Arbeit ist letztendlich ein Glossar mit 200 Fachbegriffen, das sowohl als PDF als auch in Form einer Termdatenbank für künftige Übersetzungen zur Verfügung steht.

Das Praktikum – ein einziger großer Lernprozess

Für mich war das Praktikum ein einziger großer und wichtiger Lernprozess. Es verging kein Tag, an dem ich mein im Studium erlangtes Grundwissen nicht erweitern konnte. Am meisten dabei geholfen hat mir das wertvolle Feedback meiner Kolleginnen und Kollegen, die sich nach jeder von mir angefertigten Übersetzung Zeit genommen haben, diese mit mir durchzusprechen. Durch die konstruktive Kritik wurden mir meine Stärken und Schwächen aufgezeigt, sodass ich kontinuierlich an meinen Übersetzungen und meinem Schreibstil arbeiten konnte. Zudem konnte ich mir bei Fragen oder Problemen immer sicher sein, dass mir geholfen wird.
Die Arbeit im Büro hat mir aber auch deshalb so viel Spaß gemacht, weil ich von Anfang an offen und herzlich in das Team aufgenommen wurde. Die Arbeitsatmosphäre war mehr als angenehm und selbst an stressigen Tagen gab es immer etwas zu lachen. Dankeschön für die tolle Zeit!

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Der Weg zu einer guten Übersetzung

Ist Ihnen das auch schon einmal passiert? Sie benötigen eine Übersetzung, und da Sie keine Kompromisse eingehen wollen, entscheiden Sie sich für einen vermeintlich professionellen Übersetzungsdienstleister. Doch was dann zurückkommt, entspricht so gar nicht Ihren Vorstellungen: Das Vokabular deckt sich nicht mit dem, was Sie normalerweise in Ihrem Unternehmen nutzen, der Text klingt holprig und die einzelnen Wörter wirken wie aneinandergereiht.

Wie konnte es dazu kommen? Damit bei Ihrem nächsten Übersetzungsprojekt alles glatt läuft und Ihre Erwartungen nicht wieder enttäuscht werden, gilt es, vorab einige Dinge zu beachten.

Definieren Sie Ihre Erwartungen

Als Erstes sollten Sie sich darüber klar werden, was Sie sich von einer Übersetzung erhoffen: Dient sie rein dem Verständnis („ich will nur wissen, was drin steht“), und muss sie daher dem Ausgangstext so ähnlich wie möglich sein? Oder wird der Text später veröffentlicht? Und wenn ja, wo? Darf der Stil in einer Broschüre etwas blumiger sein oder ist eine sachliche Ausdrucksweise angemessener – etwa in einer wissenschaftlichen Zeitschrift? Sollen bestimmte Wörter gezielt verwendet, andere gemieden werden?

Bei unserer Arbeit für die Europäische Kommission haben wir beispielsweise bei einigen Texten die Vorgabe, im Sinne einer „bürgernahen Sprache“ möglichst keine Fremdwörter zu nutzen: Statt dem an sich geläufigen Begriff „Import“ sind wir gehalten, „Einfuhr“ zu verwenden. Auch Anglizismen sind größtenteils tabu.

Besonders bei Übersetzungen im Bereich Marketing ist es zudem wichtig, die Zielgruppe genau im Blick zu behalten und kulturelle Besonderheiten zu berücksichtigen: Bei Übersetzungen aus dem Amerikanischen ins Deutsche etwa kann es wünschenswert sein, die amerikanische Überschwänglichkeit etwas zu reduzieren und „excited“ nicht mit „begeistert“, sondern eher mit „sich freuen“ zu übertragen.

Wenn Sie bereits im Voraus klären, wofür Sie die Übersetzung benötigen und für wen sie bestimmt ist, sparen Sie Nerven, Zeit – und dadurch letztendlich bares Geld.

Welcher Dienstleister passt zu Ihnen?

Die Wahl des passenden Dienstleisters ist gar nicht so einfach. Für Sie wichtig zu wissen: Etwa 70 % der Übersetzer arbeiten freiberuflich als Einzelunternehmer. Daneben gibt es sehr große Übersetzungsdienstleister, die alle erdenklichen Sprachen und Fachgebiete abdecken.

Ob Sie sich für einen Einzelübersetzer, eine große Agentur oder ein kleineres Übersetzungsbüro entscheiden, hängt von Ihren Prioritäten ab: Ist Ihnen der persönliche Kontakt mit „Ihrem“ Übersetzer besonders wichtig oder legen Sie besonderen Wert auf ständige Verfügbarkeit und schnelle Umsetzung großer bzw. vielsprachiger Projekte? Vielleicht möchten Sie Pressemitteilungen über Nacht übersetzen lassen? Oder arbeiten Sie in einer besonders qualitätssensiblen Branche wie etwa der Pharmaindustrie? Dann sind etablierte Qualitätssicherungsprozesse und strenge Praktiken zum Schutz der Vertraulichkeit besonders wichtig.

In sehr technischen Bereichen bietet sich die Zusammenarbeit mit Übersetzern an, die auf Ihr Fachgebiet spezialisiert sind. Ein Übersetzer mit betriebswirtschaftlichem Hintergrund ist für die Übersetzung Ihres Geschäftsberichts genau die richtige Wahl. Oder ist Ihr Unternehmen in mehreren Ländern vertreten und ständig auf dem internationalen Parkett präsent, etwa auf Fachkonferenzen und Kongressen? Dann kann es sinnvoll sein, alle benötigten Sprachkombinationen und Zusatzleistungen wie Lektorate oder Dolmetschdienste aus einer Hand zu erhalten.

Ein wichtiger Tipp:

Wenn Sie die Preise verschiedener Anbieter vergleichen, achten Sie darauf, dass auch die Leistung vergleichbar ist. Ist zum Beispiel eine Qualitätskontrolle (4-Augen-Prinzip) enthalten? Arbeitet der Anbieter mit nachweislich qualifizierten Übersetzern zusammen? Garantiert er eine einheitliche Verwendung Ihrer Firmenterminologie?

Besonders, wenn Sie Ihren Text veröffentlichen wollen, sollten Sie nicht am falschen Ende sparen. Eine vermeintlich günstig eingekaufte Übersetzung kann leicht zur Kostenfalle werden, wenn Ihre Mitarbeiter am Auslandsstandort sie erst noch mühsam überarbeiten müssen. Und die Übersetzung einer Broschüre, bei der Tippfehler erst nach dem Druck bemerkt werden, ist am Ende teurer, als wenn Sie von vornherein ein Leistungspaket einkaufen, das aus Übersetzung inklusive Revision und Druckfahnenlektorat besteht.

Qualifikation des Übersetzers als entscheidendes Kriterium

Die Berufsbezeichnung „Übersetzer“ ist nicht gesetzlich geschützt. Deshalb ist nicht garantiert, dass jeder, der sich als Übersetzer bezeichnet, auch tatsächlich entsprechend ausgebildet ist. Anerkannte Qualifikationen sind beispielsweise „Diplom-Übersetzer(-in)“, „staatlich geprüfte(-r) Übersetzer(-in)“ oder „MA in Übersetzen“. Auch die Mitgliedschaft in Berufsverbänden stellt ein Kriterium dar, da eine einschlägige Ausbildung Aufnahmevoraussetzung ist.

Auch wenn Sie mehrsprachige Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen haben – Mehrsprachigkeit ist keine automatische Qualifikation als Übersetzer. Oder würden Sie Ihre deutschen Marketingtexte von jemandem schreiben lassen, nur weil dieser deutscher Muttersprachler ist? Qualifizierte Übersetzer haben bereits in der Ausbildung gelernt, unterschiedliche sprachliche Register einzusetzen, zwischen verschiedenen Kulturen zu vermitteln und mit Fachtexten umzugehen. Außerdem arbeiten erfahrene Übersetzer viel effizienter und schneller. So können sich Ihre mehrsprachigen Mitarbeitern in aller Ruhe auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren.

Um sicherzugehen, dass Sie den passenden Übersetzungsdienstleister auswählen, fragen Sie darüber hinaus nach Referenzen. Bei einem größeren Projekt oder wenn Sie eine langfristige Zusammenarbeit anstreben, lohnt sich die Investition, zunächst einen kürzeren Text als Probeübersetzung in Auftrag zu geben.

Was Sie selbst zu einem guten Endergebnis beitragen können

Eine typische Quelle von Missverständnissen im Übersetzungsprozess sind unklare Formulierungen oder inkonsistent verwendete Fachbegriffe. Ein deutscher Telefondienstleister etwa sendete ihren Kunden einen „Benutzernamen“ und ein „persönliches Kennwort“ zu. Die Benutzeroberfläche fragte dann allerdings nach „Zugangsnummer“ und „Passwort“. Da verwundert es kaum, dass es zu vielen Nachfragen kam – was nicht unerhebliche Kosten nach sich zog.

Eine kritische Prüfung des Ausgangstextes und ein Redaktionsleitfaden sowie Glossare, in denen die verwendeten Fachbegriffe dokumentiert werden, beugen solchen Problemen vor. Auch in dieser Phase des Projekts kann ein Übersetzungsdienstleister Sie unterstützen.

Informieren Sie Ihren Übersetzungsdienstleister darüber, für welche Zielgruppe und welchen Zweck Ihr Text bestimmt ist. Soll die medizinische Broschüre zur Patientenaufklärung eingesetzt werden oder richtet sie sich an Ärzte? Wird im zu übersetzenden Vertrag auf andere Verträge Bezug genommen? Dann schicken Sie diese als Referenztext mit.

Falls Ihr Unternehmen bereits über Glossare, Style Guides (Redaktionsleitfäden) oder Dokumentationen verfügt, stellen Sie diese Ihrem Übersetzungsdienstleister zur Verfügung – und teilen Sie ihm mit, ob diese Vorgaben bindend sind oder lediglich zur Orientierung dienen. So kann der Übersetzer von Anfang an die von Ihrem Unternehmen verwendete Terminologie einsetzen und sich an dem firmentypischen Schreibstil orientieren.

Je nach Art und Umfang der Übersetzungsarbeiten kann ein persönliches Briefing sehr nützlich sein. Besonders bei technischen Themen können die Übersetzer bei einer Werksführung oder technischen Demonstration wertvolle Einblicke gewinnen, die ihnen bei der korrekten Übertragung helfen.

Schicken Sie Ihrem Übersetzungsdienstleister möglichst keine PDFs, sondern bearbeitbare Dateien. So vermeiden Sie, dass das Layout aufwändig nachgebaut werden muss, was für Sie zudem einen Kostenfaktor darstellt. Die meisten Übersetzungsbüros können verschiedenste Dateiformate – von Office- Anwendungen bis zu InDesign oder HTML – problemlos bearbeiten.

Der Faktor Zeit

Wie alle kreativen Arbeiten profitiert auch eine Übersetzung davon, wenn sie mit Muße angefertigt werden kann. Sorgen Sie also dafür, dass Ihr Projektplan ausreichend Zeit für die Übersetzung vorsieht. Als Faustregel sollten Sie pro Normseite (30 Zeilen à 55 Anschläge) mit einer Stunde Arbeitszeit für die Übersetzung rechnen. Übersetzungsbüros können längere Texte auf mehrere Übersetzer aufteilen und trotzdem Konsistenz garantieren.

Apropos Konsistenz: Achten Sie darauf, nur wirklich fertige Texte zur Übersetzung freizugeben. Nachträgliche Änderungen im zu übersetzenden Text bergen das Risiko, dass etwas übersehen wird, und sorgen für erheblichen Mehraufwand. Eine einzige Änderung in einem Text, der in fünf Sprachen übersetzt wird, löst eine zeitintensive Kettenreaktion aus: Nachdem Sie den Projektmanager von der Änderung unterrichtet haben, muss dieser den fünf Übersetzern Bescheid geben. Jeder der fünf muss den Erhalt bestätigen, sich mit den Änderungen auseinandersetzen und wird dadurch aus dem Arbeitsfluss gerissen. Wenn Änderungen doch einmal unvermeidlich sind, spart eine klare Markierung der geänderten Stellen Zeit.

Ein guter Übersetzer wird nicht selten Rückfragen zum Text haben. Das kann daran liegen, dass eine Stelle zweideutig formuliert wurde (niemand liest einen Ausgangstext so gründlich wie ein Übersetzer!) oder dass sich ein technischer Zusammenhang nicht ohne Weiteres erschließt. Nennen Sie Ihrem Übersetzungsdienstleister am besten einen Ansprechpartner in Ihrer Firma, der solche Fragen direkt beantworten kann.

Wenn Sie interne Mitarbeiter, beispielsweise aus einer Länderniederlassung, mit der Überarbeitung einer Übersetzung betrauen, geben Sie klare Anweisungen und bitten Sie darum, nur fachliche Änderungen, wie etwa bevorzugte Produktbenennungen, vorzunehmen. Unter Umständen kann es sich lohnen, einen direkten Kontakt zwischen Ihrem Überarbeiter und dem Übersetzungsdienstleister herzustellen, um letzte Fragen zu klären.

Rückmeldungen zur fertigen Übersetzung helfen Ihrem Übersetzer, Ihre Erwartungen beim nächsten Mal noch besser zu erfüllen. Falls Sie nachträglich Änderungen an der Übersetzung vornehmen, informieren Sie Ihren Übersetzungsdienstleister. So können Sie sichergehen, dass Sie beim nächsten Projekt nicht wieder die gleichen Punkte anpassen müssen.

Fazit

Eine Übersetzung ist keine Dienstleistung von der Stange. Für ein optimales Ergebnis – eine Übersetzung, die Ihre Erwartungen voll und ganz erfüllt – braucht es eine gute Kommunikation zwischen Auftraggeber und Übersetzungsdienstleister.

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Jahresrückblick 2018

Jahresrückblick 2018

2018 war für uns ein Jubiläumsjahr. Und 20 Jahre Peschel Communications ist ein Anlass, den Blick einmal etwas weiter in die Vergangenheit zu lenken.

Das erste, was mir einfällt, wenn ich an die Anfänge denke, sind die Menschen. Damals noch in einer Bürogemeinschaft mit einem Verlag, entschloss ich mich im Jahr 2000, die erste Mitarbeiterin einzustellen. Diese Entscheidung habe ich nie bereut, denn ohne Ellen Göppl wäre es nicht möglich gewesen, das Unternehmen zu dem aufzubauen, was es heute ist und immer wieder an neue Entwicklungen anzupassen. 2003 holten wir dann Andrea Unkelbach ins Boot – eine weitere glückliche Fügung. Andrea zeigte schon in ihrem Praktikum ein ausgesprochenes Organisationstalent und eine Einstellung, die man Neudeutsch als „Can-do“-Haltung bezeichnen würde.

Was dann folgte, war ein stetes Wachstum. Das wäre natürlich ohne die vielen tollen Übersetzerinnen und Übersetzer nicht möglich gewesen, die alle ihren persönlichen Beitrag geleistet haben.

Am Anfang führten wir unsere Kundendaten in einer Microsoft-Works-Datei (kennt das noch jemand?) und machten unsere Übersetzungen in Word mit Hilfe dicker Wörterbücher. Wir hatten ein Faxgerät mit Thermopapierrollen, und fertige Übersetzungen wurden häufig noch gefaxt oder auf Diskette verschickt. Längst nicht alle Kunden hatten E-Mail, und so kaufte ich einen 5-er Pack Diskettenversandtaschen. Wie schnell die Entwicklung dann ging, zeigt sich daran, dass ich nur eine Versandtasche jemals verschickte. Plötzlich hatte jeder E-Mail und viele Kunden (und auch wir!) eine Website.

Die nächste wichtige technische Entwicklung für uns war das Aufkommen von Translation Memory Software, die damals noch mit Hilfe eines Dongles zum Laufen gebracht wurde. Ich bin ehrlich, wir standen dieser neuen Technologie eher skeptisch gegenüber und zögerten mit der Einführung. Inzwischen können wir uns die Arbeit ohne diese Software überhaupt nicht mehr vorstellen, denn die integrierte Terminologiedatenbank hat längst unsere Excel-Glossare ersetzt, die Translation Memories (Datenbanken, in denen wir unsere Übersetzungen speichern) sind aus unserer täglichen Arbeit nicht mehr wegzudenken, und die Möglichkeit, zu mehreren an einem Übersetzungsprojekt zu arbeiten, erlaubt ein viel effizienteres Vorgehen.

Unsere Räume am Friedrichring wurden irgendwann zu klein, und so zogen wir 2004 in die Wallstraße am anderen Ende der Freiburger Altstadt, wo wir auch heute noch zu finden sind. Zwar wird es auch hier langsam etwas eng, aber noch zögern wir, unsere schönen Altbauräume zu verlassen.

Auch die Kundendaten fanden – über Umwege – ein neues Zuhause in einer Software, die nicht nur Daten und Aufträge verwaltet, sondern den gesamten Workflow von der Anfrage bis zur Rechnungsstellung darstellt, und außerdem auch die Daten unserer freiberuflichen Mitarbeiter verwaltet.

Während wir in den Anfangsjahren noch wenig Arbeitsteilung kannten, machte das Wachstum irgendwann eine klarere interne Struktur erforderlich. Andrea übernahm das Projektmanagement, Ellen und ich übersetzten, und alle anderen Aufgaben – vom Marketing bis zur Bestellung von Druckerpapier – wurden irgendwie verteilt. Auch das war nur ein Übergang, denn heute haben wir zwei Projektmanagerinnen, die zwar ausgebildete Übersetzerinnen sind, aber dieses Wissen dazu nutzen, unsere Übersetzungsprojekte zu koordinieren und Kunden zu beraten. Das erlaubt unseren Übersetzerinnen und Übersetzern – vier mit deutscher und drei mit englischer Muttersprache – volle Konzentration auf die Arbeit am Text. Sie sind im Wechsel für Übersetzung und Revision zuständig, denn das 4-Augen-Prinzip erfordert, dass jede Übersetzung von einer zweiten Person Korrektur gelesen wird. Neben Projektmanagement und Übersetzen haben wir eine Stelle geschaffen, die die Betreuung der Privatkunden und die allgemeine Teamassistenz umfasst, sowie eine Marketing-Managerin eingestellt. Dazu kommen Praktikantinnen und Praktikanten und unsere fantastischen Freiberufler.

Wir haben inzwischen eine Größe erreicht, bei der nicht mehr – wie in den ersten Jahren – jede Aufgabe von jedem übernommen werden kann. Das hat uns gezwungen, uns klarer zu organisieren, ein Prozess, der immer noch andauert. Gleichzeitig wollen wir aber den Geist eines kleinen Teams erhalten – unter anderem tun wir das, indem wir jeden Morgen eine kurze Besprechung abhalten, in der wichtige allgemeine Punkte und das Tagesgeschäft erörtert werden.

Und das bringt mich wieder zurück zu den Menschen. Ich bin wirklich dankbar dafür, dass ich die Gelegenheit hatte und habe, mit so vielen unterschiedlichen Leuten zu arbeiten. Unser Jubiläumsfest Ende September, zu dem neben den heutigen auch viele ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kamen, die teilweise lange Reisen auf sich nahmen, war für mich ein echtes Highlight. Wir haben einiges gestemmt in den letzten 20 Jahren – und das macht Lust auf mehr!

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„Ende gut, alles gut“ (ungarisches Original: Minden jó, ha a vége jó.)

Am 30. und 31. Oktober fand dieses Jahr erstmals die „Meet Central Europe“ Konferenz in Budapest statt. Die nationalen Verbände der Sprachindustrie aus den Ländern Ungarn, Tschechien, Slowakei und Österreich haben sie ins Leben gerufen, um statt einzelner, nationaler Konferenzen jährlich ein internationales Event auszurichten. Die Konferenz bietet sowohl für freiberufliche Übersetzer als auch für Übersetzungsunternehmen, die mittel- und osteuropäische Sprachdienstleistungen anbieten, eine ideale Plattform, um sich zu vernetzen. Das diesjährige Hauptthema „Vendor Management“ sollte zudem gleich den Grundstein für eine partnerschaftliche und erfolgreiche Zusammenarbeit legen.

Zuverlässige Partner sind das A und O

Die Peschel Communications GmbH setzt gerade bei größeren mehrsprachigen Projekten oder außergewöhnlicheren Sprachkombinationen auf zuverlässige Partner, die mit ihrer Arbeit unseren Qualitätsstandards entsprechen. Für Projektmanager besteht die Herausforderung zunächst darin, solche Partner zu finden und mit ihnen ein effizientes und vertrauensvolles Arbeitsverhältnis aufzubauen. Die Konferenz bot daher einen guten Anlass, unsere Kenntnisse zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen.

Veranstaltungsort war das eindrucksvolle Budapest Music Center (BMC) unweit der Freiheitsbrücke, wo wir schon am Vorabend der Konferenz willkommen geheißen wurden. Eine schöne Überraschung war die Bootsfahrt auf der Donau, die einer der Veranstaltungspartner für alle Teilnehmer organisiert hatte. Vor der Kulisse der beleuchteten Stadt konnten sich die Konferenzteilnehmer gleich miteinander bekanntmachen.

Papierfrei dank App

Das Programm stand der Umwelt zuliebe papierfrei als App zur Verfügung, was den Vorteil brachte, dass jeder Teilnehmer sein Tagesprogramm individuell zusammenstellen konnte. Über die App konnten die Teilnehmer zudem in Kontakt bleiben und beispielsweise Fotos oder Jobangebote teilen, Fahrgemeinschaften zum Flughafen bilden oder sich zum Abendessen verabreden.

Der Dienstagmorgen startete mit den so genannten „Master Classes“, die einen tieferen Einblick in das Hauptthema „Vendor Management“ versprachen. Es wurde erläutert, welche Aufgaben zu dieser Position gehören und wie diese am besten erfüllt werden. Als Projektmanager wissen wir, dass Kunden vor allem am Ergebnis interessiert sind. Unsere Aufgabe besteht darin, die Erwartungen der Kunden zu erkennen und zu erfüllen … und sie manchmal sogar zu übertreffen. Damit das gelingt, müssen wir unseren Partnern gegenüber eindeutig definieren, welche Leistung wir wiederum von ihnen erwarten.

Der Erfahrungsaustausch stand im Vordergrund

An beiden Konferenztagen erklärten die Redner anhand von Fallbeispielen ihre jeweiligen Vorgehensweisen als Vendor- oder Projektmanager. Wo suche ich für mein Projekt nach passenden Partnern? Wie gestalte ich einen Job auch bei einem begrenzten Budget attraktiv? Welche Bedingungen begünstigen eine langjährige Zusammenarbeit? Auch neue technische Mittel wie Machine Translation (MT) und Postediting (PE) wurden thematisiert. Bis zu vier Veranstaltungen fanden jeweils gleichzeitig statt, wodurch sich die Teilnehmer je nach Interesse entsprechend verteilen konnten. Insgesamt wurde auf den Erfahrungsaustausch besonders viel Wert gelegt. Es gab außerdem jederzeit die Möglichkeit, den Veranstaltern und Rednern Fragen zu stellen, die alle geduldig beantwortet wurden.

Klare Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg

Wie so oft ist der Schlüssel zum Erfolg eine klare Kommunikation. So wie es nicht die eine einzig richtige Übersetzung gibt, so ist auch die optimale Vorgehensweise nicht in Stein gemeißelt. Vielmehr geht es darum, einen möglichst einfachen und angenehmen Projektablauf für alle Beteiligten zu schaffen und dabei alle zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen. Oder, wie die Ungarn so schön sagen, „Minden jó, ha a vége jó“. Hierfür ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit gefragt und der gegenseitige Erfahrungsaustausch unbezahlbar. Konferenzen wie „Meet Central Europe“ bieten hierfür eine optimale Plattform. Ich konnte nicht nur neue Denkanstöße mitnehmen, sondern habe auch einige potentielle Partner, wenn nicht sogar neue Freunde kennengelernt. Nächstes Jahr sieht man sich dann (vielleicht) in Prag.

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Ein Abend des Wiedersehens und der gemeinsamen Erinnerungen

Einen wirklich schönen Grund zum Feiern hatte das Team von Peschel Communications Ende September.

Alles Gute beginnt mit einem schönen Glas Sekt

Um auf das 20-jährige Firmenjubiläum anzustoßen, kamen die Gäste – langjährige Wegbegleiter, (ehemalige) Mitarbeiterinnen und Praktikanten – zum Teil von weit her: Oxford, Southampton, München, Berlin – um nur einige der Städte zu nennen. Gerne kamen sie in die alte Heimat zurück, um Erinnerungen an ihre (gemeinsame) Freiburger Zeit aufzufrischen und sich bei Tapas und einem Glas Sekt auszutauschen.

Bienvenidos de nuevo – willkommen zurück!

Schon die Eröffnungsrede machte es deutlich: In den letzten 20 Jahren hat sich viel getan und es sind viele spannende und unterhaltsame Dinge passiert. Anhand von verschiedenen Objekten illustrierte das Führungsteam ihre persönlichen Highlights aus den beiden vergangenen Jahrzehnten.

Ansonsten stand alles im Zeichen des Wiedersehens: Alte und neue Mitarbeiterinnen mischten sich bunt und es war einfach spannend zu hören, wer sich wann über den Weg gelaufen ist und zu erraten, welcher Name zu welchem Gesicht gehört. Als Location diente das Cabaña – eine wunderbar zentral gelegene und gemütliche spanische Tapasbar im Herzen der Freiburger Altstadt.

Und so ist es wenig verwunderlich, dass das Ganze durch die lockere und entspannte Stimmung etwas von einem großen Familientreffen hatte.

Eine schöne Überraschung war die Jubiläumstorte, die zu später Stunde das kulinarische Angebot abrundete.

Bis in die Morgenstunden wurde getanzt, geredet und gelacht, aber auch der schönste Abend hat irgendwann ein Ende und es wurde Zeit sich zu verabschieden: Bis zum nächsten Jubiläum!

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Die Superkräfte des Projektmanagers

Das Berufsbild des Projektmanagers in der Übersetzungsbranche hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt und weiterentwickelt. Während früher jeder freiberufliche Übersetzer auch „ein wenig“ Projektmanager war – und selbstverständlich auch immer noch ist – gibt es besonders in Übersetzungsunternehmen jetzt immer mehr Spezialisten, die ihren gesamten Arbeitsalltag dem Organisieren von Übersetzungs- und/oder Dolmetschprojekten widmen. Dabei ist die Rolle des Projektmanagers nicht in Stein gemeißelt: Manche Projektmanager kümmern sich als Allrounder auch um Marketing, Vertrieb und die Rechnungsstellung – andere wiederum widmen sich als Spezialisten ausschließlich dem Organisieren der bereits bestätigten Aufträge und deren Lieferung.

Was alle Projektmanager dabei gemeinsam haben, sind ihre „Superkräfte“: Planen, Steuern, Kontrollieren und Abschließen von Projekten gehören nur zu den offensichtlichen Aufgaben. Hinzu kommen Faktoren wie unter Zeitdruck organisieren, sich kreativ und flexibel auf Situationen einstellen, Projekte und Kunden genau kennen, Prozesse optimieren und dabei gelassen den Überblick behalten, frei nach dem Motto „Keep calm and be a hero“.

Eine Konferenz, die alle(s) vereint

Das weit gefächerte Aufgabengebiet eines Projektmanagers, der rasante technische Fortschritt und auch die Ansprüche an die Softskills eines Projektmanagers machen es schwierig, eine Konferenz zu organisieren, die alle unterschiedlichen Bedürfnisse und Interessen unter einen Hut bringt.

Elia hat es auch dieses Jahr wieder geschafft

Mitte September hatte ich als leitende Projektmanagerin bei Peschel Communications die Gelegenheit, zur ND focus Elia’s focus on Project Management nach Porto, Portugal zu reisen. Als einzige Fachkonferenz der Branche bietet sie eine Plattform für Projektmanager der Übersetzungsbranche, die alle dasselbe Ziel verfolgen: ihren Job effizienter zu machen und Prozesse zu optimieren. Nachdem ich 2016 zusammen mit meiner Kollegin Helena Triesch an der ersten Konferenz dieser Art in Barcelona teilnehmen durfte, war ich sehr gespannt, was mich diesmal erwarten würde.

Anders als im letzten Jahr war die ND Focus – Elia’s focus on Project Management 2018 in drei Teile aufgeteilt:

  • Informationen über Neuerungen für technische Lösungen,
  • alles Wichtige rund um den immer schneller werdenden Lokalisierungsprozess, und
  • die kontinuierliche Verbesserung wichtiger Softskills eines Projektmanagers.

Am Vortag der zweitägigen Konferenz mit 96 Teilnehmern aus über 20 Nationen wurde die Möglichkeit geboten, allgemeine Informationen über innovative technische Lösungen für die Übersetzungsbranche zu sammeln. Dabei ging es entweder um die für das Projektmanagement relevanten Aspekte von CAT-Tools oder die Vorstellung von Projektmanagement-Systemen. Anschließend wurden tiefe Einblicke in technische Neuerungen gegeben und durch hilfreiche Tipps zur Nutzung von branchenspezifischen Systemen ergänzt, mit denen wir seit vielen Jahren arbeiten.

Ein lebhafter Ausblick

Der Aufbau der Konferenz ermöglichte es jedem Teilnehmer, sich am ersten Tag alle vier angebotenen Präsentationen anzuhören, um sich die Theoriegrundlage für die am zweiten Tag stattfindenden Workshops anzueignen. Von „Agile Localisation“ über „Different Clients, Different Needs“ bis hin zu „Assertiveness“ (der Kunst des bestimmten jedoch stets freundlichen und konstruktiven Auftretens) war für alle etwas dabei. Zum Abschluss wurde ein lebhafter Ausblick auf die Zukunft des Berufsbildes des Projektmanagers skizziert, vor allem in Bezug auf die rasante technische Entwicklung.

Spannend an den Workshops am zweiten Tag war zunächst die Möglichkeit zur Verbesserung der eigenen Softskills, um die Bedürfnisse von Kunden über die offensichtliche und direkt angefragte Leistung hinaus zu erkennen und Cross-Selling Potentiale individuell bedienen zu können. Besonders wertvoll empfand ich den Austausch mit Kollegen. Die Gespräche während der Workshops, in den Kaffeepausen oder beim Networking Dinner waren unglaublich bereichernd und liefern Ideen für die eigenen Prozesse. Manche Herausforderungen finden sich länderübergreifend in allen Übersetzungsbüros und wurden offen und ohne Konkurrenzdenken von den Konferenzteilnehmern diskutiert.

Ein Austausch unter Kollegen

Aus dieser Kombination aus Theorie, Technik und dem intensiven Austausch mit den Kollegen konnte ich neben konkreten Tipps und Tricks im Umgang mit unseren Systemen viele Ansätze für mich persönlich und neue Ideen für unsere Prozesse bei Peschel Communications mitnehmen. Die ND Focus – Elia’s focus on Project Management ist immer eine Reise wert!

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Die Maschinen werden uns nicht verdrängen

Anja Peschel ist Diplom-Dolmetscherin für Englisch und Spanisch und staatlich geprüfte Übersetzerin.

DREI FRAGEN AN die Dolmetscherin Anja Peschel, die ein zehnköpfiges Übersetzungsbüro durch eine sich wandelnde Branche steuert.

FREIBURG-INNENSTADT. Als Anja Peschel 1998 als Übersetzerin und Dolmetscherin in die Selbstständigkeit gestartet war, steckte das Internet noch in den Kinderschuhen. Mittlerweile führt die 51-Jährige ein Übersetzungsbüro mit zehn Beschäftigten – und das Internet sorgt für neuartige Kommunikationsmöglichkeiten, bietet neue Tools zur Unterstützung, schafft Transparenz auf dem Markt, bringt zusätzliche Aufträge sowie zusätzliche Konkurrenz. Und es bietet eine Basis für Maschinenübersetzung. Holger Schindler hat mit der Unternehmerin über die Herausforderungen ihrer Arbeit gesprochen.

BZ: Werden Sie Ihren Beruf noch bis zum Rentenalter ausüben können oder werden vorher Maschinen Ihren Job übernehmen und dann alle Texte automatisch übersetzen?

Anja Peschel: Die technische Entwicklung ist in der Tat rasant. Ich erinnere mich noch, dass ich damals, als ich 1998 mein Übersetzungsbüro eröffnet habe, fünf Versandtaschen für Disketten gekauft habe. Denn damals wurden fertig übersetzte Texte, wenn sie nicht gefaxt wurden, als Datei auf Diskette verschickt. Ich habe dann genau eine davon verwendet und die anderen später entsorgt. Die E-Mail-Kommunikation hat alles verändert. Wenn heute nun Onlinedienste wie Google-Translate automatische Übersetzungen anbieten, dann macht mir das dennoch nicht allzu viele Sorgen. Maschinen machen immer Fehler, die Menschen nicht machen. Sie erkennen zum Beispiel Fehler im Ausgangstext nicht. Natürlich werden die Maschinen besser und werden auch in Übersetzungsbüros als Hilfsmittel genutzt, aber den finalen Text erstellt immer ein menschlicher Übersetzer. Die Maschinen werden uns nicht verdrängen.

BZ: Das Internet macht den Markt für Übersetzungen transparenter und den Marktzugang leichter. Spüren Sie den verschärften Wettbewerb?

Peschel: Jeder kann Übersetzungsdienstleistungen anbieten, da gibt es keine Zugangsbeschränkungen – und das Internet macht dies natürlich sehr viel einfacher, etwa über entsprechende Vermittlungsplattformen. Doch in der Praxis, wenn es um Qualität und Verlässlichkeit geht, trennt sich meines Erachtens doch schnell die Spreu vom Weizen. Ich denke, dass freiberufliche Einzelübersetzer mehr unter der Entwicklung zu leiden haben und den Preisdruck spüren. Ich habe mich früh dazu entschlossen, unseren Service nicht über den Preis, sondern über die Qualität zu vermarkten. Wenn es um speziellere Texte geht, etwa um medizinische, technische oder juristische Übersetzungen, ist ohnehin das Know-how, die Spezialisierung und Erfahrung des Übersetzers ein entscheidender Faktor. Man muss aber auch sehen, dass das Internet auch zusätzliche Arbeit bringt. Allein schon die durch die neue Datenschutzgrundverordnung nötigen Datenschutzerklärungen in Fremdsprachen haben uns sehr beschäftigt. Auch insgesamt wächst der Übersetzungsmarkt.

BZ: Was muss man mitbringen, wenn man als Übersetzer oder Dolmetscher arbeiten will?

Peschel: Wichtig ist selbstverständlich, dass man die Fremdsprache sehr gut beherrscht und auch die Kultur kennt. Generell sollte man viel Neugier und Offenheit mitbringen – und die Bereitschaft sich auf neue Themen einzulassen, auch wenn sie manchmal zunächst nicht reizvoll erscheinen. Beim Dolmetschen, etwa von Konferenzen und Verhandlungen, muss man sich im Klaren sein, dass dies sehr fordernd ist – auch körperlich. Das ganze Drumherum, Anreise, Arbeitsumfeld und so weiter, ist manchmal ebenfalls sehr anstrengend. Gute Übersetzer sind im Übrigen derzeit sehr gesucht.

Übersetzer in Freiburg
In Freiburg sind, wenn man nach den „Gelben Seiten“ im Telefonbuch geht, mehr als fünf Dutzend Übersetzer, Übersetzerinnen und Übersetzungsbüros tätig. Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) listet in Freiburg 23 Mitglieder auf, die aus dem Englischen ins Deutsche übersetzen. BDÜ-Mitglieder müssen ihre fachliche Qualifikation als Übersetzer nachweisen.[pc_space height=“20″]

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Den Nagel auf den Kopf getroffen – Übersetzung von Redewendungen

Spanisch, double Dutch oder chino?

Redewendungen sind ein fester Bestandteil jeder Sprache. Sie entwickeln sich durch kulturelle und geschichtliche Begebenheiten, die mit der Zeit in Vergessenheit geraten, so dass nur der Wortlaut bleibt. Kaum einer macht sich Gedanken darüber, warum es einem Deutschen spanisch vorkommt, wenn etwas seltsam oder unverständlich ist. Wer weiß schon, dass diese Redewendung wohl auf eine Zeit zurückzuführen ist, als der spanische König Karl V 1519 deutscher Kaiser wurde und die spanischen Gepflogenheiten am Hof unbekannt waren und dem Deutschen als Gewohnheitstier äußerst merkwürdig erschienen.

Kommt das dem Spanier spanisch vor?

Für deutsche Muttersprachler ist das Verständnis dieser Redensart kein Problem. Wir benutzen sie, ohne groß darüber nachzudenken. Für Ausländer, die die deutsche Sprache nicht perfekt beherrschen, sieht die Sache schon anders aus. Würde man Redewendungen wörtlich übersetzen, ergäben sie wenig bis gar keinen Sinn, da nationale Unterschiede – und mögen sie noch so klein sein – eine große Rolle spielen. Gut, dass es sinngemäße Redensarten in anderen Sprachen gibt, die in solchen Situationen helfen. Denn dass etwas Unverständliches dem Spanier spanisch vorkommt, ist doch sehr unwahrscheinlich.

Eier, Erbsen oder Tropfen?

Stattdessen sagen die Spanier “esto me suena a chino”, was wörtlich übersetzt so viel heißt wie: das klingt chinesisch für mich. Auch die Franzosen verbinden chinesisch mit Unverständlichkeit, “c’est du chinois” und in England ist das alles „double-dutch“.
Wenn sich zwei Menschen sehr ähnlich sehen, sagt man in Deutschland, sie gleichen sich wie ein Ei dem anderen. In England ähnelt man sich wie zwei Erbsen “like two peas in a pod” und sowohl in Frankreich als auch in Spanien sieht man sich ähnlich wie zwei Wassertropfen („se ressembler comme deux gouttes d’eau“ und „parecerse como dos gotas de agua“).

Was machen die Eulen in Athen?

Westeuropäische Sprachen haben einen sehr ähnlichen Kulturkreis und sind auch linguistisch gesehen verwandt, daher lassen sich bei ihren Redewendungen Ähnlichkeiten feststellen. Sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden bedient man sich eines griechisch angelehnten Bildes, wenn man Eulen nach Athen trägt. Damit waren sowohl echte Eulen, als auch athenische Münzen gemeint, die damals den Spitznamen „Eulen“ erhielten, da das Tier auf die Rückseite der Münze geprägt worden war. Athen war zeitweise eine sehr reiche Stadt, weswegen Witze darüber gemacht wurden, dass man ja nicht noch mehr Geld nach Athen bringen müsse. Der Brite hingegen trägt Kohle nach Newcastle (“carry coal to Newcastle”), einem Ort in England mit hohem Kohlevorkommen. Der Franzose bringt Holz in den Wald (“porter du bois à la forêt”), der Italiener schüttet Wasser ins Meer (“portare acqua al mare”) und der Spanier verkauft dem Imker Honig (“vender miel al colmenero”).

Die richtige Verwendung von Redensarten gelingt meist erst, wenn man eine Sprache auf sehr hohem Niveau beherrscht. Für Übersetzer und Dolmetscher bringen sie Farbe ins Leben – bereiten aber auch nicht selten Kopfzerbrechen.

Quellen:

https://www.swr.de/wissen/1000-antworten/

https://www.phrases.org.uk/meanings/double-dutch.html

http://www.redensarten.net/Eulen.html

http://www.linguaemundi.info/sprachspiele/sprichworter-und-redensarten

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A–Z der Übersetzung von Dokumenten

Wie der Preis einer Urkundenübersetzung zustande kommt und wie Sie möglichst schnell zu einer guten Übersetzung kommen

Der Arztbericht nach dem Sportunfall im Urlaub, die Bescheinigung über die im Rahmen des Auslandsstudiums absolvierten Kurse oder die für die Hochzeit benötigte Ehefähigkeitsbescheinigung: Das sind typische Beispiele für Dokumente, für die deutsche Behörden eine beglaubigte Übersetzung verlangen. Ansprechpartner dafür sind die sogenannten Urkundenübersetzer. Mit ihrem Stempel und ihrer Unterschrift bescheinigen sie, dass die Übersetzung des ausländischen Dokuments richtig und vollständig ist.

Doch nicht jeder Übersetzer darf diese verantwortungsvolle Tätigkeit ausüben: Nur wer einen Universitätsabschluss als Übersetzer nachweist oder die staatliche Übersetzerprüfung bestanden hat, kann sich gerichtlich beeidigen lassen. Bei der allgemeinen Beeidigung schwört der Übersetzer, seine Tätigkeit nach bestem Wissen und Gewissen auszuüben – die Voraussetzung dafür, die eigenen Übersetzungen beglaubigen zu dürfen.

Wer zum ersten Mal die Dienste eines Urkundenübersetzers in Anspruch nimmt, ist oft überrascht: So viel Geld für so wenig Text? Auf diesem Blatt steht doch fast nichts, Fachwörter gibt es auch keine und es ist alles klar und eindeutig – wie kommt bloß dieser hohe Preis zustande?

Die Übersetzerinnen bei Peschel Communications sind für verschiedene Sprachen beeidigt. Wir arbeiten täglich mit Urkunden aller Art und kennen daher die besonderen Herausforderungen. Um Ihnen eine Vorstellung davon zu vermitteln, wie unsere Arbeit aussieht, haben wir in diesem Artikel die wichtigsten Informationen rund um beglaubigte Übersetzungen für Sie zusammengestellt – und natürlich haben wir auch ein paar Tipps für Sie, wie Sie bei solchen Aufträgen mitunter Geld sparen können.

Urkundenübersetzungen sind sowohl formal als auch inhaltlich schwieriger, als es auf den ersten Blick erscheint. Die Formatierung etwa nimmt viel Zeit in Anspruch. Schauen Sie sich Ihr Dokument in Ruhe an: Entdecken Sie Eintragungen in mehreren Spalten, unregelmäßig aufgeteilte Felder und Stempel oder handschriftliche Notizen? All das muss in der Übersetzung nachvollziehbar sein – und all diese Elemente nachzubilden, erfordert Zeit.

Aber warum ist es überhaupt erforderlich, die Originaldokumente so genau nachzubauen? Nun, die Behörden müssen anschließend die einzelnen Abschnitte der Übersetzung schnell dem Originaldokument zuordnen können.

Auch inhaltlich stellen Urkunden eine ganz besondere Herausforderung dar: gerade in offiziellen Dokumenten werden die unterschiedlichen Rechtssysteme der einzelnen Länder und kulturelle Eigenheiten spürbar. Bei Schulzeugnissen übersetzen wir nicht nur einzelne Worte, sondern müssen auch berücksichtigen, aus welchem Bildungssystem das Dokument stammt. Manchmal können auch Abkürzungen und Zahlen zu Verwirrung führen: Dass es sich bei „205°, 156° y 16°“ auf einem venezolanischen Dokument um eine Datumsangabe handelt („im Jahr 205 (der Unabhängigkeit), 156 (der Föderation) und 16 (der Revolution)“), erfordert Wissen über die Geschichte des Herkunftslandes.

Bei Arbeitszeugnissen wiederum ist es wichtig, den richtigen Ton zu treffen. Jeder weiß, wie viele versteckte Hinweise sich hinter den oft harmlos wirkenden Formulierungen verbergen können. Der Übersetzer muss sich deshalb mit den Konventionen der Ausgangs- und der Zielsprache auskennen, um die passende Botschaft übertragen zu können.

Auch kommt es vor, dass es für Begriffe in der Zielsprache keine direkte Entsprechung gibt. Da hilft nur eine zeitaufwändige Recherche (mehr dazu erfahren Sie hier).

Wie Sie (möglichst schnell) zu einer guten Übersetzung kommen: die wichtigsten Infos von A-Z

  • Ein Angebot für eine Übersetzung können wir Ihnen erstellen, sobald wir Ihre Dokumente gesichtet haben (siehe Termin). Telefonische Auskünfte anhand der Aussage „Es ist nur eine Seite!“ können wir Ihnen leider nicht erteilen, schließlich gleicht keine Seite der anderen.
  • Wie lange wir für eine Übersetzung benötigen, hängt von dem erforderlichen Zeitaufwand und der Auslastung unserer Übersetzer ab. Die ungefähre Bearbeitungszeit teilen wir Ihnen im Angebot mit. Bei der Vereinbarung des genauen Liefertermins berücksichtigen wir jedoch gerne Ihren Wunschtermin.
  • Sie verreisen in wenigen Tagen ins Ausland und benötigen dafür noch die Übersetzung eines wichtigen Dokuments? Für diese Fälle gibt es unseren Express-Service. Dringende Übersetzungen können wir zu einem geringen Aufpreis in der Regel kurzfristig einschieben.
  • Für Sie sind Stempel und handschriftliche Eintragungen oft leichter lesbar als für uns – schließlich kennen Sie die Einrichtung, die das Dokument ausgestellt hat. Helfen Sie uns, Fehler in der Übersetzung zu vermeiden und sparen Sie Zeit (und damit Kosten), indem Sie besonders schwer lesbare Eintragungen abtippen oder in Druckbuchstaben aufschreiben.
  • Informieren Sie sich vorab bei der Behörde, bei der Sie die Übersetzung vorlegen müssen. Fragen Sie nach, welche Textstellen genau übersetzt werden müssen und was die Vorgaben der Beglaubigung sind. Muss die Übersetzung zum Beispiel vom Original erfolgen, d. h. müssen Sie uns das Original vorlegen? Oder reicht es, wenn wir von der Kopie übersetzen? So können wir genau auf die Anforderungen der entsprechenden Behörde reagieren.
  • Da jede Übersetzung auch einen gewissen Verwaltungsaufwand verursacht, haben wir eine Mindestpauschale. Diese berechnen wir grundsätzlich, wenn Sie uns ein einzelnes Dokument vorlegen, auch wenn es nicht sehr viel Text enthält. Wenn Sie also mehrere Dokumente übersetzen lassen müssen, kann es sich lohnen, diese zu sammeln und gemeinsam übersetzen zu lassen.
  • In einzelnen Fällen ist eine notarielle Überbeglaubigung bzw. Unterschriftenbeglaubigung erforderlich – zum Beispiel, wenn Sie noch eine Apostille benötigen. Bei der Überbeglaubigung handelt es sich um einen zusätzlichen Beglaubigungsvermerk eines Notars, der die Echtheit der Unterschrift des Übersetzers bestätigt. Dazu muss der Übersetzer persönlich beim Notar erscheinen.
  • Während wir Fachübersetzungen wie beispielsweise Bedienungsanleitungen oder Verträge nach Zeilen- oder Wörterzahl abrechnen, setzen wir für Dokumente Pauschalpreise Dies hängt damit zusammen, dass das Layout der Übersetzung dem Originallayout so weit wie möglich entsprechen soll. Wichtiger Hinweis für Sie: Unsere Pauschalpreise berücksichtigen sowohl die Übersetzung als auch den Zeitaufwand für die Formatierung und die Beglaubigung der Übersetzung. Und die Preise sind fest: Teurer als im Angebot wird es auf keinen Fall.
  • Qualität wird bei uns großgeschrieben: Alle unsere Übersetzungen werden von einem Muttersprachler der Zielsprache übersetzt und anschließend von einem zweiten Übersetzer korrekturgelesen. Mehr erfahren Sie hier.
  • Einen Termin benötigen Sie nicht. Bringen Sie uns Ihre Dokumente während unserer Öffnungszeiten (Mo–Fr: 09:00 – 18:00 Uhr) vorbei oder schicken Sie sie uns eingescannt per E-Mail zu (kontakt@peschel-communications.de). Wir erstellen Ihnen dann gerne ein unverbindliches Angebot.
  • Soll eine Übersetzung im Ausland vorgelegt werden, muss sie in manchen Fällen zusätzlich vom Landgericht mit einer Apostille versehen werden. Dabei wird die Unterschrift des beeidigten Übersetzers von einem Notar beglaubigt (siehe notarielle Überbeglaubigung). Wenn die Unterschriftenbeglaubigung vorliegt, wird das Dokument zum Landgericht gebracht, um es dort mit einer Apostille oder einem vergleichbaren Legalisationsvermerk (je nach Zielland) versehen zu lassen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder übernehmen wir dies für Sie oder Sie erledigen es selbst, um weitere Kosten zu sparen.
  • Vor allem bei mehrseitigen Dokumenten – wie zum Beispiel Gerichtsurteilen – kann es vorkommen, dass nur ein Ausschnitt davon wirklich von Bedeutung ist. Informieren Sie sich vorab, was Sie genau benötigen, und markieren Sie die wichtigen Passagen. So können Sie Kosten für unnötig übersetzte Textteile sparen.
  • Zufriedene Kunden sind uns wichtig. Haben Sie noch Fragen oder Anregungen? Dann rufen Sie uns anschreiben Sie uns eine E-Mail oder kommen Sie persönlich vorbei.

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Jogginghose oder Business Casual? Von der Festanstellung in die Selbständigkeit und zurück

Ein Großteil der in Deutschland tätigen Übersetzerinnen und Übersetzer[1] arbeitet freiberuflich, unter den Mitgliedern des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ) in Baden-Württemberg sind es sogar stolze 87 Prozent.[2] Doch woran liegt das? Ein Grund für diesen hohen Anteil ist sicher die geringe Anzahl an Stellenangeboten in der Branche. Will man sein täglich Brot mit Übersetzen verdienen, bleibt oft nur der Weg in die Selbständigkeit.

Die schlechteste Option ist das nicht: Eine Freiberuflerin kann (theoretisch) als „digitale Nomadin“ mit dem Laptop von jeder Strandbar der Welt aus arbeiten, dabei genug Geld verdienen und ist ihre eigene Chefin. Warum sollte man das gegen einen Nine-to-five-Job eintauschen?

Wer von der Freiheit der Selbständigkeit gekostet hat, dem erscheint eine Rückkehr ins Angestelltenverhältnis oft schon nach kurzer Zeit völlig absurd. So ging es lange Zeit auch mir: Nachdem ich mehrere Jahre als Projektmanagerin in einer Übersetzungsagentur gearbeitet hatte, machte ich mich – akribisch vorbereitet und hochmotiviert – Anfang 2014 in Ulm selbständig. Drei Jahre später zog es mich familiär bedingt nach Freiburg. Da passte es hervorragend, dass just zu diesem Zeitpunkt im Team von Peschel Communications eine Stelle frei wurde. Nach kurzem Zögern entschloss ich mich, zurück ins Angestelltenverhältnis zu wechseln, und bin nun seit April letzten Jahres Teil des internen Übersetzerinnenteams. Als zuvor freiberuflich tätige und jetzt festangestellte Übersetzerin kenne ich also die Vorzüge und die Schattenseiten beider Arbeitsweisen.

Absicherung vs. unternehmerische Freiheit

Wer sich selbständig macht, muss sich aktiv mit Themen wie Krankenversicherung und Altersvorsoge auseinandersetzen: Wie kann man sich absichern, um beispielsweise bei längerer Krankheit den Verdienstausfall zu kompensieren? Was für Möglichkeiten der Altersvorsorge gibt es? Aber nicht nur das, mit einem Mal sind auch ganz andere Aspekte wichtig: Was passiert, wenn aufgrund einer fehlerhaft erstellten Übersetzung eine Broschüre neu gedruckt werden muss – gibt es auch dafür eine Versicherung?

Zuerst stehen jedoch grundsätzliche Fragen an. Muss man die Selbständigkeit irgendwo anmelden? Braucht man einen Gewerbeschein? Ist man jetzt zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet – und wenn ja, was gilt es da zu beachten? Wie war das nochmal mit der Umsatzsteuer?

Diese Fragen stellen sich im Angestelltenverhältnis naturgemäß nicht. Freiberuflerinnen hingegen müssen sich mit einer ganzen Reihe an Dingen befassen, die auf den ersten Blick gar nicht zur Arbeit einer Übersetzerin gehören: Plötzlich müssen Kunden akquiriert, Preise kalkuliert, Angebote geschrieben, Rechnungen gestellt und Unterlagen archiviert werden, damit am Ende des Monats Geld auf dem Konto ist. Ein regelmäßiges, festes Gehalt gibt es nicht.

Da die Welt nicht sofort weiß, dass man nun als selbstständige Übersetzerin arbeitet, gehört auch die Beschäftigung mit Marketing, eigener Website und sozialen Medien von Anfang an zum Arbeitsalltag. Nichts davon wird in den einschlägigen Studiengängen vermittelt, sodass nicht nur Motivation, Ehrgeiz und Eigeninitiative gefragt sind, um sich das nötige Wissen anzueignen, sondern auch Kreativität und ein gewisses Durchhaltevermögen. Kurzum: Freiberufliche Übersetzerinnen sind zugleich auch Unternehmerinnen.

Dazu gehört beispielsweise auch, keine Angst vor Investitionen zu haben. Ein Programm zur computergestützten Übersetzung (CAT-Tool) kostet nun mal ein paar hundert Euro. Doch wer als Fachübersetzerin professionell arbeiten will, kommt heutzutage um diese Anschaffung nicht herum – und muss sich dann regelmäßig darum kümmern, Lizenzen und Software-Versionen auf dem neuesten Stand zu halten.

Nicht nur in technischer Hinsicht ist es wichtig, am Ball zu bleiben. Um am Markt bestehen zu können, ist auch Expertenwissen gefragt. Je besser man sich in einem bestimmten Fachgebiet auskennt, desto schneller geht die Arbeit von der Hand – und ist man erst einmal eingearbeitet, kann man auch mit dem Kunden, oft genug Autor des Texts, ganz anders kommunizieren und ihn vielleicht sogar auf inhaltliche Fehler in den Texten hinweisen. Das schafft Vertrauen – ein Faktor, der in der Kundenbeziehung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Ständige Fortbildungen sind also Pflicht, und die entsprechenden Workshops und Seminare sind Investitionen, die sogar doppelt zu Buche schlagen: Neben den Seminargebühren müssen auch Kosten für Anfahrt und Verpflegung einkalkuliert werden. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass man in dieser Zeit kein Geld verdient. Natürlich rechnen sich solche Investitionen langfristig, doch der Gedanke, erst einmal Geld in die Hand zu nehmen, bevor überhaupt welches auf dem Konto landet, ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Ein wenig tröstet da die Aussicht, dass all diese Kosten später von der Steuer abgesetzt werden können …

Strukturierter Tagesablauf vs. Flexibilität

Schnell auf einen Kaffee in die Stadt? Als Freiberuflerin kein Problem, die Übersetzung mache ich heute Abend fertig, Liefertermin ist ohnehin erst morgen früh. Die Flüge nach Argentinien sind gerade besonders günstig? Perfekt, meinen Urlaub muss ich nirgendwo beantragen, los geht’s, ich bin dann mal einen Monat weg!

Wer selbständig tätig ist, genießt Freiheiten, von denen Angestellte oft nur träumen. Diese Flexibilität hat allerdings eine Kehrseite. Es ist ein weithin bekanntes Klischee, in dem viel Wahrheit steckt: Man arbeitet „selbst“ und „ständig“. Es gibt immer etwas zu tun, und sei es nur das Sortieren von Unterlagen oder ein Brainstorming für die Neugestaltung der eigenen Website. Vor allem im Home-Office ist es alles andere als einfach, da einen Schlussstrich zu ziehen. Wenn die Grenzen zwischen Privatem und Beruflichem immer weiter verschwimmen, kann das auf Dauer zu einer echten Belastung werden.

Und, natürlich, der berühmte innere Schweinehund: Ist man nicht gezwungen, morgens um halb acht das Haus zu verlassen und sich auf den Weg zur Arbeit zu machen, erfordert es einiges an Disziplin, zu einer bestimmten Uhrzeit am Schreibtisch zu sitzen. Hat man sich erst einmal aufgerafft, ist es ohne die „soziale Kontrolle“ und die Arbeitsatmosphäre eines Büros gar nicht so einfach, am Ball zu bleiben und sich nicht von allen möglichen Versuchungen ablenken zu lassen.

Sind morgens hingegen noch andere Menschen im Raum, passiert es nicht ganz so schnell, dass man zwischendurch eine halbe Stunde mit Zeitung lesen verbringt – dafür sorgen allein die geschäftig klappernden Tastaturen der Kolleginnen. Und wenn um 18 Uhr das Büro offiziell schließt, beginnt etwas, das vielen Freiberuflerinnen fast unbekannt ist: der Feierabend, an den sich freitags sogar ein komplett arbeitsfreies Wochenende anschließt.

Bezahlten Urlaub gibt es für Selbständige natürlich nicht, und wirklich abzuschalten, ist gerade zu Beginn eine Herausforderung. Mir bereiteten damals mehrere Fragen schlaflose Nächte: Werden mich die Kunden vergessen, wenn ich mal länger weg bin? Sollte ich doch ab und zu meine E-Mails abrufen, trotz der eingestellten Abwesenheitsnotiz? Was ist, wenn es Fragen zur letzten abgelieferten Übersetzung gibt? Und dieses kurze Lektorat könnte ich doch heute Abend schnell am Laptop erledigen? Im digitalen Zeitalter ist die Versuchung groß, selbst am Río de la Plata noch aufs Smartphone zu schauen. Manchmal wird so aus dem Urlaub dann schneller eine Arbeitsreise als geplant.

Teamgeist vs. Einzelkämpferin

Während freiberufliche Übersetzerinnen am heimischen Schreibtisch nach Lust und Laune schalten und walten können, ist im Büro Rücksichtnahme gefragt: Lautes Musikhören, private Telefonate oder E-Mails checken ist normalerweise nicht möglich. Auch die Reihenfolge der Arbeit ist strikter festgelegt, denn eine zu spät fertig gestellte Übersetzung kann den gesamten Zeitplan der Kolleginnen durcheinanderbringen, die für die Revision zuständig sind. Dafür kann man sich als angestellte Übersetzerin ganz auf die Arbeit am Text konzentrieren, denn andere Tätigkeiten wie Projektmanagement und Social-Media-Marketing fallen hier schlicht nicht in den eigenen Aufgabenbereich.

Die technischen Rahmenbedingungen sind in einem Büro mit mehreren Kolleginnen ebenfalls vorgegeben. Welches CAT-Tool verwendet wird, kann man dort nicht selbst entscheiden, und für die Terminologiepflege gelten strenge Regeln, die es einzuhalten gilt, damit aus dem sorgsam konzipierten System kein chaotischer Datenhaufen wird. Im Gegensatz dazu können Freiberuflerinnen das CAT-Tool meist selbst bestimmen und individuell festlegen, nach welchen Regeln einzelne Begriffe in die Terminologiedatenbank eingepflegt werden. Ob daraus Durcheinander entsteht oder eine sinnvolle Struktur, liegt in der eigenen Verantwortung.

Gleichzeitig bietet die Arbeit in einem Team entscheidende Vorteile. Mal schnell die britische Muttersprachlerin gefragt, wie sie diese komplizierte Stelle in dem englischen Vertrag versteht, oder mithilfe einer Kollegin ein CAT-Tool-Problem gelöst: Während ich als Freiberuflerin dafür E-Mail oder Telefon bemühen musste, ist das heute im Büro eine Sache von Minuten.

Die Kolleginnen helfen aber nicht nur bei kniffligen Stellen im Text oder technischen Problemen, bei denen man alleine nicht weiterkommt. Auch wenn es darum geht, einer eigentlich schon fertigen Übersetzung den letzten Schliff zu verleihen oder Fehler auszumerzen, erweist sich die direkte Zusammenarbeit als von unschätzbarem Wert. Da jede Übersetzerin eine andere Herangehensweise an einen Text hat, gibt es allein bei der Besprechung der Korrekturen einiges zu lernen. Und natürlich sehen die unvoreingenommenen Augen der Revisorin oft mehr als die eigenen – vor allem dann, wenn man sich tage- oder wochenlang in ein Thema eingearbeitet hat und vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Der direkte Austausch mit Kolleginnen ist eine große Bereicherung und verhindert (zumindest ein Stück weit) das „Schmoren im eigenen Saft“, gegen das man im Home-Office sehr viel proaktiver ankämpfen muss.

Fazit

Ob freiberuflich tätig oder festangestellt – beide Arbeitsweisen haben ihre Vor- und Nachteile. Wie man die jeweiligen Herausforderungen des Arbeitsalltags bewältigt, ist meiner Erfahrung nach letztendlich Typsache. Für mich persönlich gibt es kein pauschales „besser“ oder „schlechter“. So wie ich als Selbständige die Unabhängigkeit und die Freiheit genossen (und zahlreiche Wochenenden durchgearbeitet) habe, weiß ich nun geregelte Arbeitszeiten und vor allem die Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen bei Peschel Communications zu schätzen.

[1] Angesichts der in der Übersetzungsbranche herrschenden Geschlechterverhältnisse verwende ich im Folgenden das generische Femininum, wenn Übersetzerinnen und Übersetzer (bzw. Freiberuflerinnen und Freiberufler) gemeint sind.

[2] http://bw.bdue.de/fuer-mitglieder/informationen-zum-beruf/freiberuflichkeit/

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Mit dem Fahrrad Richtung Übersetzerlaufbahn

Während einer Benefiz-Radtour für die American Lung Association mit einer Gruppe von 35 Personen quer durch die Vereinigten Staaten hat man viel Zeit zum Nachdenken. Wo bin ich gewesen? Wo gehe ich hin? Was will ich noch erreichen? Während der sieben Wochen, die ich im Sommer 2005 die 3.250 Meilen von Seattle, Washington nach Washington, D.C. radelte, fasste ich den Entschluss, meine Karriere in eine neue Richtung zu führen. Eine Radlerfreundin, die in Seattle eine Übersetzungsfirma für Deutsch-Englisch gegründet hatte, wurde meine Mentorin. Jahre später, nach meinem Bachelor-Abschluss in Deutsch, habe ich meine Stelle als Programmiererin für Datenintegration aufgegeben, um mich auf die neue Karriere zu konzentrieren. Auch mein Mann unterstützte meine Idee, einige Monate in Freiburg zu verbringen. Ich bewarb mich um ein Praktikum bei Peschel Communications, aber leider war für den richtigen Zeitraum keine Stelle frei. Dann der Glücksfall: Am Morgen meines Abfluges aus Seattle erhielt ich eine Mail mit der Frage, ob ich mich noch für ein Praktikum interessiere. Aber selbstverständlich!

„Programmieren ähnelt dem Übersetzen!“

Möglicherweise ist es überraschend, dass Übersetzer und Programmierer einiges gemeinsam haben. Die Tätigkeit von Programmierern ähnelt dem Übersetzen: sie denken und arbeiten in zwei (oder mehreren!) unterschiedlichen Sprachen. Programmiersprachen werden jedoch im Allgemeinen nicht gesprochen. Ein Programmierer wird wohl kaum in Verlegenheit kommen, weil er (oder sie) während eines Gesprächs das richtige Wort nicht findet und nur Wörter aus der „anderen“ Sprache einfallen. Auch das Büroleben ist vergleichbar. Softwareentwicklung-Teams, die agilen Methoden folgen, machen morgens eine kurze Besprechung, um wichtige Punkte und anstehende Arbeit zu diskutieren. Bei Peschel kommt das Team morgens kurz zusammen, um Kunden-Feedback zu besprechen, die Liste der fälligen Projekte durchzugehen und kurzfristige Änderungen im Arbeitsablauf abzustimmen. Peschel Communications setzt hohe Standards an: Jede Übersetzung wird von einer zweiten Person überprüft, bevor sie an den Kunden geliefert wird. Auch beim Programmieren empfiehlt es sich, den Code von einer zweiten Person prüfen zu lassen. Sowohl beim Programmieren als auch beim Übersetzen ist Feedback von Kollegen und Kunden ist ein wesentlicher Teil des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.

„Durch die Ratschläge einer Fachübersetzerin lernt man viel mehr als im Unterricht“

Was ich an meinem Praktikum am meisten schätze, ist das Feedback. Ich durfte Dutzende von Texten unterschiedlicher Länge, Komplexität und Inhalts übersetzen. Jedes Projekt wurde von einer erfahrenen Kollegin Korrektur gelesen. Durch die Ratschläge einer Fachübersetzerin, die unmittelbares Feedback zu Übersetzungen aus der Praxis gibt, lernt man viel mehr, als man im Unterricht oder durch selbständiges Lernen je erreichen kann. Praktikanten bei Peschel Communications üben sich auch in der Verwendung von CAT-Tools. CAT-Tools helfen auch im Feedback-Prozess, da sie über „Kommentar“ und „Änderungen nachverfolgen“ Funktionen verfügen. Dies ist besonders dann nützlich, wenn die Praktikantin sich die Zeit nimmt, die Kommentare durchzulesen, bevor sie diese mit der Mentorin bespricht, was zu einer noch produktiveren Lernmöglichkeit führt.

Die Wichtigkeit des lebenslangen Lernens

Praktikantin zu sein hat für mich die Wichtigkeit des lebenslangen Lernens bestätigt. Die Zusammenarbeit mit dem Team, das Lernen von den intelligenten und qualifizierten Fachübersetzerinnen und ihr Engagement für hochqualitative Übersetzungen waren eine großartige Erfahrung für mich. Obwohl ich noch einige Meilen vor mir habe, fühle ich mich auf dem richtigen Weg zum beruflichen Übergang, der mit einem Tagtraum begann, als ich vor 12 Jahren irgendwo im Bundesstaat Montana bergauf radelte.

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Bad Simple English: 15 Gründe, warum Dolmetscher Mehrwert schaffen

In diesem Jahr konnte ich mein 20-jähriges Berufsjubiläum als Konferenzdolmetscherin feiern. Wenn ich auf meine bisherige berufliche Laufbahn zurückblicke, fällt besonders ein Trend auf: Immer mehr internationale Konferenzen und Meetings verzichten ganz auf Dolmetscher und werden auf Englisch abgehalten – auch wenn Englisch für die Mehrheit der Teilnehmer und Redner eine Fremdsprache ist.

Die Entscheidung für Englisch als Lingua Franca wird meist mit der erhofften Kostenersparnis begründet. Aber zahlt sich diese Ersparnis wirklich aus? Schließlich besteht die Rechnung aus mehr Faktoren, als auf den ersten Blick erkennbar sein mag.

1. Begrenztes sprachliches Repertoire

Redner, die nicht aus dem vollen Repertoire ihrer Muttersprache schöpfen können, sind sprachlich eingeschränkt. Auch wenn laut dem EF English Proficiency Index[1] 62,35 % der Deutschen gute Englischkenntnisse haben, ist ihre sprachliche Kompetenz von der eines Muttersprachlers meist weit entfernt: Ein gebildeter englischer Muttersprachler hat einen aktiven Wortschatz von 10.000 Wörtern, von deutschen Abiturienten werden ca. 3.000 Wörter erwartet. Und während Deutschland immerhin Platz neun im EF English Proficiency Index belegt, liegt Frankreich auf Platz 32. Insbesondere bei einem international sehr gemischten Publikum muss man deshalb von einem eher niedrigen Niveau, also Bad Simple English, ausgehen.

2. Sprache als Ausdruck von Kompetenz

Nicht wenige Redner erwecken durch die Verwendung von Englisch den Eindruck, nicht sonderlich kompetent zu sein. Ich habe schon Fälle erlebt, in denen ein Redner, der eine fachliche Koryphäe ist, sich schlichtweg blamiert hat, weil ihm Wörter nicht eingefallen sind und er begann, zu stottern.

3. Wichtig ist auch, was nicht gesagt wird

Weniger auffällig, aber trotzdem ungünstig für den Experten ist es, wenn er– besonders bei der Beantwortung von Fragen – nicht alles sagt, was er weiß, weil ihm die sprachlichen Mittel dazu fehlen.

4. Witzfreie Zone

Dazu kommt, dass alles, was einem Vortrag Farbe gibt und ihn unterhaltsamer macht, wie Wortwitz, Wortspiele und abwechslungsreiche Formulierungen, in der Fremdsprache deutlich reduziert ist. Der Vortrag wirkt trockener. Und wer die Situation, vor einem Publikum zu sprechen, sowieso schon nervenaufreibend genug findet, wird in der Fremdsprache wohl kaum lockerer werden.

5. Erschwertes Zuhören

Auch für Zuhörer mit einem relativ guten fremdsprachlichen Niveau ist das Zuhören auf Englisch erschwert. Jemand, der sein Englisch als Fremdsprache in den USA gelernt hat, hat vermutlich Verständnisprobleme, wenn ein Schotte spricht – ganz zu schweigen von der breiten Palette an nichtmuttersprachlichen Akzenten wie der griechische, italienische oder dänische, die bei einer internationalen Zusammensetzung an Redner geboten werden.

Auch die typischen Grammatikfehler der einzelnen Nationalitäten sind für Angehörige anderer Sprachgruppen oft schwierig nachzuvollziehen und erschweren das Verständnis.

6. Kleinster gemeinsamer Nenner

Wenn also ein Nicht-Muttersprachler Englisch spricht und das Publikum ebenfalls andere Muttersprachen als Englisch hat, bleibt nur noch der kleinste gemeinsame Nenner.

7. Wer versteht schon „echtes“ Englisch?

Wenn nun aber ein Redner aus dem englischsprachigen Raum stammt, sein Publikum aber weitgehend aus anderen Ländern kommt, ergibt sich eine andere Problematik: Die große Bandbreite der Akzente im Englischen – vom Südstaatakzent bis zu indischem Englisch – gepaart mit komplexen Satzstrukturen, einem sehr breiten Wortschatz (das Englische verfügt über doppelt so viele Wörter wie das Deutsche!) und einer meist hohen Redegeschwindigkeit bauen eine enorme Verständnishürde auf. Ich habe es nicht selten erlebt, dass bei Konferenzen, bei denen deutsche Redner vor deutschem Publikum auf Englisch sprechen, alle Zuhörer folgen können, doch sobald ein Brite spricht, greifen alle zu ihren Headsets, um lieber den Dolmetschern zuzuhören.

8. Kein Mut zu Fragen

Zuhörer, die einem Vortrag zwar auf Englisch folgen, bringen nicht unbedingt den Mut auf, Fragen zu stellen, wenn dies auf Englisch geschehen muss. Besonders bei Veranstaltungen, bei denen ein Dialog gewünscht ist, kann das zu einem etwas schleppenden Verlauf führen.

9. Wissen bleibt auf der Strecke

Der Erfolg der Wissensvermittlung ist also bei der Verwendung von Englisch als Lingua Franca reduziert. Dies wurde durch eine an der Universität Wien durchgeführte Studie bestätigt, die signifikante Unterschiede im Hinblick auf vermittelte Inhalte zwischen muttersprachlicher Vermittlung und Verwendung von Englisch durch und für Nicht-Muttersprachler feststellte[2].

10. Englisch macht müde

Wer sich schon einmal einen ganzen Tag nur in einer Fremdsprache verständigt hat, weiß, wie ermüdend das ist. Das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften hat dieses Phänomen erforscht und festgestellt, dass man in der Zweitsprache für die gleiche Leistung deutlich mehr Ressourcen braucht[3]. Laut den Wissenschaftlern liegt dies daran, dass „grammatische Verarbeitungsprozesse bei Fremdsprachlern nicht automatisiert sind“. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob es im Interesse eines Konferenzveranstalters sein kann, die Konferenzteilnehmer so müde zu machen, dass sie spätestens nach dem Mittagessen nicht mehr aufnahmefähig sind.

11. Emotionslose Zuhörer

Neben der Wissensvermittlung leiden auch andere Ebenen der Kommunikation: Bei Veranstaltungen, bei der die Menschen emotional erreicht werden sollen, wie etwa bei Verkaufsveranstaltungen oder auch bei Fortbildungsseminaren, ist die Verwendung von Englisch als Lingua Franca ebenfalls kritisch zu sehen. Wie die Zeit berichtet, legt „die Muttersprache einen tieferen emotionalen Resonanzraum in uns [an]….Ihre Worte lösen stärkere emotionale Reaktionen bei uns aus.“[4]

12. Interkulturelle Reibungsverluste

Oft nicht erkannt werden auch die kleinen Reibungen, die durch kulturelle Unterschiede ausgelöst werden, wenn etwa ein Deutscher nicht so oft „please“, „would you“ oder „could you“ sagt, wie sein britisches Gegenüber es von einem höflichen Gesprächspartner erwartet.

13. Durch Sprachkenntnisse definierte Zielgruppe

Schon im Vorfeld einer Konferenz – bei deren Vermarktung – spielt es eine große Rolle, ob Englisch als Lingua Franca eingesetzt werden soll. Mit der Beschränkung auf Englisch findet auch eine Beschränkung des Kreises potentieller Redner und Konferenzteilnehmer statt. Durch die Voraussetzung für Redner, auf Englisch vorzutragen, werden Sprachkenntnisse – nicht Fachkenntnisse – zum entscheidenden Kriterium für die Rednerauswahl.

14. Aufeinander zugehen

Nicht zuletzt ist die Möglichkeit des Gebrauchs der Muttersprache ein Zeichen des Entgegenkommens. Auf der Website des Goetheinstituts steht dazu: „Es ist im Interesse aller Sprecher, ob Fremdsprachler oder Muttersprachler, dass ihre Sprache in möglichst vielen Situationen gebraucht wird. Daraus bezieht sie ihren Wert als Kommunikations- und Kognitionsmittel wie auch als berufliches Qualifikationsmerkmal”. Konferenzteilnehmer aus Italien, Spanien und Frankreich werden sich auf einer Veranstaltung sicher sehr viel willkommener fühlen, wenn sie auf Italienisch, Spanisch und Französisch angesprochen werden, als wenn sie auf Englisch reduziert werden.

15. Und was soll das kosten?

Immer wieder höre ich von Konferenzveranstaltern, dass die Kosten für echte Mehrsprachigkeit mit Hilfe von Dolmetschern zu hoch sind.

Wenn man jedoch bedenkt, wie viel erfolgreicher eine Konferenz insgesamt werden kann, wenn die qualifiziertesten Redner auftreten, der potenzielle Teilnehmerkreis nicht durch Sprachbarrieren begrenzt wird, keine Zeit durch sprachliche Missverständnisse verloren geht, die Teilnehmer emotional und inhaltlich bestmöglich erreicht werden, wird schnell klar, dass Dolmetscher eine lohnende Investition darstellen.
[1] https://www.ef.de/epi/

[2] http://othes.univie.ac.at/16750/
[3] http://www.cbs.mpg.de/institut/forschung/zweitsprache
[4] http://www.zeit.de/zeit-wissen/2015/02/sprache-veraenderung-persoenlichkeit/seite-2

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Viele Wege führen nach Rom – und zum Übersetzen

Interview mit Marnie Christensen

Woher kommst du und wie bist du Übersetzerin geworden?

Ich bin in New Glarus, einer Gemeinde im US-amerikanischen Wisconsin aufgewachsen, südlich der Hauptstadt Madison. New Glarus wurde nach der Schweizer Gemeinde Glarus benannt und ist auch als „Amerikas kleine Schweiz“ bekannt. New Glarus ist sehr stolz auf seine Herkunft. Durch die vielen Feste, die dort gefeiert werden, war ich schon als Kind von der (Schweizer-)deutschen Sprache umgeben. Mit sieben habe ich dank meiner Mutter angefangen, Deutsch zu lernen. Sie ist ehemalige Deutschlehrerin und hat Deutschkurse für mich und meine Klassenkameraden nach der Schule angeboten. Mein Interesse für Sprache und Kultur wurde also schon früh geweckt.

Übersetzen als Beruf wurde am College nicht thematisiert, weswegen ich auch nie auf die Idee kam, es direkt zu studieren. Ich strebte also eine akademische Karriere an und entschied mich für ein Germanistikstudium, um weiterhin mit Sprachen zu arbeiten.

Im Rahmen meines Masterstudiums absolvierte ich ein Auslandsjahr in Berlin. Als ich dort war, hatte ich durch Zufall die Gelegenheit, für ein akademisches Zentrum als Übersetzerin zu arbeiten. Ich fand die Arbeit spannend und sah gleich die Möglichkeit, meine Sprachkompetenz sowie die Fähigkeiten, die ich im Studium erlernt hatte, praktisch anzuwenden. Nach meiner Rückkehr in die USA arbeitete ich weiterhin als Übersetzerin und belegte gleichzeitig ein Fernstudium an der New York University, um mehr über die Branche, die verschiedenen Übersetzungstools und auch Gebiete wie Recht, Wirtschaft und Technik zu lernen. Mit meiner Einstellung bei Peschel Communications vor zwei Jahren habe ich den Sprung ins Vollzeit-Übersetzen gewagt und kurz danach auch die Staatliche Prüfung als Übersetzerin erfolgreich abgelegt.

Und wie kamst du zu Peschel Communications?

Als ich nach Freiburg kam, habe ich mich über die Übersetzungsbranche vor Ort informiert. Dabei bin ich auf die Website von Peschel Communications gestoßen. Die Möglichkeit, in einem Team zu arbeiten und von erfahrenen Übersetzern zu lernen, hat mich gereizt. Dazu kam, dass ich mich mit dem Leitbild, dem Qualitätsanspruch und dem Fokus auf der engen Zusammenarbeit mit den Kunden identifizieren konnte. Kurz gesagt, ich sah hier die Möglichkeit mich als Übersetzerin weiterzuentwickeln. Ich habe das Büro im Auge behalten und als eine Stelle für Englisch frei wurde, habe ich mich beworben.

Was gefällt dir an deiner Arbeit besonders gut?

Ich finde es toll, jeden Tag in Sprache eintauchen zu können. Ich habe Spaß daran zu formulieren und mir zu überlegen, wie ich eine Botschaft am besten ins Englische bringen kann. Dazu kommt, dass wir bei Peschel Communications mit vielen spannenden und auch unterschiedlichen Themen zu tun haben. Ein Arbeitstag kann zum Beispiel so aussehen: Am Morgen lasse ich bei einer Werbebroschüre meiner Kreativität freien Lauf, danach folgt ein Rechtstext – da ist wiederum Präzision gefragt. Und zum Schluss tauche ich noch in die Welt der erneuerbaren Energien ein. Bei einer so abwechslungsreichen Arbeit wird es einem nie langweilig.

Welche Sprachen sprichst du und würdest du gerne noch eine weitere Sprache lernen? Wenn ja, welche?

Zusätzlich zu Englisch und Deutsch habe ich an der Uni auch ein bisschen Russisch gelernt, aber das ist leider etwas länger her. Ich würde gerne noch viele Sprachen lernen. Durch die geografische Nähe zu Frankreich steht Französisch momentan ganz oben auf meine Liste.

Wie findest du nach stundenlanger konzentrierter Arbeit deinen Ausgleich?

Da ich meinen Arbeitsalltag vor dem Bildschirm verbringe, gehe ich in meiner Freizeit gerne in die Natur – meistens wandern oder Fahrrad fahren. Ich koche auch sehr gerne und spiele ein bisschen Klavier.

Wann bist du mit einer Übersetzung zufrieden?

Eine gute Übersetzung muss nicht nur den Inhalt des Texts wiedergeben, sondern auch wirken, als ob sie in der Zielsprache geschrieben wurde. Wenn ich übersetze, schaue ich natürlich, dass alle Inhalte richtig und fachgerecht übertragen werden. Mir ist aber genauso wichtig, dass die Übersetzung klar formuliert ist und stilistisch passt. Denn wenn der Leser über nicht gängige Formulierungen stolpert oder sich durch verschachtelte Sätze kämpfen muss, um die Übersetzung zu verstehen, geht die Wirkung des Ausgangstexts verloren. Ich arbeite an einer Übersetzung, bis ich das Gefühl habe, dass alles stimmt und ich den Text auch selber gerne lesen würde. Letztendlich ist Stil aber auch etwas Subjektives. Deshalb bin ich erst richtig zufrieden, wenn ich weiß, dass es der Kunde auch ist.

Welche Rolle spielt der Kontext bei einer Übersetzung?

Es wird vermutlich nicht überraschen, dass man für Fachleute anders als für Laien schreibt und dass ein Marketingtext anders formuliert wird als ein Vertrag. Auch haben viele Wörter je nach Kontext verschiedene Bedeutungen und müssen entsprechend anders übersetzt werden. Wenn mit „Absatz“ ein Textabschnitt gemeint ist, sagt man auf Englisch „paragraph“. Im wirtschaftlichen Kontext heißt es hingegen „sales“. Und sollte ein Absatz in einem Text über Mode vorkommen, ist vermutlich „heel“ gemeint.
Eine Kollegin hat mir neulich einen Witz erzählt: Wie viele Übersetzer braucht man, um eine Glühbirne auszuwechseln? – Es kommt auf den Kontext an. Soll heißen: der Kontext ist wahnsinnig wichtig. Oft kann man ihn sich aus dem Text erschließen, aber manchmal reicht das nicht aus. Ein Beispiel, das bei mir in letzter Zeit häufiger vorkam, ist ein Schreiben mit Anhang. Auf Deutsch kann man einfach sagen, weitere Informationen finden Sie in der angehängten Broschüre. Auf Englisch macht es aber etwas aus, ob dieses Schreiben per Post (the enclosed brochure) oder per E-Mail (the attached brochure) gesendet wird.

PC oder Rotstift, was würdest du wählen, wenn du könntest?

Vor einiger Zeit wurde ich gebeten, für einen Kunden ein Lektorat auf Papier mit Rotstift anzufertigen. Zuerst war es für mich etwas ungewohnt, aber es hat mir dann doch gut gefallen. Es war schön, mal vom Bildschirm wegzukommen, und schließlich nimmt man einen Text auf Papier auch anders wahr. Auch wenn ich gerne mal zur Abwechslung mit Rotstift arbeiten würde, ist der Job inzwischen ohne Computer undenkbar. Von Wörterbüchern zu Fachartikeln bis hin zu den Websites unserer Kunden geschieht unsere Recherchearbeit fast ausschließlich online. Darüber hinaus arbeiten wir mit einem Übersetzungstool, das unsere Übersetzungen abspeichert und in das wir auch Terminologie eintragen. Dort können wir zum Beispiel festhalten, dass „Arbeitsvertrag“ bei Kunde X als „employment agreement“ (und nicht „employment contract“) übersetzt wird oder dass bei Kunde Y Geschäftsführer auf Englisch „Managing Director“ und nicht „CEO“ heißt. Und sollte der gleiche (oder auch ein ähnlicher) Satz wieder vorkommen, sehen wir, wie er das erste Mal übersetzt wurde. Das spart uns viel Zeit bei der Recherche und hat für den Kunden den großen Vorteil, dass seine Terminologie auch über mehrere Texte hinweg und mit verschiedenen Übersetzern einheitlich angewendet wird.

Wie wichtig ist der Kontakt zu Kollegen?

Mit Kollegen zusammen zu arbeiten ist der große Vorteil der Arbeit in einem Büro. Wenn ich bei einem kniffligen deutschen Text sicher gehen möchte, dass ich alles richtig verstanden habe, kann ich eine meiner deutschen Kolleginnen fragen. Wenn es um Stil oder um den Unterschied zwischen britischem und amerikanischem Englisch geht, kann ich das mit der britischen Muttersprachlerin im Büro besprechen. Oder wenn besondere Kreativität gefragt ist, können wir uns zusammensetzen und etwas Brainstorming machen. Dadurch entsteht oft ein besserer Text als wenn ich alleine arbeiten würde.

Warum ist das 4-Augen-Prinzip so wichtig?

Wer mal einen Text verfasst hat, weiß, wie fehlerbehaftet Sprache ist. Egal, wie viel Mühe man sich gibt: Tippfehler oder sonstige Flüchtigkeitsfehler passieren erschreckend einfach und schnell. Es ist auch möglich, dass man bei der Übersetzung etwas übersieht oder falsch versteht. Das zweite paar Augen, also die Revision durch eine zweite Übersetzerin, dient zur Qualitätskontrolle, damit solche Fehler möglichst vermieden werden.

Hat ein Übersetzer auch direkten Kontakt zum Kunden oder brütet er still über seinen Texten?

Eine ruhige Arbeitsumgebung während der Übersetzung und die nötige Konzentration sind wichtig, allerdings kann ich Geräusche relativ gut ausblenden. Unser Büro ist so aufgestellt, dass der Kontakt zum Kunden meist über die Projektmanagerinnen läuft. Oft umfasst ein Projekt mehrere Sprachen, sodass auch mehrere Übersetzer daran beteiligt sind. Fragen der Übersetzer werden von den Projektmanagerinnen zuerst gesammelt und dann an den Kunden weitergeleitet werden. Anschließend werden die Antworten an alle beteiligten Übersetzer zurückgespielt. Somit hat der Kunde immer den gleichen Ansprechpartner und wird nicht von mehreren Übersetzern kontaktiert. Und umgekehrt, wenn der Kunde zu einer Übersetzung Rückfragen hat, sammelt der Projektmanager erst einmal alle Informationen, um sie an den zuständigen Übersetzer weiterzuleiten. So hat der Übersetzer (der womöglich zum Zeitpunkt der Nachfrage tief in einer anderen Übersetzung drin ist) Zeit, sich wieder in den Auftrag des Kunden einzufinden, um dann entsprechend zu antworten. Oft läuft das alles per E-Mail ab, aber gelegentlich ist ein Telefonat mit dem Kunden zielführender.

Ist ein geisteswissenschaftliches Studium ein guter Ausgangspunkt für die Tätigkeit als Übersetzerin?

Meiner Meinung nach bringt ein Germanistikstudium für das Übersetzen durchaus Vorteile mit sich. Durch mein Studium habe ich mein Deutsch auf ein hohes Niveau gebracht. Dabei habe ich auch gelernt, Texte sehr genau zu lesen und auf Dinge wie Wortwahl, Stil und sprachliche Register zu achten. Die Recherchefähigkeiten, die ich im Studium erworben habe, helfen mir, zuverlässige Quellen zu identifizieren und mich schnell in neue Gebiete einzuarbeiten. Auch wurde während meines Studiums viel Wert auf das Schreiben an sich gelegt. Ich habe dadurch gelernt, schön und klar zu formulieren – ein wirklich wichtiger Aspekt, der vielleicht manchmal unterschätzt wird.

Ist die Skepsis gegenüber Quereinsteigern berechtigt? Bzw. hast du das Gefühl, dass du als Quereinsteigerin mehr leisten musstest, um von Kunden und auch Kollegen, die Übersetzen studiert haben, ernst genommen zu werden?

Da die Berufsbezeichnung „Übersetzer“ nicht gesetzlich geschützt ist, kann theoretisch jeder als Übersetzer arbeiten. Aber nur weil man mehrere Sprachen beherrscht, ist man noch lange kein Übersetzer. Ein Übersetzer muss sich nicht nur in beiden Sprachen bestens auskennen und sowohl einen großen Wortschatz haben als auch grammatikalisch fehlerfrei arbeiten. Er muss auch ein Verständnis der zu übersetzenden Materie besitzen und sich auf dem Niveau eines Autors oder Redakteurs ausdrücken können.

Leider gibt es viele Quereinsteiger, die diese fundierten Kenntnisse und Fähigkeiten nicht haben und deshalb auch keine guten Übersetzungen abliefern. Deswegen sind studierte Übersetzer – zu Recht – oft skeptisch Quereinsteigern gegenüber. Wenn man als Quereinsteiger ernst genommen werden möchte, muss man beweisen können, dass man sich in der Branche und in spezifischen Fachgebieten auskennt und tatsächlich gut übersetzen kann. Dazu helfen Kurse und natürlich praktische Erfahrung. Eine Spezialisierung auf ein oder mehrere Fachgebiete und die Staatliche Prüfung als Übersetzer sind außerdem sehr zu empfehlen.

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Warum uns manchmal die Worte fehlen

Wer kennt es nicht: Man verbringt einen gemütlichen Abend mit Freunden oder der Familie, unterhält sich, diskutiert und irgendwann fällt ein Kommentar, auf den man einen richtig schlagfertigen Konter erwidern möchte. Doch schlagfertig ist so ein Konter eben nur, wenn er wie aus der Pistole geschossen kommt. In solchen Momenten fällt uns aber natürlich nichts ein, sondern immer erst dann, wenn es schon zu spät ist.

Aber wie nennt man das eigentlich? Dieses Phänomen, dass einem immer erst nach einer Unterhaltung, sobald man zur Tür hinaus ist, einfällt, was man hätte sagen sollen?
Es gibt dafür tatsächlich einen Ausdruck – allerdings nicht im Deutschen.

Unsere französischen Nachbarn nennen es „l’esprit de l’escalier“ (wörtlich: der Geist der Treppe). Somit kann ein Franzose oben beschriebene Situation mit nur einem Ausdruck beschreiben, während wir eine komplizierte Umschreibung finden müssen.

Doch nicht nur uns Deutschen fehlen manchmal die Worte. Die englische Sprache bedient sich sogar hin und wieder der deutschen Sprache, um etwas auszudrücken, wofür es im Englischen keine Entsprechung gibt. Wie einfach ist es doch für uns, zu erklären, dass man sich über das Unglück eines Anderen freut! Wir nennen dieses Gefühl ganz einfach „Schadenfreude“. Da es im Englischen allerdings keine Übersetzung für „Schadenfreude“ gibt, wurde das deutsche Wort einfach übernommen und den grammatikalischen Regeln des Englischen angepasst, wodurch es zu schadenfreude wurde. Sogar ins Oxford Dictionary haben wir es damit geschafft (siehe Abbildung).

Quelle: https://en.oxforddictionaries.com/definition/schadenfreude

Ein weiteres Beispiel für ein deutsches Wort, das nicht ins Englische übersetzt werden kann, da es in der Sprache schlichtweg nicht existiert, ist „Fernweh“. In einer Zeit, in der vor allem junge Leute immer mehr darauf erpicht sind, die Welt zu entdecken und Reisen einen viel höheren Stellenwert in der Gesellschaft eingenommen hat als dies noch vor einigen Jahren der Fall war, haben wir Deutschen aus „Heimweh“ einfach „Fernweh“ gemacht. Wenn man etwas krampfhaft verbessern will, es dabei aber nur noch schlimmer macht, nennen wir das „Verschlimmbessern“, wenn ein Anderer etwas Peinliches tut und uns das unangenehm ist, reden wir von „Fremdschämen“, ein hohes Maß an Sensibilität und Taktgefühl bezeichnen wir als „Fingerspitzengefühl“, eine Idee, die so bescheuert ist, dass sie nur einem Betrunkenen einfallen kann ist eine „Schnapsidee“ und sich in der Freizeit so viel vorzunehmen, dass man ständig unterwegs ist, bezeichnen wir als „Freizeitstress“. All diese Wörter kann man nicht ins Englische übersetzen, da sie im Wortschatz der Sprache einfach nicht vorhanden sind. In so einem Fall muss ein Übersetzer versuchen, die Begriffe in der Fremdsprache so passend wie möglich zu umschreiben.

Eine weitere Schwierigkeit für Übersetzer sind Begriffe, die zwar eine Entsprechung in der Fremdsprache haben, diese aber nicht alle Bedeutungsaspekte des deutschen Begriffes umfasst. Da eine gute Übersetzung von der Berücksichtigung der subtilsten Unterschiede der Sprachen lebt, muss der Übersetzer sich ebenjenen Unterschieden bewusst sein. Für das deutsche Wort „Geborgenheit“ findet man beispielsweise in den gängigen Wörterbüchern die Übersetzung „security“ (oder auf Französisch und Spanisch „sentiment de sécurité“ bzw. „seguridad“). „Sicherheit“ ist jedoch nicht das Gleiche wie „Geborgenheit“, da der Aspekt der Vertrautheit, Nähe, Wärme und der Ruhe fehlt. Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff „Geschmacksverirrung“, der häufig mit „bad taste“, „faute de goût“ bzw. „mal gusto“ übersetzt wird. Mit diesen Übersetzungen wird nur ausgedrückt, dass jemand einen schlechten Geschmack hat, was mit dem deutschen Begriff überhaupt nicht gemeint ist. Im Gegenteil: Eine Geschmacksverirrung liegt dann vor, wenn jemand eigentlich einen sehr guten Geschmack hat und nur ausnahmsweise einmal danebengreift.

Dafür gibt es in anderen Sprachen jedoch auch Begriffe, die uns im Deutschen fehlen. „Estar de sobremesa“ aus dem Spanischen bezeichnet beispielsweise die Situation, nach einem gemeinsamen Essen noch zusammenzusitzen und sich zu unterhalten oder ein/e „friolero/friolera“ ist eine sehr verfrorene Person (im Deutschen gibt es dafür kein Substantiv, sondern nur das Adjektiv „verfroren“). Im Italienischen gibt es mit „culaccino“ eine Bezeichnung für den Abdruck, den ein feuchtes Glas auf dem Tisch hinterlässt (wir Deutschen brauchen diesen Begriff natürlich nicht, da wir, zumindest gemäß den vorherrschenden Klischees, so ordentlich sind, dass wir immer Untersetzer für unsere Gläser benutzen). Das norwegische Wort „Utepils“ hingegen könnte man auch im Deutschen gebrauchen, es bezeichnet ein Bier, das draußen getrunken wird. Und im Schwedischen gibt es sogar ein Wort, um zu beschreiben, dass jemand morgens früh aufsteht, nur um hinauszugehen und dem Vogelgezwitscher zu lauschen („Gökotta“).

Für Übersetzer stellen solche unübersetzbaren Wörter natürlich eine große Herausforderung dar, da es nicht immer leicht ist, eine passende Umschreibung zu finden, die kurz genug ist, um in das Layout des Originaltextes zu passen. Aber auch im alltäglichen Sprachgebrauch wäre es doch schön, für den ein oder anderen Sachverhalt ein treffendes Wort zu haben, damit uns eben nicht mehr so oft die Worte fehlen.

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Jahresrückblick 2017

Nachdem ich im Jahresrückblick 2016 schon angekündigt hatte, dass uns das Jahr 2017 personellen Zuwachs bescheren würde, möchte ich als erstes darüber berichten.

Im Februar konnten wir die frischgebackene Master-Absolventin Sarah Zeller (Französisch und Englisch) zunächst als Trainee begrüßen. Sarah lebte sich so schnell ein und war so schnell ein unersetzlicher Teil des Teams, dass eine Übernahme nach Ende des Traineeships keine Frage war.

Im April bekam die deutsche Abteilung weitere Verstärkung: Sieben Jahre, nachdem sie ein Praktikum bei Peschel absolviert hatte, kam Johanna Bettinger zu uns zurück. Sie hat in der Zwischenzeit unterschiedliche Erfahrungen als Projektmanagerin und Übersetzerin, sowohl als Angestellte als auch als Freiberuflerin, gesammelt. Wir freuen uns sehr darüber, dass wir jetzt von diesen Erfahrungen mit profitieren dürfen. Johannas Arbeitssprachen sind Spanisch und Englisch, und ihr besonderer Aufgabenbereich ist die Betreuung unserer Übersetzungen für die Europäische Kommission.

Mit wachsender Unternehmensgröße nimmt auch der Umfang der unterstützenden Aufgaben zu. Um dem gerecht zu werden, ist Julia Schnieder seit Juli Teil des Teams. Julia ist Linguistin mit einer Zusatzausbildung als Online-Marketingmanagerin. Sie bringt endlich Ordnung in das Peschel Communications Marketing und sorgt auch analog für mehr Ästhetik: Seit neuestem steht dank ihr auf jedem Fensterbrett eine schöne Pflanze!

Wie schon letztes Jahr angekündigt, kam unsere frühere Praktikantin Mari Smith im September wieder nach Freiburg. Die Britin hatte zwischendurch in Barcelona noch ihr Spanisch auf Vordermann gebracht und übersetzt jetzt für uns in schönes britisches Englisch.

Im Oktober bekam Peschel Communications eine neue Teamassistenz: Mandy Thiede sorgt mit ihrem Organisationstalent dafür, dass der Laden (noch besser) läuft. Außerdem hat sie das Projektmanagement für Übersetzungen von Privatkunden übernommen.

Leider mussten wir uns 2017 auch von drei Mitarbeiterinnen verabschieden: Verena Brunner zog es schon Anfang des Jahres in Richtung Rheinland. Wir vermissen sie, freuen uns aber, dass es ihr in der neuen Heimat gut geht!

Der Abschied von Charley Hinds wurde dadurch etwas leichter gemacht, dass Charley uns auch weiterhin als freiberufliche Mitarbeiterin zur Verfügung steht.

Im Oktober verließ uns dann – nach 9 tollen Jahren – unsere Teamassistentin Bärbel Hansen. Auch wenn ihr – und auch uns – der Abschied nicht leicht fiel, stand Bärbel ganz einfach der Sinn nach Veränderung.

Auch 2017 hatten wir wieder tolle Praktikantinnen, die unser Büroleben bereichert haben: Vielen lieben Dank an Ann-Katrin Krüger, Madeleine Schnurr, Sabrina Grether und Sarah Boretzki!

Wer jetzt mitgezählt hat, hat sicher gemerkt, dass das Team von Peschel Communications weiter gewachsen ist. Das Wachstum der letzten Jahre ist Grund zur Freude, weil es zeigt, dass wir offenbar einiges richtig machen. Gleichzeitig erfordert es auch organisatorische Anpassungen. Neben der Verstärkung der unterstützenden Aufgaben im Unternehmen hat das Wachstum mich dieses Jahr auch zum logischen Schritt der Umfirmierung in eine GmbH gebracht. Der offizielle Start der GmbH war am 1. Oktober 2017. Dabei war der Gang zum Notar der geringste Aufwand. Unser gesamtes Marketingmaterial – Flyer, Broschüre, Visitenkarten, Website, und, und, und… – musste ersetzt werden. Überall, wo früher Übersetzungsbüro Peschel stand, muss jetzt Peschel Communications GmbH stehen. Auch zwei Monate später finden wir immer noch die eine oder andere Stelle, an der der Name noch nicht aktualisiert wurde. Dies, sowie die Umstellung der Buchhaltung, hat uns die letzten zwei Monate ganz schön auf Trab gehalten.

Mit steigender Mitarbeiterzahl wird es in unseren Räumen in der Wallstraße enger. Noch kommen wir ganz gut klar, zumal wir an den schönen Altbauräumen in zentraler Innenstadtlage hängen. Der Freiburger Immobilienmarkt hat zwar jede Menge moderner Büroflächen anzubieten, aber arbeiten auf Industrieteppich hinter Glasfassaden können wir uns gar nicht vorstellen. Da sich also kein Umzug abzeichnet, haben wir jetzt erst einmal unsere Teeküche ins 21. Jahrhundert gebracht und mal wieder richtig aufgeräumt. Wir werden sehen…

Besonders in der zweiten Jahreshälfte war die Teilnahme an Fortbildungen ein großes Thema: Helena Triesch informierte sich bei der Europäischen Kommission und auf der Intersolar Europe, Andrea Unkelbach brachte ihre „Selling Skills“ auf Vordermann, Sarah Zeller bildete sich im kreativen Schreiben weiter, Johanna Bettinger nahm an der BDÜ-Konferenz Recht und Sprache teil, Ellen Göppl ließ sich auf einem Seminar zum Thema Revision (also Korrekturlesen von Übersetzungen) inspirieren und Marnie Christensen bildete sich bei einem Workshop in Berlin zum Thema „Translating Life Sciences“ weiter. Julia Schnieder hörte sich bei den Freiburger Webdays im November noch neueste Online-Marketingtipps an.

Inhaltlich waren wir 2017 wieder sehr vielseitig unterwegs. Unsere deutsche Abteilung ist inzwischen in die Übersetzungen für die Europäische Kommission gut eingearbeitet. Was vielsprachige Projekte angeht, so haben wir dieses Jahr mit einem Projekt, bei dem in 22 Sprachen übersetzt wurde, wohl den Rekord gebrochen. Den Rekord für das textmächtigste Projekt brach dafür schon im Frühjahr ein Tagungsband zum Thema nachhaltiges Bauen. Natürlich sind wir durch die Betreuung der Intersolar-Messen und zahlreicher Solar- und Speicherunternehmen weiterhin im Bereich der erneuerbaren Energien viel beschäftigt. Daneben gehen regelmäßig Verträge, Website-Texte, Marketingbroschüren und Geschäftsberichte über unsere Schreibtische.

Und Spaß hatten wir 2017 auch jede Menge. Wer die neuen Teambilder auf unserer Website sieht oder den Blog-Bericht von unserer Weihnachtsfeier liest, bekommt vielleicht einen Eindruck davon, wie gut unser Team harmoniert. Mir ist erst kürzlich wieder einmal bewusst geworden, wie gut wir alle zusammenarbeiten. Hier unterstützt jeder jeden (bzw. jede jede ;-), wir haben einen ausgesprochen wertschätzenden und freundlichen Umgang miteinander. Dafür möchte ich mich bei meinen Mitarbeiterinnen bedanken. Ich weiß, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass ich mich seit fast 20 Jahren jeden Tag aufs Büro freuen kann.

Und der Dank gilt natürlich auch allen unseren freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Partnern, ohne die wir all die Projekte nicht stemmen könnten, und nicht zuletzt unseren Kunden, die uns diese Projekte anvertrauen!

Ich wünsche allen einen harmonischen Jahresausklang, Zeit zum Innehalten und neue Kraft schöpfen und einen energievollen Start ins Neue Jahr. Ich bin schon gespannt!

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Weihnachten im Skateshop – oder: Was den Laien vom Profi unterscheidet

Bei unserer Weihnachtsfeier wollten wir uns dieses Jahr definitiv nicht einfach nur zurücklehnen, das wurde schnell klar, als wir verschiedene Ideen austauschten. Da wir alle nicht nur große Fans fremder Sprachen, sondern auch exotischer Gerichte sind, fragten wir schließlich spontan den brasilianischen Besitzer von unserem Lieblings-Foodtruck, ob er einen Kochkurs für uns anbieten würde. Ebenso spontan sagte er zu und schickte auch schon bald seinen multikulturellen Menüvorschlag, bei dem gleich die erste Vorfreude aufkam.

An einem Freitagabend hatten wir dann das Vergnügen, zusammen mit José Lavor in bzw. vor seinem Foodtruck zu kochen und zu essen. Diesen hatte er kurzerhand im Skateboardshop eines Freundes geparkt, damit wir die Koch- und Weihnachtsparty auch ohne Skikleidung im Warmen neben einem gemütlich bollernden Ofen verbringen konnten. Statt kitschiger Weihnachtsdeko hingen rund herum Skateboards und auch eine Halfpipe stand uns zur Verfügung, die wir aus Sicherheitsgründen aber lieber nicht benutzten. Wir haben jedoch gerne in unseren Kochschürzen darauf posiert.

Nach einem Sekt und brasilianischen Käsebällchen als Appetizer ging es erstmal ans Schnippeln, Rühren, Kneten … zu unserer selbst zusammen gestellten Pre-Christmas-Playlist und später auch zu Rhythmen aus Josés Heimat. Geradezu ehrfürchtig stiegen wir für die eine oder andere Tätigkeit in den mintgrünen Truck, den wir bisher ja nur von „Kundenseite“ her kannten. Und nicht nur räumlich kehrte sich unsere Perspektive um, sondern wir Übersetzerinnen hatten auch ein Aha-Erlebnis, das wir sonst ab und an bei unseren Kunden beobachten: Genau wie bei unserer Arbeit merkt man auch in der Küche sehr schnell den Unterschied zwischen Laie und Profi. Klar haben auch wir den Fenchel, die Schalotten und diverses andere Gemüse in mundgerechte Streifen geschnitten bekommen. Was José in geradezu atemberaubender Geschwindigkeit zerkleinerte, sah aber im Ergebnis nochmal deutlich beeindruckender aus. Man kann wohl einfach in jeder Branche festhalten: Gelernt ist gelernt!

Beim Kochen kam natürlich ordentlich Appetit auf und irgendwann konnten wir es kaum noch erwarten, dass José und sein spanischer Kollege Alex das Essen servierten. Für uns war es auch ein besonderes Vergnügen, die beiden in brasilianisch angehauchtem Spanisch kommunizieren zu hören. Zusammen mit Josés Muttersprache kamen wir so insgesamt auf sechs Sprachen, die von uns und unseren Helden am Herd fließend gesprochen werden. Und auch das Essen war ähnlich vielfältig: Von der thailändischen Suppe mit (sowohl profi- als auch laienhaft geschnittenem) Gemüse und Fisch über verschiedene Salate, ultrazartes Rindfleisch mit Jasminreis und Kürbis bis zum krönenden Abschluss in Form von Apple Crumble mit Kokosmousse war alles genauso lecker wie wir es vom Foodtruck Lavor kennen! Sehr beeindruckt waren wir beim Dessert von dem sogenannten Schaumbereiter, der dank Druckluft Flüssiges in eine ultraleichte Mousse verwandelt.

Schließlich gingen zu später Stunde elf satte und glückliche Übersetzerinnen nach Hause, nachdem sie sich überschwänglich von ihren gutgelaunten Profiköchen verabschiedet hatten. Vielleicht organisieren wir nächstes Jahr zu Weihnachten eine Schaumparty mit Koskosschaum? Oder wir lernen doch noch alle skaten …

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10 Tipps für die Übersetzung von Marketingtexten

Marketingtexte zeichnen sich durch Wortspiele und Witz aus. In Marketingtexten geht es nicht nur um die Vermittlung von Fakten, sondern auch um Emotionen. Dabei spielen Sprache, Inhalte und Bilder zusammen. Diese Faktoren müssen bei der Übersetzung von Marketingtexten beachtet werden.

Kann man Marketingtexte überhaupt übersetzen?

Die Antwort auf diese Frage ist kein einfaches Ja oder Nein. Im Gegensatz zu sehr technischen Texten, etwa einem Patentantrag, geht es bei der Übersetzung eines Marketingtextes nicht notwendigerweise darum, für jedes einzelne Wort eine Entsprechung in der Zielsprache zu finden. Vielmehr möchte man den gleichen Effekt erzielen. Dabei ist oft viel Kreativität gefragt. Deshalb bezeichnet man die Übersetzung von Marketingtexten auch als Transcreation oder Adaptation.

Lohnt sich die Übersetzung von Marketingtexten?

Die Antwort auf diese Frage ist ein klares „Ja“. Wer in internationalen Märkten verkaufen möchte, muss – im wahrsten Sinne des Wortes – die Sprache des Kunden sprechen: Laut Marktforschungsagentur Common Sense Advisory entscheiden sich 75 % der Verbraucher eher für ein Produkt, wenn die dazugehörigen Informationen in ihrer Muttersprache zur Verfügung stehen. Auch in Deutschland funktionieren englische Marketingbotschaften nur bedingt: Ein Jeanshersteller etwa warb mit „live unbuttoned“, was aber von den meisten potenziellen Kunden nicht als „lebe ungezwungen“ verstanden wurde, sondern viele glaubten, man solle ohne Knöpfe leben. Gerade bei Marketingtexten sollen Emotionen geweckt und Vertrauen geschaffen werden. Das gelingt nur, wenn der Leser den Text auch wirklich versteht. Dazu reicht es nicht, ungefähr den Sinn zu erfassen: Es geht um kulturelle und sprachliche Nuancen, die nur die wenigsten Menschen in der Fremdsprache (und der dazugehörigen Kultur!) erfassen können. Es gilt also, subtile Aspekte so zu übertragen, dass sie auf dem Zielmarkt genauso ihre Wirkung entfalten wie das Original auf dem Ursprungsmarkt. Und natürlich gilt das für den B2C-Bereich genauso wie für B2B.

Was muss ich also beachten, wenn ich die Übersetzung eines Marketingtextes in Auftrag gebe?

Briefing: Nicht nur Copywriter, auch die Übersetzer brauchen Informationen wie: An wen richtet sich der Text? Was soll damit erreicht werden? Wie formell oder informell soll der Stil sein? Mit einem kurzen Briefing wird die Treffsicherheit der Marketingübersetzung deutlich erhöht.

Style Guide: Stellen Sie Regeln auf, um für eine einheitliche Markenbotschaft in allen Märkten zu sorgen. Gibt es in der Zielsprache bereits Festlegungen wie Schreibweisen, Umgang mit Währungen, Maßen, etc.? Gibt es ein Glossar für die Zielsprache? Liegen bereits Marketingtexte in diversen Sprachen vor, deren Stil, Schreibweisen und Vokabular die Übersetzer übernehmen sollen? Welche Eigennamen müssen im Interesse eines konsistenten Markenauftritts in allen Märkten gleich bleiben? Ein solcher Style Guide sollte allen Übersetzern, Marketeers und Erstellern von Inhalten zur Verfügung gestellt werden.

Adaptation oder Übersetzung: Die Adaptation, oder Transcreation, von Marketingtexten geht über eine 1:1 Übersetzung des Inhalts hinaus. Sie unterscheidet sich auf den ersten Blick oft stark vom Original, hat aber die gleiche Wirkung. Die Adaptation ist ein sehr kreativer Prozess, bei dem es nicht die eine richtige Lösung gibt. Lassen Sie sich ruhig mehrere Vorschläge machen, insbesondere wenn es um die Übertragung von Slogans geht.

Faktor Zeit: Wer im Marketing arbeitet, weiß, dass kreative Prozesse nicht auf Knopfdruck ablaufen. Manchmal hilft es, ein Brainstorming zu machen oder die Arbeit über Nacht liegen zu lassen. Das gilt auch für die Übersetzung von Marketingtexten. Planen Sie also genügend Zeit für die Übersetzung ein.

Wer zuletzt lacht …: Vorsicht bei Witzen, Wortspielen oder Anspielungen auf die Welt des Sports oder gar der Politik in Ihrem Heimatmarkt. Was in einem Kulturkreis als lustig empfunden wird, könnte woanders auf Unverständnis stoßen oder gar beleidigend wirken.

Symbolsprache: Symbole wie Handzeichen oder Farben haben oft keine universell gültige Bedeutung. Das Victory-Zeichen mit dem Handrücken nach Außen hat in Großbritannien zum Beispiel die Bedeutung des hochgestreckten Mittelfingers in vielen anderen Ländern.

Markennamen: Bedenken Sie bei der Entwicklung von Markennamen, in welchen Märkten Sie Ihr Produkt verkaufen möchten. Dies verpasste der Autobauer Citroën vor Jahren, als der „Nova“ auf den spanischen Markt gebracht wurde. „No va“ heißt so viel wie „der fährt nicht“ – nicht gerade das Markenversprechen, mit dem man Autos verkauft.

Zielgruppe genau definieren: In welchen regionalen Märkten wollen Sie mit Ihrem Produkt erfolgreich sein? Eine Übersetzung in „global“ English reicht meist nicht. Man kann Pampers in Großbritannien nicht als „diapers“ verkaufen, weil das das amerikanische Wort ist. „Diapers“ wird zwar verstanden, schafft aber weniger Vertrauen in die Marke als „nappies“.

Übersetzung durch Muttersprachler: Nur jemand, der mit der Kultur der Zielgruppe vertraut ist, kann es vermeiden, in Fallen zu tappen, und versteht alle kulturellen Nuancen. Dabei ist die Sprache eng mit der Kultur verknüpft.

Lassen Sie die Profis ran: Qualifizierte Übersetzer haben sowohl eine linguistische Ausbildung als auch das Wissen um kulturelle Gegebenheiten. Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass Ihr Übersetzungsdienstleiter Erfahrung im Bereich Marketingtexte hat.

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Vereinte Nationen stärken Bedeutung des Internationalen Übersetzertags

Der Jubel in der Übersetzerbranche ist groß: Bei der Generalversammlung am 24. Mai erklärten die Vereinten Nationen den 30. September offiziell zum „Translation Day“. Für Übersetzer und Dolmetscher, deren Arbeit naturgemäß oft hinter den Kulissen abläuft, ist dies eine redlich verdiente Anerkennung ihrer hochqualifizierten Leistungen, die auch im Zeitalter von Machine Translation und Google Translate auf der ganzen Welt mehr denn je benötigt werden. Nicht nur international aufgestellte Unternehmen sind darauf angewiesen, damit sie im Wettbewerb bestehen können. Um Kriege, Hungersnöte und Terrorgefahren einzudämmen, müssen Politiker unterschiedlichster Muttersprachen diplomatisch miteinander kommunizieren können – und da muss jedes Wort sitzen, auch in der Übersetzung. Auf diesen Aspekt ging auch Andrei Dapkiunas, Ständiger Vertreter der Republik Belarus bei den Vereinten Nationen, ein: „Sprache spielt in der menschlichen Gesellschaft eine unterschätzte Rolle, obwohl ein größerer Respekt von Kulturen und Sprachen dabei helfen könnte, mehr Eintracht zu erzielen und Brücken zwischen unterschiedlichen Kulturkreisen zu schlagen.“ Er hob hervor, der Translation Day habe eine umfassendere Bedeutung als nur die Anerkennung eines Berufs zu demonstrieren, der eng mit Diplomatie und internationalen Angelegenheiten verbunden ist. Es ginge zu allererst um die Würdigung der „stillen Helden“ der Sprachbranche, die im Alltag oft unsichtbar bleiben.

Eine Neuerfindung ist der Internationale Übersetzertag (Journée mondiale de la traduction, International Translation Day) allerdings nicht: Er wurde schon 1954 von der Fédération internationale des traducteurs (FIT) ins Leben gerufen und seitdem weltweit mit zahlreichen Aktionen z. B. von Übersetzer- und Dolmetscherverbänden gefeiert.

Quelle: Pressemitteilung der vereinten Nationen, https://www.un.org/press/en/2017/ga11914.doc.htm

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Was machst du eigentlich – oder: Was ist am Übersetzen die Herausforderung?

Mal ehrlich: Englisch kann doch sowieso fast jeder, immer mehr Studierende verbringen mindestens ein Semester im Ausland und schon Kleinkinder lernen Fremdsprachen – wofür in aller Welt braucht man da noch professionelle Übersetzer? Die Antwort ist einfach: Um Sinn von Unsinn zu unterscheiden.

Kunden genauso wie Freunde oder Bekannte haben oft eine eher vage Idee davon, was ein Übersetzer den ganzen Tag so macht. Die Vorstellung reicht von der hauptsächlichen Beschäftigung mit Google Translate über vollkommen gedankenloses Wort-für-Wort-Übertragen („Sie müssen das nicht verstehen, Sie müssen das ja nur übersetzen!“) bis hin zu einem Übersetzerhirn, das komplett mit sämtlichen Fachvokabeln dieser Welt vollgestopft ist.

Nichts davon stimmt. Wir arbeiten nicht mit Google Translate. Und mit „nicht“ meine ich in diesem Fall wirklich: NIE. Natürlich wäre es schön, ein ganzes Dokument einfach durch Google zu schicken, eventuell hinterher ein paar Korrekturen vorzunehmen und dafür gutes Geld zu kassieren. Die Wahrheit ist jedoch, dass selbst bei relativ einfach anmutenden Botschaften oft genug ungelenkes Kauderwelsch herauskommt. Für alle, die sich noch nie den Spaß gegönnt haben – ein schönes Beispiel dafür ist die Kundenansprache auf der englischen Version unserer eigenen Website: „Translation is much more than simply putting words into another language. This is why we always start by establishing your requirements and expectations.” Klingt nicht sooo kompliziert, oder? Keine Wortspiele, keine Fachausdrücke. Trotzdem würden sich unsere Kunden vermutlich dankend abwinken, wenn sie auf unserer deutschen Website Folgendes lesen würden:

„Übersetzen ist viel mehr als nur das Worte in eine andere Sprache . Deshalb haben wir durch die Gründung Ihrer Anforderungen und Erwartungen beginnen immer .“

Warum hier vor den Punkt jedes Mal ein Leerzeichen eingefügt wurde, ist besonders seltsam, drückt aber vielleicht einfach aus, dass das Programm tatsächlich über ein gewisse Intelligenz verfügt und gemerkt hat, dass die Sätze nicht ganz vollständig sind. Nun stelle man sich vor, man würde einen zum Beispiel 30-seitigen Text in dieser Qualität überarbeiten müssen. Nein danke – den habe ich wesentlich schneller selbst übersetzt, denn die Korrektur einer schlechten Übersetzung kann mehr Zeit in Anspruch nehmen, als eine Neuübersetzung. (Das gilt leider übrigens auch für schlechte sogenannte Human-Übersetzungen, d. h. Übersetzungen, die von Menschen erstellt wurden.)

Soviel also dazu, was das sogenannte maschinelle Übersetzen bietet – was aber machen wir als menschliche, im Normalfall akademisch ausgebildete Fachübersetzer? Als Profi arbeitet man heute in der Regel mit einem Translation Memory Tool. Ein solches Software-Tool übersetzt nicht von alleine, zeigt mir jedoch an, falls und wie ich denselben oder einen ähnlichen Satz in der Vergangenheit bereits übersetzt habe. Das erleichtert mir einerseits die Arbeit und bietet andererseits dem Kunden größtmögliche Konsistenz. Dies gilt auch für die Terminologie (so nennen wir Fachvokabeln), die ich in das Memory Tool eingespeist habe (was ich leider selbst tun muss – auch das nimmt mir das Programm nicht ab, sondern kann es mir nur erleichtern). Denken muss ich dabei schon selbst. Damit komme ich überhaupt zum Thema Fachausdrücke: Natürlich dachte auch ich früher einmal, wenn in einem Text eine unbekannte Vokabel auftaucht, schlage ich sie einfach im Wörterbuch nach und setze sie dann in der gewünschten Sprache ein. Und da das Nachschlagen immer ein bisschen Zeit erfordert, lerne ich diese Vokabeln am besten alle auswendig, wie früher in der Schule. Nur macht man sich als Laie nicht mal ansatzweise eine Vorstellung davon, wie viele Fachtermini man im Fachwörterbuch leider GAR NICHT findet. Was im Zweifelsfall jedoch noch besser ist, als dort eine richtig erscheinende, aber leider im Zielland überhaupt nicht gängige Vokabel zu finden. Natürlich sind Fachwörterbücher je nach Sprache und Fachgebiet sehr nützlich, insbesondere elektronische, bei denen man für die Suche kaum Zeit benötigt, aber wir verbringen weitaus mehr Zeit damit, Begriffe im Internet zu recherchieren. Dabei müssen wir uns mit dem jeweiligen Thema zwangsläufig auch inhaltlich intensiv auseinandersetzen – was uns ein bisschen zu Experten auf allen möglichen Gebieten macht, ohne dass aus uns jemals ein Arzt, ein Jurist oder ein Ingenieur würde. Aber auch wir arbeiten mit größter Sorgfalt und müssen die Zusammenhänge verstehen, über die wir schreiben. Denn natürlich kann ein Satz in der Übersetzung meistens schon allein aus grammatikalischen Gründen nicht genauso geschrieben werden wie in der Ausgangssprache, und nur wenn man den Kontext versteht, kann man einen Satz abwandeln, ohne den Sinn zu verfälschen.

Und ich gebe zu: Auch wenn Google Translate eher der natürliche Feind des Übersetzers ist – wie man jemals ohne Googles Suchmaschine übersetzen konnte, weiß ich nicht. Wir googeln Unmengen an Informationen, Fachwörtern und Redewendungen. Ich habe auf Google die Bilder von Schrauben, Reaktoren und Schiffbauteilen miteinander verglichen, um zu überprüfen, ob meine deutsche Benennung auch wirklich der englischen, französischen oder italienischen entspricht und dasselbe „Ding“ bezeichnet. Dank des dynamischen Web passen sich die Werbebanner auf verschiedenen Websites ja an häufig gesuchte Ausdrücke an. Wenn dort dekorative Kosmetik oder meinetwegen auch Solarbatterien eingeblendet werden, stört mich das nicht groß. Bei der Frage „Haben Sie ein Stoma?“ – nach Bearbeitung eines entsprechenden Texts – fühle ich mich aber doch ein bisschen verkannt.

Natürlich ist es richtig, dass man auch ohne Übersetzerstudium im Wörterbuch nachschlagen, Zusammenhänge auf Google recherchieren und Texte verfassen kann. Ich kann ja auch ohne Maurerausbildung Steine mit Mörtel dazwischen übereinanderschichten. Aber so wie der Maurer seine Materialien, Werkzeuge und Tricks am besten kennt, wissen wir am besten, wo man was am schnellsten recherchiert, wie man die richtige Stilebene findet, was mit dem Kunden im Vorfeld abzuklären ist, wie man das Layout optimiert, das CAT-Tool bedient, sich in neue technische Zusammenhänge einarbeitet oder wann eine zweite Überarbeitung notwendig ist. Und das lohnt sich. Schließlich ist eine gerade Mauer ja auch nicht nur schöner, sondern auch stabiler.

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Projektmanager: Superhelden im Übersetzungsbüro

Dieser Blogbeitrag basiert auf einem Artikel, den ich im letzten Jahr im MDÜ veröffentlicht habe.

In den fast 20 Jahren, in denen ich das Übersetzungsbüro Peschel leite, sind unsere Projekte immer komplexer geworden: Mehr Sprachen, diverse Dateiformate und immer anspruchsvollere Fachthemen tragen dazu bei, dass der Anteil des Projektmanagements am Gesamtaufwand für Übersetzungsaufträge wächst. In unseren Anfangszeiten war das Projektmanagement eine begleitende Aufgabe der Übersetzer. Heute ist das Übersetzungsprojektmanagement bei uns eine eigenständige, vom Übersetzen getrennte Tätigkeit.

Diese Arbeitsteilung erlaubt es unseren Übersetzerinnen, sich auf das eigentliche Übersetzen zu konzentrieren, während die Projektmanager ihnen dafür „den Rücken frei halten“. Was zunächst einfach klingt, ist in Wirklichkeit eine Wissenschaft für sich; eine kurze Online-Suche zeigt, dass die Zahl der Bücher und Kurse zum Thema Projektmanagement schier unerschöpflich ist.

Im Projektmanagement wie wir es aus der Industrie oder auch aus der IT-Branche kennen, geht es um Projekte, die oft über Monate oder gar Jahre geführt werden. Im Übersetzungsbüro haben wir es mit Projekten unterschiedlichster Größe zu tun: von der einseitigen Pressemitteilung bis zum mehrere hundert Seiten umfassenden technischen Handbuch. Zudem laufen im Übersetzungsunternehmen immer eine Vielzahl unterschiedlichster Projekte parallel ab.

Doch beginnen wir am Anfang: Was ist eigentlich ein Projekt?

Im Unterschied zum laufenden Betrieb ist ein Projekt zeitlich begrenzt und einmalig. Übersetzungsprojekte unterliegen fast immer einem großen Zeit- und Kostendruck, und dabei sind sie sowohl sprachlich als auch technisch komplex. Im Unterschied zu vielen anderen Branchen werden die Kosten für das Projektmanagement allerdings nur selten getrennt ausgewiesen. Es überrascht deshalb kaum, dass unsere Kunden meist nicht wissen, dass das Projektmanagement ein nicht zu vernachlässigendes Kostenelement eines Übersetzungsauftrags ist.

Der Markt der Übersetzungsanbieter ist stark segmentiert: Fast 80% der Übersetzer arbeiten freiberuflich, und viele große Übersetzungsagenturen beschäftigen gar keine eigenen Übersetzer, sondern lassen von besagten Freiberuflern übersetzen. Im Gegenzug bieten Übersetzungsunternehmen eine ganze Bandbreite an Dienstleistungen, erfüllen unterschiedlichste technische Anforderungen, koordinieren Übersetzungen in viele verschiedene Sprachen, bieten Desktop-Publishing und vieles mehr. Eine kurzfristige Mobilisierung großer Kapazitäten gehört zum täglichen Geschäft.

Wie komplex viele Übersetzungsprojekte sind wird deutlich, wenn man sich die Anzahl der unterschiedlichen Projektbeteiligten vor Augen führt: Neben dem Projektmanager und dem Übersetzer kommen je nach Anforderung Korrektoren, Terminologen, Fachprüfer, technische Redakteure und Grafiker zum Einsatz. Und natürlich dürfen auch Auftraggeber und Zielgruppe, also die Leser der Übersetzung, nicht vergessen werden.

Dass das Berufsbild des Projektmanagers für Übersetzungen noch relativ neu ist, zeigt auch die Vielzahl der Bezeichnungen für ein und dieselbe Tätigkeit: Translation Project Manager, Übersetzungsmanager, Übersetzungskoordinator, Projektleiter für Übersetzungsmanagement, Projektmanager für Übersetzungen sind nur einige davon.

Nach einer Schätzung der Marktforschungsagentur Common Sense Advisory arbeiten heute ca. 82.000 Projektmanager bei Übersetzungsunternehmen, die meisten in Festanstellung.[1]

Wie sieht also die tägliche Arbeit unserer Superhelden im Übersetzungsbüro aus?

Beginnen wir mit der Anfrage:

Anfragen kommen meist auf elektronischem Weg, entweder mit oder ohne telefonische Ankündigung. Die meisten Kunden bitten zunächst um ein Angebot, welches sowohl die Kosten als auch den Zeitrahmen für die Erledigung der Übersetzung enthält. Beides hängt neben den Kapazitäten des Büros von der Länge, dem Fachgebiet, dem Schwierigkeitsgrad und der gewünschten Sprachkombination ab.

Um diese Faktoren einzuschätzen, sichtet die Projektmanagerin zunächst den Text. Um den Text in voller Länge zu lesen ist normalerweise keine Zeit. Mit geschultem Blick muss in möglichst kurzer Zeit eine Einschätzung der oben genannten Faktoren erfolgen. Eine Fehleinschätzung kann zu Verzögerungen im späteren Projektverlauf führen – etwa weil die Bearbeitung des Layouts deutlich aufwändiger ist als vermutet.

Nach der Sichtung und Einschätzung müssen nicht selten Kundenwünsche geklärt werden: Welche Variante des Englischen ist zu empfehlen, wer wird die Übersetzung lesen, welches Sprachregister ist gewünscht? Wie ist mit Eigennamen umzugehen und gibt es bereits unternehmensspezifische Vorgaben zu Terminologie oder Schreibweisen? Oft findet also bereits vor Abgabe des Angebots eine eingehende Beratung des Kunden statt. Diese ist gleichzeitig auch Verkaufsgespräch: Sind Zusatzleistungen wie ein Druckfahnenlektorat oder ein Lektorat des Ausgangstextes gewünscht?

Bei sehr knappen Terminvorstellungen reserviert das Projektmanagement schon vor Auftragserteilung die Zeit von Übersetzern und Korrektoren. Im Übrigen kann sich der Bearbeitungszeitraum auch auf den Preis auswirken: Während sehr kurzfristige Aufträge oft mit einem Eilzuschlag belegt sind, bieten wir auch Rabatte für eine längere Bearbeitungszeit.

Nachdem nun all diese Fragen geklärt sind und der Auftrag hoffentlich bestätigt wurde (wenn nicht, war die ganze oben beschriebene Arbeit umsonst, im Sinne von nicht bezahlt…), geht es an die eigentliche Projektabwicklung.

Projektabwicklung:

Einige der hier aufgelisteten Punkte wurden möglicherweise schon während der Angebotsphase erledigt. Es gehört zu den superheldenhaften Fähigkeiten unserer Projektmanagerinnen, den richtigen Schritt zum richtigen Zeitpunkt zu tun.

Nach Auftragserteilung wird das Übersetzungsprojekt zunächst im System angelegt. Wahrscheinlich sind die Kundendaten und die wichtigsten Projektdaten wie Name, Ansprechpartner, Textumfang, Preis, Sprachrichtung und Liefertermin schon für die Erstellung des Angebots eingegeben worden. Weitere wichtige Projektinformationen sind Fachgebiet, Auftragsart (Übersetzung, Lektorat…) und Informationen für die Projektbeteiligten (Referenzmaterial, Zielgruppe, Zweck). Für die Datenverwaltung gibt es einige professionelle Software-Lösungen auf dem Markt.

Als nächstes werden Übersetzer, Korrektor und eventuell DTP- oder Grafikexperte angefragt. Je nach Sprachkombination oder Zeitpunkt (etwa während der Urlaubszeit) kann es eine ganze Weile dauern, bis das Projektteam zusammengestellt ist. Selbstverständlich wissen erfahrene Projektmanager genau, wer für welches Projekt sprachlich und fachlich geeignet ist. Sie werden versuchen, möglichst immer die gleichen Übersetzer und Korrektoren für den gleichen Kunden zu verpflichten. Auch dies sind Informationen, die dokumentiert werden sollten.

Bevor die Übersetzer an die Arbeit gehen können, muss der Projektmanager in den meisten Fällen den Ausgangstext für die Bearbeitung vorbereiten. Dieser Schritt fordert Zeit, denn viele Kunden schicken am liebsten pdf-Dateien, die mit Übersetzungstools nur schwer bearbeitet werden können. Auch umständlich formatierte Word-Dateien, etwa mit vielen Tab-Stopps und Textfeldern und nicht editierbaren Grafiken, stellen einen zusätzlichen Arbeitsaufwand dar. Stellen Kunden Referenzmaterial zur Verfügung, muss auch dieses abgeglichen werden, eventuell vorhandene Translation Memories, Terminologielisten oder Style Guides müssen gesichtet und den Projektbeteiligten zur Verfügung gestellt werden.

Erst jetzt geht die eigentliche Übersetzungsarbeit los. Je nach Länge des Projekts überprüfen die Projektmanager nun regelmäßig den Fortschritt, um sicherzugehen, dass die Arbeit im Zeitplan ist. Außerdem sind sie für die Klärung von Rückfragen der Projektbeteiligten mit dem Kunden– etwa bei unklaren Formulierungen im Ausgangstext oder terminologischen Präferenzen – verantwortlich. Auch bei technischen Schwierigkeiten sind sie der erste Ansprechpartner.

Je nachdem, mit welchem System ein Übersetzungsbüro arbeitet, erfolgt die Lieferung der Übersetzung und Beauftragung der Korrektoren automatisiert oder manuell. Arbeiten die freiberuflichen Übersetzer mit einer anderen Software als das Übersetzungsunternehmen, muss die fertige Übersetzung in das firmeneigene System importiert werden. Trotz weitgehender Kompatibilität der verschiedenen Systeme birgt dieser Schritt immer das Risiko einer Verzögerung im Ablauf. Als nächstes exportieren die Projektmanager den Text aus der übersetzungsunterstützenden Software in das Ausgangsformat, also Word, PowerPoint oder auch idml oder html, und führen eine letzte Prüfung durch. Nun folgt entweder noch eine grafische Überarbeitung, oder der Text geht direkt zum Kunden.

Man könnte nun annehmen, dass das Projekt damit abgeschlossen ist, die Rechnung gestellt werden, und die Projektmanager sich ganz dem nächsten Projekt widmen können. Doch jedes gute Projektmanagement beinhaltet auch eine Nachbearbeitung. Im Fall von Übersetzungsprojekten bedeutet dies, dass die Kundenzufriedenheit erfragt und Feedback an Übersetzer und Korrektoren weitergegeben wird. Eventuelle Änderungen von Kundenseite werden ins System eingepflegt und Terminologiedatenbanken sowie Translation Memories auf den neuesten Stand gebracht. Bei größeren Projekten findet ein Debriefing mit dem gesamten Projektteam statt. Aufgabe der Projektmanager ist ebenso, alle Informationen und Erkenntnisse, die im Laufe des Projektes gewonnen wurden, zu dokumentieren. Dazu gehören Kundenpräferenzen sowie Feedback zu freien Mitarbeitern ebenso wie mögliche Beschwerden und wie auf diese eingegangen wurde. Erst wenn all dies erledigt ist, erfolgt die Freigabe zur Rechnungsstellung.

Nun kann man sich leicht vorstellen, dass ein Übersetzungsunternehmen, in dem nur ein Projekt nach dem anderen bearbeitet wird, nicht lange überleben würde. Tatsächlich jonglieren Projektmanager in Übersetzungsbüros täglich eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte für die verschiedensten Kunden und mit den unterschiedlichsten Projektbeteiligten.

Und damit nicht genug: In vielen Fällen übernehmen Projektmanager in Übersetzungsunternehmen auch noch Arbeiten außerhalb ihres eigentlichen Bereichs, nämlich diverse Aufgaben im laufenden Betrieb. Dazu gehören die Verwaltung und Pflege von Kundendaten, Lieferantenmanagement (es gibt Übersetzungsunternehmen, in denen die Verwaltung der freien Mitarbeiter ein vom Projekmanagement getrennter Aufgabenbereich ist) und die Nachverfolgung von Angeboten. Aufgaben aus dem Marketing/Sales wie die Kontaktierung von Altkunden oder Telefonmarketing können in Übersetzungsbüros ohne Marketingabteilung auch im Projektmanagement angesiedelt sein.

Betrachtet man diese Bandbreite an Aufgaben und Verantwortlichkeiten, wird schnell klar, dass Projektmanager für Übersetzungen Superhelden sind: Gute Projektmanager zeichnen sich durch absolute Dienstleistungsorientierung aus. Sie sind sehr kommunikativ und zugewandt, immer freundlich – auch bei Termindruck. Sie setzen schnell Prioritäten und arbeiten strukturiert. Das Projektmanagement ist die Schnittstelle zwischen Kunden und Projektbeteiligten. Deshalb erfordert es großes Fingerspitzengefühl und Teamgeist, um einerseits die Wünsche der Kunden zu erfüllen und andererseits die Teammitglieder nicht unnötig unter Druck zu setzen. Dabei ist auch unternehmerisches Denken gefragt: Projektmanager sollten immer ein Auge auf die Marge und einen Blick für das große Ganze haben. Im Projektmanagement liegt vermutlich die wichtigste Stellschraube für Effizienzsteigerungen im Übersetzungsunternehmen.

Neben all den erwähnten Qualitäten brauchen Projektmanager für Übersetzungen auch sprachliche/übersetzerische Fähigkeiten, um Kunden kompetent zu beraten. Außerdem müssen sie – wie oben beschrieben – in der Lage sein, die Schwierigkeiten und Ansprüche eines Textes durch kurzes Durchsehen einzuschätzen. Auch technisches Verständnis ist unerlässlich: Schließlich arbeiten Projektmanager täglich mit unterschiedlichen Softwareprogrammen und Dateiformaten und müssen sowohl Projektbeteiligte als auch Kunden technisch versiert unterstützen. Dazu gehören auch die Behebung kleinerer Probleme und die Kommunikation mit dem Software-Support.

Nach meiner Erfahrung gibt es nur wenige ausgebildete Übersetzer, deren Berufung gleichermaßen beim Projektmanagement und beim Übersetzen liegt. Natürlich gibt es Übersetzungsunternehmen, in denen Übersetzer gleichzeitig auch als Projektmanager arbeiten. Auch gibt es Übersetzer, denen die Arbeit am Bildschirm zu wenig kommunikativ ist und die sich im täglichen Kontakt mit Kunden, Kollegen und freien Mitarbeitern viel wohler fühlen. Auf jeden Fall ist es wünschenswert, dass bereits im Übersetzerstudium auf eine mögliche Tätigkeit als Projektmanager im Übersetzungsbereich eingegangen und dafür vorbereitet wird. In den Berufsverbänden ist man inzwischen auf das Thema aufmerksam geworden, jedoch besteht noch viel Nachholbedarf.

Weitere Informationen

Masterarbeit Milena Nowak: Translation Project Manager: Berufsbild und Anforderungsprofil, Wien 2013 (http://othes.univie.ac.at/29613)

https://csa-research.com/

Keiran J. Dunne (Hrsg). 2011. Translation and localization project management. Amsterdam: Benjamins

[1] https://csa-research.com/

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Jahresrückblick 2016

Weihnachtshund 2016

2016 war ein gutes Jahr für das Übersetzungsbüro Peschel. Anfang Dezember brachen wir mit Projekt Nummer 1.000 einen persönlichen Rekord. Dies haben wir sowohl unseren Stammkunden zu verdanken, die uns mit regelmäßigen Anfragen versorgten, als auch einigen Neukunden aus so unterschiedlichen Bereichen wie Bildung, Recht, Logistik und Medizin. Wir empfinden es immer wieder als großes Privileg, uns auch in neue Bereiche einarbeiten zu dürfen. Außerdem machte sich die Arbeit bezahlt, die wir in die Bewerbung auf eine Ausschreibung der Europäischen Kommission investiert hatten: Im Sommer erhielten wir den Zuschlag und übersetzen jetzt regelmäßig anspruchsvolle Texte unterschiedlichster Art für die EU.

Auch Dolmetschen war 2016 eine gefragte Leistung. Ich selbst war viel unterwegs, bei Aufsichtsratssitzungen, Town Hall Meetings, Fachkonferenzen und im Fernsehen. Letzteres war für mich nach fast 20 Jahren Berufserfahrung als Konferenzdolmetscherin eine Premiere, als ich in der Sendung Markus Lanz am 2. November dabei sein durfte. Das hat einen Riesenspaß gemacht!

Doch zurück ins Freiburger Büro:

Während es bei unseren Übersetzerinnen keine personellen Veränderungen gab, mussten wir unsere Projektmanagement-Abteilung nach dem Weggang von Lynn Kalic im Sommer nochmals etwas umbauen. Dieser Umbau war aber nicht allzu kompliziert, da Helena Triesch, die schon einige Zeit als Trainee bei uns Erfahrung gesammelt hatte, nahtlos übernehmen konnte. So konnte sie sehr schnell einen guten Rhythmus für die Zusammenarbeit mit unserer leitenden Projektmanagerin Andrea Unkelbach finden.
Unsere Praktikantinnen 2016 waren Isobel Hamilton, Marieke Herbrechtsmeier, Mari Smith und (noch bis Ende Januar) Ann-Kathrin Krüger. Die Britin Mari Smith hat uns so überzeugt (und offenbar auch wir sie), dass sie im Anschluss an ein Praktikum in Spanien im Herbst 2017 wieder zurück zum Übersetzungsbüro Peschel kommen wird.
Ein Highlight für unsere Projektmanagerinnen war der Besuch einer Konferenz für Projektmanagement in Übersetzungsunternehmen, die Anfang Dezember in Barcelona stattfand. Helena und Andrea kamen mit einer ganzen Liste an Ideen zurück; gleichzeitig fühlten sie sich aber auch darin bestätigt, dass unser Projektmanagement-System bereits ein sehr hohes Niveau hat.

Auch der Rest des Teams kam im Bereich Fortbildungen nicht zu kurz: Themen reichten von CAT-Tool-Schulungen, Übersetzung medizinischer Texte, Terminologiemanagement und Kommunikationstechniken bis zu Zeitmanagement.

Die gute Auftragslage 2016 führte auch dazu, dass wir einige neue freiberufliche Mitarbeiter gesucht und gefunden haben. Die Zusammenarbeit mit Freiberuflern beginnt – nach Prüfung der Qualifikationen – immer mit einigen kürzeren Texten, die sorgfältig bewertet werden. So können wir herausfinden, ob die Qualität der Übersetzungen unseren Erwartungen entspricht, ob eine konstruktive Zusammenarbeit möglich ist, ob der freiberufliche Partner auch verlässlich ist, usw. So entwickelt sich im Laufe der Zeit mit jedem Partner ein ganz persönliches Verhältnis. Ohne unsere tollen freiberuflichen Übersetzer könnten wir nicht so viele unterschiedlich Sprachen anbieten, auch bei internen Kapazitätsengpässen gute Übersetzungen liefern und auch größere Übersetzungsprojekte von mehreren 100 Seiten erfolgreich abwickeln.

Jetzt freuen wir uns alle, über den Jahreswechsel erst einmal durchatmen zu können. Wir können schon verraten, dass wir 2017 einigen Zuwachs bekommen werden – wir sind gespannt und freuen uns!

In diesem Sinne wünschen mein Team und ich schöne, erholsame Feiertage und ein tolles 2017!

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Vom Aussterben bedroht!

„Eine Narrenposse? Was soll das sein?“ „Hadelump? Nie gehört“. Um viele Begriffe der Deutschen Sprache steht es schlimm. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die sogenannten Archaismen kaum noch benutzt und langsam, aber sicher geraten sie in Vergessenheit. Gründe dafür gibt es einige:

  • Sie wurden ersetzt, z.B. durch Anglizismen
  • Sie finden keine Anwendung mehr, ein Beispiel ist der „Bandsalat“: Wer noch mit Kassette Musik gehört hat, weiß, dass man Bandsalat nicht essen kann. Da Kassetten heutzutage jedoch kaum noch genutzt werden, geht auch der Gebrauch des Worts Bandsalat zurück
  • Sie sind einfach nicht mehr angemessen, z.B. aus politischen Gründen

Um zu verhindern, dass diese Wörter ganz aussterben (ok, vielleicht mit Ausnahme der politisch inkorrekten wie zum Beispiel „Negerkuss“) fordert der Duden dazu auf, solche Begriffe wieder häufiger zu verwenden. Hier ein kleines ABC an deutschen Wörtern, die kaum noch einer benutzt – und die viele gar nicht kennen:

Amtsschimmel

Bedeutung: Als Amtsschimmel wird ein Mitarbeiter des Amt bezeichnet, der durch die genaue Einhaltung der bürokratischen Dienstvorschriften übertrieben langsam arbeitet.

Herkunft: Das Wort geht wohl auf ein Formular aus dem 19. Jahrhundert zurück, das als Simile bezeichnet wurde, das von dem Lateinischen Wort similis „ähnlich“ stammt. Jemand, der dieses Formular ausfüllte, und somit immer nach dem gleichen Muster arbeitete, wurde Similereiter genannt, was sich erst zu Schimmelreiter und dann zu Amtsschimmel weiterentwickelte.

Backfisch

Bedeutung: Veralteter Begriff für ein jugendliches Mädchen

Herkunft: Dieser Begriff soll daher kommen, dass Fischer früher die zu kleinen Fische, die Backfische, einfach wieder über Bord geworfen haben.

Café Achteck

Bedeutung: Eine Bezeichnung für bestimmte öffentliche Toiletten in Berlin.

Herkunft: Typische Urinale um 1900, die in Form eines Achtecks erbaut wurden.

Drahtesel

Bedeutung: Anderer Begriff für Fahrrad.

Ellenreiter

Bedeutung: Angestellter im Stoffgeschäft.

Herkunft: Elle ist ein altes Längenmaß und Stoffe wurden früher in Ellen abgemessen.

Fersengeld

Bedeutung: Wer Fersengeld gibt, macht sich aus dem Staub.

Herkunft: Es gibt leider keine genauen Auskünfte darüber, wie dieses Wort entstanden ist, es hat aber wohl etwas damit zu tun, Geld zu zahlen um zu fliehen, also Fersengeld geben.

Groschengrab

Bedeutung: Münzautomat, Spielautomat oder Parkuhr, also etwas, wofür viel Geld vergeudet wird.

Hundsfott

Bedeutung: Altes deutsches Schimpfwort für einen gemeinen Menschen.

Herkunft: vulgär: Geschlechtsteil einer Hündin

I-Männchen

Bedeutung: Schulanfänger

Herkunft: Das I ist einer der ersten Buchstaben, die ein Schulanfänger lernt.

Jahresendflügelfigur

Bedeutung: Weihnachtsengel

Herkunft: Alter Begriff aus der DDR

Knorke

Bedeutung: Knorke ist ein Adjektiv für etwas sehr Gutes, Ausgezeichnetes

Herkunft: Der Ursprung des Wortes ist leider ungeklärt.

Lustwandeln

Bedeutung: veraltet für spazieren gehen.

Muckefuck

Bedeutung: umgangssprachlich für schlechten Kaffee.

Herkunft: Ersatzkaffee aus der Nachkriegszeit.

Nulpe

Bedeutung: Dummkopf

Herkunft: Vermutlich ist Nulpe die Weiterbildung von Null.

Oheim

Bedeutung: Onkel

Pleitegeier

Bedeutung: Als Pleitegeier wird jemand bezeichnet der Pleite geht.

Herkunft: Teile dieses Wortes stammen aus dem Jiddischen, das einmal viel Einfluss auf die deutsche Sprache hatte. Das jiddische Wort Geier bedeutet Geher, also heißt es eigentlich Pleitegeher. In unserer Sprache hat sich Pleitegeier dann verfestigt.

Quetschkommode

Bedeutung: umgangssprachlich bzw. scherzhaft für Akkordeon

Herkunft: Angeblich leitet sich das Wort quetschen von dem lat. Wort quatere, quassere ab, was so viel wie schütteln oder schlagen bedeutet.

Ränkeschmied

Bedeutung: ein hinterlistiger Mensch, Intrigant

Herkunft: Das Wort Ränke steht für verwerfliche Pläne. Schmieden wurde als Metapher für ersinnen benutzt.

Schlampampen

Bedeutung: schlemmen

Herkunft: kommt von slampen (schmatzend bzw. schlürfend essen) und wurde durch eine Wiederholung eines Wortteils erst zu slampampen und dann zu schlampampen.

Tort

Bedeutung: Kränkung, Verdruss

Herkunft: Tort stammt aus dem Französischen (tort = Unrecht) bzw. dem Lateinischen (tortus = gedreht, gewunden). Ähnlichkeit zu Tortur.

Unschlitt

Bedeutung: Talg

Herkunft: ursprünglich wohl Eingeweide

Verbaliter

Bedeutung: wortwörtlich

Herkunft: lateinisch

Wuchtbrumme

Bedeutung: lebhafte, temperamentvolle junge Frau von kräftiger Statur

Herkunft: Brumme bedeutet hier so viel wie Käfer, was auch salopp für eine junge Frau verwendet wird.

Xanthippe

Bedeutung: Als Xanthippe wird eine streitsüchtige Frau bezeichnet.

Herkunft: Xanthippe war die Frau von Sokrates, die als sehr streitsüchtig und zänkisch beschrieben wird.

Yuppie

Bedeutung: junger, karrierebewusster Stadtmensch, der viel Wert auf sein Äußeres legt.

Herkunft: Der Begriff kommt aus dem Englischen und setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von young urban professional (people) zusammen.

Zaungast

Bedeutung: Als Zaungast wurde ursprünglich jemand bezeichnet, der bei einer kostenpflichtigen Veranstaltung nur über den Zaun oder der bei einem Geschehen nur aus der Entfernung zusieht.

Wenn Sie das nächste Mal auf der Suche nach einer Freizeitaktivität sind, dann schwingen Sie sich doch auf ihren knorken Drahtesel, lustwandeln Sie oder lernen Sie die Quetschkommode zu spielen. Die Wörter werden es Ihnen danken. Wir raten jedoch davon ab, Ihre Frau als Xanthippe zu bezeichnen. Sollten Sie es doch tun, so geben Sie am besten schnell Fersengeld, bevor sie herausfindet, was das Wort bedeutet!

Quellen:

http://www.duden.de

http://www.kunst-worte.de/archaismen/

http://www.detlef-guertler.de/Rote-Liste.htm

http://www.bedrohte-woerter.de/

http://www.wortbedeutung.info/

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CAT-Tool – Was ist das?

Wer sich mit der Arbeit eines Übersetzers beschäftigt, wird früher oder später auf das Zauberwort CAT-(Computer-Aided-Translation)-Tool stoßen. Diese weit verbreitete Software bietet nützliche Funktionen, darf aber nicht mit maschineller Übersetzung à la Google-Übersetzer verwechselt werden. Wie das mit Werkzeugen so ist – ohne die richtige Handhabung und gutes Material kann es alleine keine Wunder vollbringen. Grob gesagt sind CAT-Tools komplexe Datenbank-Programme, in denen erarbeitete Übersetzungen und Terminologie für eine spätere Verwendung gespeichert werden. Und Datenbanken sind bekanntlich immer nur so gut wie ihr Inhalt.

Mit Hilfe von CAT-Tools sollen der Übersetzungsprozess beschleunigt, die Übersetzungskosten der Unternehmen gemindert und Terminologiekonsistenz gewährleistet werden. Vorteile: weniger Schreibarbeit, konsistentere Übersetzungen, hohe Verlässlichkeit, Einbindung von Terminologie.

Zu den gängigsten CAT-Tools gehören:

  • Trados
  • Wordfast
  • MemoQ
  • Across
  • Passolo
  • Déjà Vu
  • Star Transit
  • MetaTexis

CAT-Systeme bestehen aus verschiedenen Elementen:

  1. Translation Memory – Eine Datenbank mit strukturierten Übersetzungen, in der der Übersetzer zu jedem Segment im Ausgangstext eine zielsprachliche Version abspeichert. Aus diesem Archiv werden dem Übersetzer später Formulierungen vorgeschlagen, wenn durch Analyse ein bestimmter Grad an Ähnlichkeit (normalerweise etwa 75-100%) erkannt wurde.
  2. Terminologiedatenbank – Als Bestandteil eines Translation-Memory-Systems zeigt sie dem Übersetzer während des Übersetzungsprozesses zielsprachliche Benennungen der verwendeten Begriffe an. Ebenso wie das Translation Memory muss die Terminologiedatenbank vom Übersetzer „gefüttert“ werden.
  3. Alignment-Tools – Mit ihnen können vorhandene Übersetzungen (aus zwei verschiedenen Dateien) in ein Translation-Memory-System eingepflegt werden.
  4. Projektmanagement-/Workflow-Komponenten
  5. Qualitätssicherungswerkzeuge

Wie sieht die Arbeit mit einem CAT-Tool aus?

Die zu übersetzenden Dokumente werden von der Software zunächst in einzelne Segmente / Übersetzungseinheiten (meist Sätze) unterteilt, die übersichtlich in Bearbeitungsfenstern angeordnet werden. Die Abbildung zeigt die untereinander angeordneten nummerierten Segmente, wobei der Ausgangstext in der linken Spalte, der Zieltext (also die Übersetzung) in der rechten Spalte steht. Ganz rechts werden Ergebnisse aus dem Translation Memory (rot) angezeigt, sowie Ergebnisse aus der Terminologiedatenbank (blau).

Bei der Bearbeitung werden alle Übersetzungseinheiten in einem Translation Memory gespeichert. Der Übersetzer bekommt dann bei sich wiederholenden Benennungen oder Segmenten den Inhalt des Translation Memories und der Terminologiedatenbank angezeigt und kann diesen mit einem Klick einfügen und bei Bedarf abändern. Auch die Übersetzungen von Kolleginnen und Kollegen, die am selben Projekt arbeiten, werden angezeigt, wenn sie auf dasselbe Server-Translation Memory zugreifen können. Eine gleichzeitige Bearbeitung desselben Dokuments durch verschiedene Übersetzer/innen ist mit manchen Tools möglich.

Auch das Lektorieren von Texten lässt sich durch den Einsatz eines CAT-Tools vereinfachen. Die Tools verfügen über eine QA-Funktion, die neben der Rechtschreibung auch „verbotene“ Benennungen, die kundenspezifische Terminologie usw. prüft.

CAT-Tools nehmen dem Übersetzer die Arbeit nicht ab, doch dank ihrer vielen Vorteile sind sie aus dem Alltag eines Übersetzers nicht mehr wegzudenken.

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Praktikant*innen im Übersetzungsbüro: Tipps für die Nachwuchsarbeit

Im Übersetzungsbüro Peschel nehmen wir seit rund sechzehn Jahren Praktikanten auf. Dies ist für beide Seiten immer eine Bereicherung: Die Praktikanten erhalten Einblick in das „echte“ Berufsleben und lernen allein im administrativen und unternehmerischen Bereich vieles, was an den Hochschulen nicht vermittelt wird. Dazu zählt neben Preisgestaltung und Erstellung von Angeboten, Auftragsbestätigungen und Rechnungen auch das Arbeiten mit CAT-Tools was – wenn überhaupt – an der Uni nur flüchtig behandelt wird. Darüber hinaus arbeiten die angehenden Übersetzer im Praktikum auch mit für sie neuen Textsorten (von der Geburtsurkunde bis zur PowerPoint-Präsentation). Nicht zuletzt erfahren sie, wie man Übersetzungsprojekte im Team bearbeitet und dass Kundenerwartungen höchst unterschiedlich sein können. So leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung des Nachwuchses und bekommen gleichzeitig Unterstützung bei Routineaufgaben, wodurch das angestammte Team teilweise entlastet wird. Da wir auch Dolmetscherteams zusammenstellen, erhalten Studenten manchmal sogar die Chance, bei einer Konferenz das Simultandolmetschen aus allernächster Nähe zu verfolgen.

Die Nachfrage nach Praktikumsplätzen in der Übersetzerbranche ist groß und wir erhalten meist mehr Bewerbungen als wir Plätze anbieten können. Im Allgemeinen beschäftigen wir parallel eine deutsch- und eine englischsprachige Praktikantin. Vielleicht fühlt sich der eine oder andere Kollege ja durch diesen Artikel motiviert, auch einmal für einige Monate einen Studenten aufzunehmen und in die tägliche Berufspraxis einzuarbeiten.

Drei Aspekte sollte man sich zunächst überlegen:

  • Was erwarten wir von dem Praktikanten?
  • Was erwartet der Praktikant von uns?
  • Welche rechtlichen Aspekte sind zu beachten?

Was man selbst von dem Praktikanten erwartet

Das sollte schon in der Ausschreibung festgelegt oder spätestens in einem ersten Gespräch geklärt werden.

Der Praktikant sollte in der Lage sein, zumindest einfachere Fachtexte so zu übersetzen, dass sich der Korrekturaufwand in einem vertretbaren Rahmen hält. Aus diesem Grund nehmen wir in unserem Büro inzwischen ausschließlich Studenten und Absolventen des Studiengangs Übersetzen/Dolmetschen auf, denn Anglisten, Romanisten usw. fehlt es unserer Erfahrung nach an dem spezifischen „Handwerkszeug“, um sich in ein mehr oder weniger neues Fachgebiet einzuarbeiten und sich in der Zielsprache genügend vom Ausgangstext zu lösen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel!

Bei der Aufgabenzuweisung sollte man ruhig kreativ vorgehen, je nach Talent kann man auch Studenten an der Verfassung von Werbebriefen oder der Ermittlung neuer Kundengruppen mitwirken lassen. Normalerweise wird die Nachwuchskraft neue Herausforderungen zu schätzen wissen!

Zu allgemeinen Regeln und Abläufen wie Pausenregelung oder Kleidung schicken wir den Praktikanten schon vorab ein Infoblatt. Gespräche über Erwartungen und Anforderungen sollten mit den vorübergehenden Teammitgliedern nicht nur am Anfang und Ende des Praktikums, sondern auch zwischendurch stattfinden, um Fortschritte zu kontrollieren und sich gegenseitig Feedback zu geben.

Besonders wichtig ist es für den Praktikumsanbieter, genügend Zeit für die Betreuung und vor allem die Korrektur der Übersetzungen einzuplanen. Anfangs kann eine Korrektur von Fachtexten ähnlich lange dauern wie die eigene Übersetzung desselben Textes – im Laufe des Praktikums sollte es dann natürlich schneller gehen. Vom Praktikanten zu übersetzende Texte sind möglichst entsprechend der Vorkenntnisse auszuwählen.

Was erwartet der Praktikant von uns?

Normalerweise wird er das im Motivationsschreiben erläutern – und üblicherweise lautet die Erwartung „… möchte ich nun Erfahrungen in der Übersetzerpraxis sammeln.“ Er möchte live erfahren, wie es ist, tatsächlich als Übersetzer zu arbeiten. Dazu darf er auch ruhig in steigendem Maße unter Termindruck arbeiten und lernen, dass selbst sein „Traumberuf“ nicht jeden Tag nur Spaß, sondern oft enge Deadlines, ungeduldige Kunden und jede Menge Verwaltungsarbeit bedeutet. Für den einen oder anderen dürfte es auch etwas ernüchternd sein, dass leider nicht alle Ausgangstexte gut geschrieben sind.

Fairerweise wird ein Praktikant nicht nur zur Adresseingabe, Eintüten von Mailings oder gar zum Kaffeekochen herangezogen, sondern bekommt ausreichend Gelegenheit, selbst Übersetzungen anzufertigen und dem Team z. B. beim Projektmanagement über die Schulter zu schauen.

Zur Betreuung gehört nicht unbedingt nur die professionelle Einarbeitung, denn vor allem bei auswärtigen Praktikanten ist man möglicherweise auch persönlicher Ansprechpartner für verschiedene Fragen des alltäglichen Lebens. Gerade ausländische Studenten sind oft noch sehr jung, weshalb neben bzw. nach der Arbeit idealerweise ein bisschen Zeit für persönliche Gespräche oder vielleicht sogar gemeinsame Aktivitäten zur Verfügung stehen sollte. Trotzdem muss für Praktikanten aber auch klar sein, dass das Stammteam während der Arbeitszeit so wenig wie möglich unterbrochen werden sollte und Fragen nicht ständig zwischendurch gestellt werden können.

Rechtliche Aspekte

Um sich selbst und seine Kunden zu schützen, sollte man mit Praktikanten unbedingt eine Geheimhaltungsvereinbarung abschließen und ggf. eine Kundenschutzklausel in den Praktikantenvertrag aufnehmen. Schließlich erlangt der Praktikant nicht nur Einblicke in kundenspezifische Unterlagen, sondern bekommt auch mit, für wen Sie zu welchen Konditionen arbeiten.

Ein Praktikantenvertrag muss nicht so ausführlich sein wie ein Arbeitsvertrag, sollte aber Angaben zur Dauer des Praktikums, Vergütung, Arbeitszeiten und Aufgabengebiet enthalten.

Genau wie für alle anderen festen Mitarbeiter auch muss für Praktikanten eine Gehaltsabrechnung erfolgen. Bei selbstständigen Einzelübersetzern kann dies normalerweise der Steuerberater übernehmen, es gibt aber auch entsprechende Dienstleister (z. B. www.lohndirekt.de). Informationen zu geringfügigen (maximal 450 EUR pro Monat) und kurzfristigen (längstens 2 Monate) Beschäftigungen finden sich auch im Internet, zum Beispiel auf der Website des DGB unter http://jugend.dgb.de/studium/dein-job/jobarten. Die Versicherung gegen Unfälle am Arbeitsplatz (dazu zählt auch der Weg zur und von der Arbeit!) trägt grundsätzlich der Arbeitgeber; der Beitrag ist obligatorisch an die entsprechende Berufsgenossenschaft zu zahlen und richtet sich nach der Höhe des Gehalts. Generell unterliegen auch Praktika dem seit dem 1. Januar 2015 geltenden Mindestlohngesetz. Ausgenommen sind Pflichtpraktika im Rahmen des Studiums und nach unseren Recherchen auch sogenannte Orientierungspraktika von maximal drei Monaten, wobei sich die Gesetzgebung Anfang 2015 mit genauen Definitionen eher bedeckt hält. Bei der Anstellung von Absolventen empfehlen wir vorherige juristische Abklärung.

Informationen dazu gibt es unter https://www.absolventa.de/karriereguide/arbeitsrecht/mindestlohn-praktikum

Freiberufler sollten beachten, dass in Betrieben ab einem Mitarbeiter (auch wenn dieser wie im Falle eines Praktikanten nur vorübergehend angestellt ist) ein Verbandskasten nach DIN 13157 vorhanden sein muss. Viel mehr gibt es zur Sicherheit am Arbeitsplatz von Übersetzern wohl nicht unbedingt zu sagen… Im Hinblick auf die IT-Sicherheit sollte ein Merkblatt mit Computerregeln vorbereitet werden: z. B. kein eigenmächtiges Herunterladen von Programmen, keine Verwendung eigener USB-Sticks ohne Absprache, private Nutzung des Internets gar nicht oder nur außerhalb der Arbeitszeiten usw. Ebenso sollte die Rechtestruktur des Netzwerks dem Praktikanten nur Zugriff auf die Daten gestatten, die er für seine Arbeit tatsächlich braucht.

Und last not least: Bei der Betreuung von Praktikanten lassen sich viele Dinge mit gesundem Menschenverstand und etwas Fingerspitzengefühl ganz einfach regeln. Probieren Sie es einfach aus! Als erfahrene Übersetzer sollten wir es als unsere Aufgabe ansehen, dem Nachwuchs der Branche zu vermitteln, wie man vernünftige Qualität zu einem angemessenen Preis bietet. Auf einem Markt, auf den immer mehr Billiganbieter zweifelhafter Qualifikation drängen, ist es an uns, ein Arbeitsumfeld mitzugestalten, in dem wir auch in Zukunft gerne tätig sein möchten. Deshalb profitieren nicht zuletzt auch wir selbst in hohem Maße davon, wenn wir angehenden Übersetzern einen umfassenden Einblick in unseren Arbeitsalltag gewähren.

Zur Übersicht:

Welche Unterlagen werden benötigt?

  • Motivationsschreiben und Lebenslauf
  • Studienzeugnisse
  • Zeugnisse über bisherige Praktika, Jobs
  • Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale (ELStAM)
  • Sozialversicherungsausweis
  • Personalfragebogen (beim Steuerberater oder der Abrechnungsstelle erhältlich)

Welche Infos sollte der Praktikant vorab erhalten?

  • Allgemeine Regeln im Büro
  • Arbeitszeiten
  • Infos zu Stadt und Wohnungssuche (u. a. zwischenmiete.de)
  • Verpflegung in der Mittagspause (Küche vorhanden?)
  • Ansprechpartner vor und während des Praktikums
  • Verkehrsmittel

Praktikumsbörsen im Internet z. B.:

https://www.praktikum.info/www.praktikum.info

http://www.praktikumsanzeigen.info

Inzwischen haben auch viele Hochschulen eigene Online-Plattformen, auf denen man Praktika ausschreiben kann.

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Die perfekte Symbiose – freiberufliche Übersetzer*innen und Übersetzungsunternehmen

Leider herrschen in der Übersetzungsbranche immer noch Vorurteile gegenüber der Untervergabe von Übersetzungsaufträgen. Beispielsweise höre ich von Übersetzerkollegen öfter böse Kommentare über „ausbeuterische Agenturen“. Glücklicherweise gibt es aber in den letzten Jahren doch auch eine Bewegung hin zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Freiberuflern und Übersetzungsbüros. Wenn ich von meinem eigenen Unternehmen spreche, vermeide ich das „böse“ Wort Agentur, um zu betonen, dass wir durchaus intern Übersetzungen anfertigen. Tatsächlich wird bei uns der Großteil der Gesamtarbeitszeit auf Übersetzungen und Korrekturlesen verwendet. Wenn unsere Kapazitäten nicht ausreichen oder unsere Kunden Sprachkombinationen oder Fachgebiete nachfragen, für die wir keine interne Expertise haben, sind wir auf die Hilfe unserer freiberuflichen Mitarbeiter angewiesen. Ich schreibe bewusst „angewiesen“, denn ohne unsere Freiberufler könnten wir nicht annähernd den Service bieten, den unsere Kunden von uns erwarten.

Projektmanagement – der Aufwand wird oft unterschätzt

Die steigende Komplexität von Übersetzungsprojekten bedeutet, dass im Verhältnis zum Gesamtaufwand immer mehr Zeit und Fachwissen auf das Projektmanagement verwendet werden muss. Damit unsere freiberuflichen Mitarbeiter sich aufs Übersetzen konzentrieren können, findet das Projektmanagement bei uns statt: Unsere beiden Projektmanagerinnen haben dabei die Aufgabe, für jedes neue Projekt einen Zeitplan zu erstellen bzw. festzulegen, wie viel Zeit auf die Übersetzung, die Qualitätskontrolle und eventuelle Nachbearbeitung verwendet werden kann. Dann folgt die Auswahl und Anfrage der Fachübersetzer und Korrektoren, wobei großer Wert auf personelle Konsistenz gewährt wird: Wir setzen für die gleichen Kunden möglichst immer die gleichen Mitarbeiter ein. Damit die Übersetzer sich später auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren können, bereitet die Projektmanagerin das Projekt vor: Dies umfasst die Aufbereitung des Dokuments zur Bearbeitung mit einem CAT-Tool, Zusammenstellung der zu verwendenden Terminologie, Translation Memories, Style Guides und Referenztexte sowie die Formulierung sonstiger Arbeitsanweisungen. Während die Übersetzungs- und Korrekturarbeit läuft, klärt die Projektmanagerin aufkommende Fragen mit dem Kunden und hält ein Auge auf den Projektfortschritt. Nach Lieferung der Übersetzung und erfolgter Qualitätskontrolle führt die Projektmanagerin noch einen kurzen Check des Dokuments durch, liefert es an den Kunden und bearbeitet das Projekt nach, indem sie Translation Memories und Termdatenbanken auf den neuesten Stand bringt sowie die korrigierte Version der Übersetzung als Feedback an die beteiligten Übersetzer schickt. Später erfolgt dann selbstverständlich noch die Nachfrage beim Kunden, ob die Arbeit den Erwartungen entsprochen hat und – falls dies einmal nicht der Fall gewesen sein sollte – das Beschwerdemanagement.

Teamarbeit ist Alles

Angesichts dieses komplexen Projektablaufs sind unsere Projektmanagerinnen auf eine gute und enge Zusammenarbeit mit Übersetzern und Korrektoren angewiesen. Dazu gehört bei freien Mitarbeitern eine schnelle Reaktion auf Anfragen (konkret bedeutet das innerhalb einer Stunde), damit die Planung weitergehen kann. Eine klare Kommunikation ist dabei unerlässlich, wie etwa: „Ich kann die Übersetzung bis Dienstag, 12 Uhr übernehmen“, oder: „Leider habe ich heute und morgen keine Kapazitäten“. Lange, ausschweifende E-Mails halten nur unnötig auf. Es versteht sich von selbst, dass die Projektmanagerinnen sich auf Zusagen hundertprozentig verlassen können müssen, denn eine verspätete Lieferung der Übersetzung kann unter Umständen nach Domino-Manier den gesamten Zeitplan über den Haufen werfen. Ein weiterer Anspruch an unsere freien Mitarbeiter ist eine hohe übersetzerische Qualität. Das mag banal klingen, doch leider haben wir die Erfahrung gemacht, dass nicht jeder Übersetzer   etwa die mitgelieferte Terminologie beachtet, gründlich recherchiert oder dass ein freier Mitarbeiter an Stellen, an denen der Ausgangstext unklar ist, offenkundig „geraten“ hatte. Gute Übersetzer erkennen wir daran, dass sie Rückfragen stellen, auf Fehler oder Unklarheiten im Ausgangstext hinweisen, pünktlich liefern und Feedback gerne annehmen.

Und unsere Erwartungen?

Wir erwarten also viel von „unseren“ Freelancern, aber dafür glauben wir, ihnen umgekehrt auch diverse Vorteile zu bieten. Als Vermittler zwischen Kunden und Übersetzern kommunizieren wir mit diesen, handeln Preis und Liefertermine aus, klären was zu klären ist und geben alle Informationen in komprimierter und klarer Form an die Übersetzer weiter. Unsere Projektmanager schlagen sich mit unhandlichen Formaten oder Formatierungen herum, suchen die richtigen Terminologie-Datenbanken, Style Guides und Referenzmaterialien heraus. Bei uns sind Freelancer Teil des Teams: Sie haben Ansprechpartner bei Fragen und bekommen konstruktives Feedback, das ihnen hilft, sich weiterzuentwickeln. Nicht zu vergessen, übernehmen wir das unternehmerische Risiko: Sollte mit einer Übersetzung etwas schief laufen oder geht ein Kunde insolvent, tragen wir das Risiko. Wir sehen unsere freien Mitarbeiter als echte Partner. Das zeigt sich auch daran, dass wir wie gesagt keine Preise „diktieren“. Natürlich bleiben auch wir als Übersetzungsunternehmen nicht vom allgemeinen Preisdruck verschont. Dennoch ist unser Prinzip, dass unsere freien Mitarbeiter uns ihre Preise nennen, nicht umgekehrt.

Wie haben wir diese tollen Leute gefunden?

Ganz klar kann man sagen, dass keiner von ihnen sich bei uns mit einer E-Mail an einen Verteiler von „undisclosed recipients“ beworben hat, in deren Betreffzeile so etwas wie „My services are boundless, My projects are done on schedule“ stand. Die meisten haben wir aktiv gesucht und gefunden, etwa über Verzeichnisse der Berufsverbände. Bei manchen handelt es sich auch um ehemalige Praktikanten. Wenn wir einen neuen Kandidaten haben, von dem wir glauben, dass er zu uns passt, beginnt zunächst eine Testphase, in der kleinere Aufträge (keine unbezahlten Probeübersetzungen!) erteilt werden. Wenn uns die Übersetzungen gefallen, pünktlich geliefert wird und auch sonst alles stimmt (siehe oben), weiten wir die Zusammenarbeit aus und geben je nach Auftragslage zunehmend größere oder anspruchsvollere Übersetzungen in Auftrag. Das Feedback wird in unserer Projektmanagement-Software dokumentiert, damit jede Projektmanagerin schnell sehen kann, wer für welche Projekte besonders gut geeignet ist.

So macht die Arbeit Freude!

Mittlerweile haben wir einen großen Pool an Freelancern, wobei wir für bestimmte Sprachkombinationen und Fachgebiete natürlich unsere Favoriten haben, die in aller Regel zuerst angefragt werden. Wir empfinden die Zusammenarbeit mit ihnen als sehr bereichernd – sowohl fachlich als auch menschlich. Freelancer-Tage, bei denen wir kostenlose Schulungen anbieten, ermöglichen die persönliche Begegnung, aber auch am Telefon und per E-Mail sind schon viele herzliche Beziehungen entstanden. Freiberufliche Kollegen, die unsere Arbeitseinstellung und unseren Qualitätsanspruch teilen, helfen auch uns, immer besser zu werden und die Freude an unserem Beruf nicht zu vergessen.

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Tourismus für Fortgeschrittene – Tourism for Runaways

Wer kennt sie nicht, die herrlich lustigen Schilder, die ausländische Besucher informieren sollen, sie aber in Wirklichkeit nur verwirren.

Was auf Speisekarten höchstens dazu führt, dass der ausländische Tourist unfreiwillig aus der Komfortzone gelockt wird und kulinarisch mal was anderes probiert (auf den Kanaren wurde uns mal die eigenwillige Kombi Jam and Eggs – ein Versuch, jamón y huevos zu übersetzen – angeboten), kann an anderer Stelle doch auch größeren Schaden anrichten.

Orientierung im Angebotsdschungel

Dank Internet sind touristische Angebote weltweit mit wenigen Mausklicks vergleichbar. Allerdings nur, wenn der Nutzer sie in seiner Sprache vorfindet. Ich jedenfalls habe nicht die Geduld, mich durch eine Google-Übersetzung oder eine nur auf Italienisch (Italienisch kann ich leider nicht) geschriebene Website zu quälen, wenn ich meinen Italienurlaub buchen möchte. Ob das wohl auch einer der Gründe ist, warum immer mehr Deutsche gerne im eigenen Land Urlaub machen? Vor der Buchung einer Reise empfiehlt es sich, die Reisebedingungen durchzulesen. Was in der Muttersprache schon eine Quälerei ist, ist für die meisten Fernreisenden in spe in einer anderen Sprache fast nicht machbar. Fehlende oder fehlerhafte Übersetzungen, die zu echten Schwierigkeiten in der Orientierung, im Verständnis lokaler Besonderheiten oder sogar überlebensnotwendiger Sicherheitsbestimmungen führen, schädigen nicht nur das Image des Anbieters, sondern können auch Haftungs- und Regressforderungen nach sich ziehen.

Sprechen Sie die Sprache ihres Gastes

Wer also in seinem Hotel, seiner Ferienanlage oder bei seiner Bildungsreise gerne auch Gäste aus dem nicht-deutschsprachigen Raum begrüßen möchte, ist gut beraten, diese in ihrer eigenen Sprache anzusprechen. Etwa 30 % der Internet-User sind englischsprachig, was im Umkehrschluss bedeutet, dass 70 % der Nutzer durch eine lediglich ins Englische übersetzte Website nicht (oder zumindest nicht in ihrer Muttersprache) erreicht werden.

Unter den ausländischen Touristen, die Deutschland als Ferienziel aussuchen, kommen nur ca. 8 % aus dem deutschsprachigen Ausland. Unter den nichtdeutschsprachigen Besuchern machen mit ca. 10 % Besucher aus den Niederlanden den größten Part aus, gefolgt von je ca. 5 % aus den USA und Großbritannien, fast 4 % aus Italien, über 3 % aus Frankreich.

Laut Marktforschungsinstitut Common Sense Advisory sind 72 % der Verbraucher geneigter, ein Produkt zu kaufen, wenn Informationen dazu in ihrer eigenen Sprache verfügbar sind. Darüber hinaus geben 56 % der Verbraucher an, dass für die Kaufentscheidung die Verfügbarkeit von Informationen in ihrer Muttersprache wichtiger ist als der Preis.

Arbeiten fürs Abenteuer

Nachdem die Argumente für eine mehrsprachige Realisierung der Hotelwebsite oder des Urlaubskatalogs nicht von der Hand zu weisen sind, stellt sich nun die Frage: Woher die Übersetzung nehmen? Die billigste und schnellste Variante ist natürlich eine Einbindung des Google-Übersetzers. Dabei sollte man allerdings bedenken, dass die Maschine einige Probleme mit Werbeslogans hat. Aus „Own your adventure when you book your next vacation to the Bahamas“ im Englischen wird auf Deutsch „Arbeiten Sie Ihr Abenteuer, wenn Sie Ihren nächsten Urlaub auf den Bahamas buchen“. Hmm. Arbeiten wollten wir eigentlich gerade nicht.

Wenn man auch über die englischsprachige Welt hinaus hofft, Gäste ins Land zu locken, sollte man außerdem bedenken, dass der Google-Übersetzer z.B. ins Spanische nicht direkt vom Deutschen übersetzt, sondern vom Deutschen ins Englische und dann erst vom Englischen ins Spanische. Schon mit der einsprachigen Flüsterpost lässt sich viel Spaß haben, man kann sich also vorstellen, um wie viel lustiger es wird, wenn mehrere Sprachen im Spiel sind. Ob das dann allerdings noch werbewirksam ist …

Der direkte Weg nach Rom

Wer also Touristen aus aller Welt in ihrer Sprache ansprechen will, sollte darauf achten, dass aus den fremdsprachlichen Versionen keine Lachnummer wird. Die Übersetzung von Marketing-wirksamen Texten erfordert viel Sprachgefühl und fundierte Kenntnisse der Kultur Ihrer potenziellen Gäste. Und wer allgemeine Reisebedingungen unterschreiben soll, sollte sie auch verstehen können. Es mag vielleicht sein, dass alle Wege nach Rom führen, aber der direkteste Weg geht über professionelle Übersetzer.

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Jahresrückblick 2015

Der Jahresrückblick ist inzwischen schon fast Tradition – auch wenn es mir die Auftragslage in der Vorweihnachtszeit dieses Jahr nicht erlaubt hat, innezuhalten. Aber jetzt, nachdem die letzten Projekte des Jahres versorgt sind und die Weihnachtstage etwas Ruhe in den Kopf gebracht haben, möchte ich mir doch noch die Zeit für einen kurzen Blick zurück nehmen.

Personell war 2015 einiges los. Nachdem unsere Projektmanagerin Andrea Unkelbach bereits Ende 2014 in Mutterschutz gegangen war, ging auch Marie Crossland im Frühjahr in die zweite „Runde“. Wir freuen uns mit beiden Müttern über die Geburt ihres jeweils zweiten Kindes!

Im Sommer mussten wir leider gleich zwei Mal Abschied nehmen: von Katherina Polig und von Emily Orlowski, die es beide nach England und beide in die schöne Stadt Bath zog. Es ist uns nicht leicht gefallen, die beiden gehen zu lassen. Trost ist jedoch, dass sowohl Katherina als auch Emily auf freiberuflicher Basis weiter für uns arbeiten, so dass der Kontakt nach wie vor eng ist. Emily war sogar bei unserer Weihnachtsfeier dabei!

Unsere Projektmanagerin Lynn Kalic, die als Elternzeitvertretung für Andrea Unkelbach seit Januar das Team verstärkt, hat sich gut eingelebt. Offen gestanden ist es schwer zu glauben, dass sie erst seit einem Jahr zu unserem Team gehört. Sie wird auch nach Andreas Rückkehr im Frühjahr 2016 bei uns bleiben. Dadurch kann Verena Brunner mehr Zeit in der Übersetzungsabteilung verbringen; Projektmanagement wird sie dann nur noch vertretungsweise machen.

Im September durften wir einen weiteren Neuzugang begrüßen: Mit Marnie Christensen konnten wir zum ersten Mal eine amerikanische Muttersprachlerin als Übersetzerin in unser festes Team aufnehmen. Marnie kommt aus Wisconsin und hat vor ihrer Ankunft in Freiburg bereits in Graz und in Berlin die unterschiedlichsten Varianten der deutschen Sprache kennengelernt.

Auch dieses Jahr hatten wir wieder tolle Praktikantinnen und Praktikanten: Gesa Rosebrock, Kevin Herschbach, Sina Burgert und Alex Smith haben unser Büro bereichert, Helena Triesch und Charlie Hinds werden noch bis zum Frühjahr 2016 bei uns sein.

Thema des Jahres war für mich persönlich – ausgelöst durch die Anfrage der Universität Heidelberg, eine Vorlesung zum Thema zu halten sowie die Einarbeitung einer neuen Projektmanagerin – das Thema Projektmanagement im Übersetzungsbüro. Dazu erschien im Dezember auch mein Artikel in der Fachzeitschrift des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer.

Ein weiteres Highlight des Jahres war der Besuch bei einem befreundeten Übersetzungsbüro. Der offene und ehrliche Erfahrungsaustausch war ausgesprochen bereichernd und hat uns einmal mehr in der Überzeugung bestärkt, dass partnerschaftliche Beziehungen sehr viel mehr wert sind (und Wert schaffen) als Wettbewerbsdenken.

Was Projekte angeht, so durften wir in diesem Jahr einige Male die Flexibilität unserer Kapazitäten testen. Insbesondere gegen Jahresende stemmten wir einige sehr umfangreiche, extrem eilige Projekte, die uns offen gestanden schon den Schweiß auf die Stirn trieben. Am Ende konnten wir aber alles pünktlich liefern – und hatten das Gefühl, die Weihnachtsferien verdient zu haben.

Wir möchten allen Kunden danken, die uns im vergangenen Jahr ihr Vertrauen geschenkt haben, und natürlich auch allen freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die uns dabei geholfen haben, dieses nicht zu enttäuschen.

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10 Tipps für die Planung mehrsprachiger Konferenzen

Viele Fachkonferenzen werden heute auf Englisch abgehalten, auch wenn dies für die meisten Redner und Zuhörer nicht die Muttersprache ist. Bei besonders hochkarätigen Veranstaltungen oder wenn nicht alle Referenten und Teilnehmer Englisch sprechen, kommen Simultandolmetscher zum Einsatz.

Nicht umsonst bekamen wir von Gernot Erler, MdB, damals Staatsminister im Auswärtigen Amt, die verblüffte Rückmeldung „Obwohl ich Englisch sehr gut verstehe, wurde mir bei der Verdolmetschung richtig klar, was einem in der Fremdsprache doch alles entgehen kann.“

Der Informationsgewinn durch eine Verdolmetschung kann also die Kosten für Dolmetscher durchaus aufwiegen.

Wir haben für Sie einige Tipps zusammengestellt, die Ihnen die Abwägung der Kosten und die Zusammenarbeit mit einem Dolmetscherservice erleichtern:

  1. Sprachkombinationen klären: Welche Sprachen sollen gesprochen werden und welche Sprachen sollen den Zuhörern zur Verfügung gestellt werden? Dies hängt natürlich von der sprachlichen Herkunft und der Struktur der Konferenzteilnehmer ab. Dabei müssen die gesprochenen und die gehörten Sprachen nicht unbedingt deckungsgleich sein. So kann es sinnvoll sein, die gesprochenen Sprachen auf Englisch und Deutsch zu beschränken, aber beide Sprachen auch ins Französische dolmetschen zu lassen.
  2. Frühzeitig ein Budget einplanen. Gute Konferenzdolmetscher und die erforderliche Technik Kosten Geld. Deshalb empfiehlt es sich, bereits am Anfang des Planungsprozesses Angebote einzuholen. Dann bleibt auch genügend Zeit, eventuell andere Faktoren anzupassen (etwa das Programm), um die Kosten zu reduzieren oder Sponsoren zu finden.
  3. Die richtige Form des Dolmetschens – simultan oder konsekutiv – hängt von der Form der Veranstaltung ab. Für eine einstündige Pressekonferenz kann eine Konsekutiv-Verdolmetschung Sinn machen, sobald die Veranstaltung auf mehr als zwei Sprachen abgehalten wird oder mindestens einen Tag dauert, sind Simultandolmetscher die beste Lösung.
  4. Dolmetscher buchen. Je eher Sie die Dolmetscher buchen, desto besser. Konferenzdolmetscher, die auf bestimmte Fachbereiche spezialisiert sind, sind oft schon lange im Voraus ausgebucht. Bei frühzeitiger Buchung können außerdem möglichst lokal ansässige Dolmetscher eingesetzt, und so Fahrt- und Übernachtungskosten gespart werden. Die meisten Konferenzdolmetscher arbeiten freiberuflich und verfügen über ein Kollegennetzwerk, aus dem sie ein passendes Team zusammenstellen. Da die Berufsbezeichnung „Dolmetscher“ nicht geschützt ist, sollte man auf ausreichende Qualifikationen (Universitätsabschluss als Konferenzdolmetscher) achten. Mitgliedschaft in Berufsverbänden (AIIC, VKD) sind ein zusätzliches Zeichen für Professionalität. Am besten finden Sie in einem persönlichen Gespräch heraus, wie qualifiziert ein Dolmetscher ist. Und bei dieser Gelegenheit merken Sie auch gleich, ob er oder sie eine angenehme Stimme hat.
  5. Konferenztechnik buchen. Große Konferenzzentren verfügen oft über eigene Technik, an anderen Tagungsorten kann Dolmetschtechnik zugemietet werden. Fragen Sie Ihren beratenden Dolmetscher, der Ihnen entweder vertrauenswürdige Anbieter empfiehlt oder auch für Sie organisiert.
  6. Dolmetscher in die Programmplanung einbeziehen. Um die Anzahl der benötigten Dolmetscher und damit die Kosten nicht unnötig in die Höhe zu treiben, ist es gut zu wissen, dass bei einer gesamten (reinen) Vortragszeit von ca. 5,5 Stunden ein Team aus zwei Dolmetschern pro Sprachkombination ausreicht. Wenn das Vortragsprogramm länger ist, werden Dreierteams erforderlich. Für die Optimierung der Kosten besprechen Sie das Programm am besten schon zu einem frühen Zeitpunkt mit Ihrem beratenden Dolmetscher. Eventuell kann man durch eine leichte Kürzung des Programms oder geschickte Verteilung der Teilnehmer auf Workshop-Gruppen mit einem kleineren Dolmetscherteam auskommen.
  7. Redner und potenzielle Teilnehmer der Tagung informieren. Wenn Sie sich für eine Verdolmetschung Ihrer Veranstaltung entschieden haben, sollten Sie dies auch den Referenten bekannt geben. So mancher Redner ist vielleicht froh, statt auf Englisch in seiner Muttersprache vortragen zu dürfen, und der Kreis der potenziellen Teilnehmer kann deutlich erweitert werden. Bitten Sie die Referenten, ihre Redebeiträge (PowerPoint Präsentationen, Skripte) vorab zur Verfügung zu stellen, damit die Dolmetscher sich so spezifisch wie möglich in das Thema einarbeiten können.
  8. Redner ermutigen, in Ihrer Muttersprache vorzutragen, wenn diese zu den Konferenzsprachen gehört. Ein Deutscher, der sein Publikum (das vielleicht sowieso zu 80 % aus Deutschen besteht) auf Englisch anspricht, verliert oft an Spontaneität. Nur die wenigsten Redner haben in der Fremdsprache das gleiche Repertoire wie in ihrer Muttersprache.
  9. Vorbereitungsmaterial anfordern. Damit die Konferenzdolmetscher sich optimal auf die Veranstaltung vorbereiten können, brauchen sie möglichst viele Informationen. Dazu können neben dem Programm auch Hintergrundinformationen über die Redner und/oder das Thema sein. Setzen Sie auch für die Einreichung der Präsentationen eine relativ frühe Deadline und stellen Sie die Slides oder Skripte den Dolmetschern zur Vorbereitung zur Verfügung. Falls Filme gezeigt werden sollen, sind aufgrund des meist schnellen Sprechtempos entweder das Skript oder ein Link zum Film unerlässlich, damit der Film überhaupt gedolmetscht werden kann.
  10. Programmänderungen kommunizieren. Falls es Änderungen im Programm gibt, vergessen Sie nicht, auch die Dolmetscher darüber zu informieren.

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Von britisch-amerikanischen Sprachhürden

Zwar kommunizieren sowohl Briten als auch Amerikaner auf Englisch, das bedeutet jedoch nicht, dass sie immer dieselbe Sprache sprechen. Selbst die gewöhnlichsten Begriffe können zu Verwirrung führen und der Auslöser für witzige und peinliche Situationen, aber auch handfeste Missverständnisse sein. Und ehe man sich‘s versieht, versteht der eine den anderen nicht mehr.

Von Vögeln und Badewannen

Nehmen wir als Beispiel das gängige englische Wort „bird“. In erster Linie bezeichnet der Begriff natürlich das, was man hierzulande Vogel nennen würde, britische Männer jedoch meinen damit unter Umständen eine junge Frau. Auch die Art, wie man nach dem Weg zur Toilette fragt, unterscheidet sich in den beiden Ländern. Während die Briten kein Problem damit haben, das Wort „toilet“ (oder auch „loo“) in den Mund zu nehmen, empfinden Amerikaner die Formulierung als unhöflich und fragen stattdessen nach dem Badezimmer, „bathroom“. Ein Brite würde sich an dieser Stelle erkundigen, ob man denn die Badewanne benutzen wolle. Ist man in den USA unterwegs, sollte man übrigens keine „fish and chips“ bestellen, es sei denn, man zieht Kartoffelchips (im Britischen „crisps“) den sonst üblichen Pommes frites als Beilage vor. Die Verwirrung kennt keine Grenzen: Während einem in England übel ist („sick“), wäre man in Amerika schon krank. Auf der Insel ist man erschöpft („to be knackered“), auf dem Kontinent gleich erschlagen („to be beat“). Der Herbst hört im Vereinigten Königreich auf den Namen „autumn“, während man in den Staaten „fall“ bevorzugt. Die Liste lässt sich beliebig fortführen: diesseits des Atlantiks heißt es „football“ statt „soccer“, „lift“ statt „elevator“, „trousers“ statt „pants“, „flat“ statt „apartment“, „rubbish“ statt „trash“, „rubber“ statt „eraser“, „motorway“ statt „highway“, „mobile“ statt „cell“ (und nirgends „Handy“)…

Und das ist nur die Spitze des Eisbergs … Als wäre die englische Rechtschreibung nicht schon undurchsichtig genug, gibt es auch noch Unterschiede zwischen der britischen und der amerikanischen Orthographie. Oft machen diese nicht mehr als einen einzigen Buchstaben aus: Wo viele britische Wörter auf „se“ enden, schreiben Amerikaner „ze“ (z. B. „organise/organize“ und „analyse/analyze“), während sie bei Wörtern wie „honour“, „behaviour“ und „colour“ das „u“ weglassen. Unterschiede in der Schreibweise können auch Auswirkungen auf die Aussprache haben: Während die Briten „aluminium“ verwenden, sprechen Amerikaner von „aluminum“, wodurch eine Silbe wegfällt. Auch die Zeichensetzung bleibt nicht verschont, ob es nun um den Punkt nach „Dr“ oder „Mr“ geht oder um die Groß- bzw. Kleinschreibung nach einem Doppelpunkt.

Jede Menge Stolperfallen

Die Unterschiede zwischen dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten sind nicht nur auf einzelne Wörter und Rechtschreibung begrenzt. Man vergleiche beispielsweise das Bildungssystem beider Länder. Briten können mit den „juniors“ und „seniors“ (Schüler oder Studenten in ihrem dritten bzw. vierten Jahr) ihrer amerikanischen Kollegen wenig anfangen, während diese am Ende ihres Lateins sind, wenn es um die verschiedenen „Key Stages“ (Abschnitte im britischen Schulsystem) geht. Auch die Schreibweise des Datums kann zu Problem führen. Vereinbaren britische Geschäftsleute mit ihren amerikanischen Kollegen ein Meeting für den 02.04.16, sollten sie sich nicht wundern, wenn die Amerikaner rund zwei Monate zu früh, nämlich am 4. Februar, auf der Matte stehen. Die Reihenfolge von Tag und Monat ist in beiden Ländern nunmal vertauscht. Während man den 02.04.16 in Großbritannien als „2nd April 2016“ schreiben würde, wäre das im amerikanischen Englisch „February 4, 2016“. Ganz nebenbei sollte dann auch der Weg zum Konferenzsaal ausgeschildert sein. Der erste Stock der Briten befindet sich nämlich eine Etage über dem ersten Stock der Amerikaner.

Höflichkeit will gelernt sein

Briten und Amerikaner unterscheiden sich auch in der Art, wie sie sich gegenüber ihren Mitmenschen ausdrücken. Amerikaner tragen gerne dick auf und sind Freunde von Übertreibung und lebhaften Schilderungen. Briten sind da zurückhaltender und fallen selten mit der Tür ins Haus. Dementsprechend reicht es nicht aus zu sagen, ein Marketingtext solle in englischer Sprache abgefasst werden. Eine für Amerikaner konzipierte Werbeanzeige kommt nicht zwangsläufig auch bei britischem Publikum gut an und umgekehrt. Worüber Amerikaner lachen, darüber können Briten manchmal nur den Kopf schütteln, wohingegen britischer Humor unter Umständen beim amerikanischen Publikum auf komplettes Unverständnis trifft. Und während man auf der Insel eine beinahe übertriebene Höflichkeit pflegt, kann ein ungeschickt platziertes „please“ in Amerika sogar provozierend wirken. In Großbritannien ist die indirekte Kommunikation das A und O, denn um den heißen Brei herumzureden gehört hier zum guten Ton, wohingegen Amerikaner viel schneller auf den Punkt kommen.

Die Sprachhürden überspringen

Wie man sieht, gilt es bei der Übersetzung von Texten ins Englische einiges zu beachten und die Unterschiede der beiden Varianten beschränken sich längst nicht nur auf die hier genannten Beispiele. Werden die kulturellen Eigenheiten nicht berücksichtigt, so schadet dies nicht nur Ihrer Glaubwürdigkeit und Professionalität in den Augen der Leser (oder Zuhörer), sondern kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass das Zielpublikum vergrault wird. Wir vom Übersetzungsbüro Peschel fragen daher immer nach der Leserschaft einer Übersetzung. Das Ergebnis ist eine exakte und hochwertige Übersetzung, die außerdem an die kommunikativen Feinheiten und den kulturellen Kontext des jeweiligen Landes angepasst ist, damit Ihr Zielpublikum genau die Botschaft erreicht, die Sie übermitteln möchten. Wenn zwei Länder dieselbe und gleichzeitig unterschiedliche Sprachen sprechen, führt nur kulturelles Verständnis zum Erfolg. Und genau das können wir Ihnen bieten.

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Personenführungsanlagen als Dolmetschausrüstung?

Immer wieder sprechen mich Kunden darauf an, ob eine Personenführungsanlage als Ersatz für eine Dolmetscherkabine geeignet sei.

Personenführungsanlage – Was ist das?

Personenführungsanlagen (PFAs) wurden ursprünglich für Werksführungen oder Museen entwickelt. Sie bestehen aus einem Mikrofon und Empfängern mit Kopfhörern. Der Museumsführer spricht dabei in das Mikrofon, während die Zuhörer sich frei bewegen können und den Redner immer hören, ohne dass dieser mit lautem Geschrei Unbeteiligte stören muss. Der Charme einer solchen Lösung liegt auf der Hand: Nur wer zuhören möchte, muss das, und wer zuhören möchte, hört auch tatsächlich etwas (in der selbst regulierbaren Lautstärke).

Dolmetschen mit Personenführungsanlage

Findige Menschen kamen dann auf die Idee, solche Anlagen bei Veranstaltungen mit Dolmetschern einzusetzen. Bei einer zweisprachigen Werksführung kann das bedeuten, dass die Dolmetscherin sich neben den Redner positioniert und das Gesagte simultan in ein Mikrofon dolmetscht, während die Zuhörer die Verdolmetschung über Empfänger und Kopfhörer empfangen. Der Vorteil dabei ist, dass die Führung zweisprachig stattfinden kann und die Zuhörer sich frei bewegen können. Wenn in der Umgebung allerdings laute Maschinen rattern, wird es für den Dolmetscher zur Herausforderung, den Redner ausreichend gut zu hören, was sich natürlich auch auf die Qualität des Gedolmetschten auswirkt. Die Situation kann durch die Verwendung von zwei Kanälen (einen für Deutsch und einen für Englisch, beispielsweise) verbessert werden. Dabei spricht der Werksführer auf Deutsch in ein Mikrofon, dessen Ton auf, sagen wir Kanal A, gesendet wird. Die Dolmetscherin – und natürlich auch die deutschen Zuhörer – können das Gesprochene über Empfänger und Kopfhörer empfangen und die Lautstärke selbst regulieren. Gleichzeitig übersetzt die Dolmetscherin simultan in ein zweites Mikrofon, von welchem aus das gesprochene Englische aus auf Kanal B gesendet wird. Für mobile Veranstaltungen hat sich diese Methode bewährt, auch wenn die Übersetzung nie die gleiche Qualität haben kann wie beim Einsatz einer Dolmetscherkabine, in der die Dolmetscher von allen akustischen und den meisten visuellen Störungen abgeschirmt sind, ihre Arbeitsmittel (Laptop und Unterlagen) vor sich haben und auch nicht gleichzeitig herumlaufen müssen. In einer Kabine können sie 100 % ihrer Konzentration auf die eigentliche Arbeit – das Dolmetschen – verwenden.

Personenführungsanlagen bei Konferenzen?

Jetzt fragen Sie sich vielleicht, ob eine Personenführungsanlage nicht auch in einem Konferenzraum eingesetzt werden kann. Schließlich kann man so die Kosten für teures Equipment sparen. Doch Tatsache ist, dass in einer Tagungsumgebung die Nachteile gegenüber den eingesparten Kosten fast immer überwiegen. Der Output eines Dolmetschers steht immer im direkten Verhältnis zum Input. Das heißt, wenn die Akustik gut ist, es keine Störfaktoren gibt und der Redner klar und verständlich spricht, kann der Dolmetscher seine optimale Leistung bringen. Bei Einsatz einer PFA hört der Dolmetscher meist über den Raum, so dass jedes Husten, Papierrascheln oder geflüsterte Gespräch dazu führen, dass ein Teil der Botschaft den Dolmetscher gar nicht erst erreicht und dann natürlich auch nicht übersetzt werden kann. So werden aus 50 Millionen Gewinn schnell mal 15 Millionen.

Ein weiterer Nachteil beim Einsatz einer PFA für das Dolmetschen bei einer Tagung ist, dass auch die Stimme der Dolmetscher nicht durch eine Kabine abgeschirmt wird, um nur diejenigen über Kopfhörer zu erreichen, die sie wirklich hören wollen. So wird die gesamte Umgebung beeinträchtigt – viele Konferenzteilnehmer empfinden das konstante Gemurmel oder Geflüster als sehr störend.

Simultandolmetscher, die mit einer PFA arbeiten, flüstern oft oder sprechen sehr leise, um eben eine solche Störung der Umgebung so gering wie möglich zu halten. In diesem Fall sind wiederum die Empfänger der Übersetzung die Leidtragenden, denn mit leiser Stimme oder gar geflüstert lässt sich weniger modulieren – das Gesagte klingt monoton und ist schwieriger zu verstehen.

Nicht zuletzt stellt Flüstern über einen längeren Zeitraum hinweg eine starke Belastung für die Stimmbänder dar.

Fazit: Personenführungsanlagen können in manchen Dolmetschsituationen ein geeignetes Werkzeug sein, als Ersatz für eine Dolmetscherkabine sind sie aber nicht zu empfehlen. Unter Umständen sind die Kosten, die durch eine nicht vollständig übermittelte Botschaft oder unzufriedene Tagungsteilnehmer verursacht werden höher als die Kosten für eine Dolmetscherkabine.

Falls Sie eine Veranstaltung planen und unsicher sind, welche Art der Technik die geeignetste ist, sprechen Sie uns gerne an!

Vorteile beim Einsatz von Personenführungsanlagen

  • Bei Führungen können sich die Zuhörer frei bewegen
  • Die gesamte Gruppe ist mobil, was bei Veranstaltungen mit kleinen, häufig wechselnden Arbeitsgruppen vorteilhaft sein kann
  • Sie bietet eine Möglichkeit, Simultandolmetscher einzusetzen, auch wenn kein Platz für eine Kabine ist und auch eine Auslagerung der Dolmetscher mit Verbindung über Monitor nicht möglich ist
  • Personenführungsanlagen sind deutlich günstiger als Dolmetscherkabinen

Nachteile beim Einsatz von Personenführungsanlagen

  • Da die Dolmetscher nicht optimal hören, kann ein Teil der Botschaft verloren gehen
  • Die Teilnehmer in der Umgebung der Dolmetscher, die keine Übersetzung brauchen, werden gestört
  • Da die Dolmetscher gezwungen sind zu flüstern oder sehr leise zu sprechen, ist die Sprechweise für die Zuhörer weniger angenehm
  • Diese Arbeitsweise ist für Dolmetscher extrem anstrengend. Deshalb sind die Tageshonorare meist höher als für die Arbeit in einer Kabine

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Wie unser Büro auf den Hund kam

Mach mal Pause!

Gerade in stressigen Zeiten ist es immer gut, sich auf die Bedeutung einer guten „Work-Life-Balance“ zu besinnen. Wenn die E-Mail-Flut zu einer Sturzflut zu werden droht und sich die Übersetzungs- und Dolmetschanfragen stapeln, so dass ich mir nicht mal mehr die Zeit nehmen möchte, um einen Tee zu kochen, gibt es jemanden, der die Notbremse zieht: Marley.

Marley ist vor gut einem Jahr zu uns gestoßen und achtet seither ganz genau darauf, dass ich alle 4 bis 5 Stunden frische Luft schnappe. Zugegeben – ihm ist es relativ schnuppe, wie es bei mir mit der Sauerstoffsättigung aussieht. Er hat dann einfach genug davon, unter meinem Schreibtisch zu liegen, zu schnarchen und manchmal im Traum ein bisschen vor sich hin zu japsen: Er muss dann einfach mal raus. Und ich also mit. Auch wenn ich alleine keine repräsentative Studiengruppe darstelle, bin ich mir doch ziemlich sicher, dass mich die Spaziergänge mit Marley in der Zeit effizienter übersetzen lassen.

Marley der Sonnenschein

Dazu kommt, dass Marley, der mir morgens erst mal durch die Räume unseres Büros folgt um zu sehen, ob auch alle Mitarbeiterinnen an ihrem Arbeitsplatz sind, immer gute Stimmung mitbringt. Ich habe unseren Quotenmann tatsächlich noch nie schlecht gelaunt gesehen und selbst die ängstlichsten Übersetzerinnen sind durch seinen positiven Einfluss schon fast zu Hundefreundinnen geworden. Dabei ist Marley nicht gerade ein Leichtgewicht. Unser in Kroatien geborener Kollege mit Deutschen und Englischen Wurzeln (so wird vermutet) bringt immerhin über 30 kg auf die Waage.

Bei der morgendlichen Teambesprechung schleimt er sich gerne bei besonders kraulfreudigen Kolleginnen ein, manchmal wird er dann ein bisschen fordernd und muss mangels sachlicher Beiträge des Raumes verwiesen werden.

Glücklicherweise zeigte Marley von Anfang an nicht das geringste Interesse an Postboten oder Übersetzungskunden, die mehrmals am Tag vor unserer Bürotür stehen.

Und was sagt die Wissenschaft?

Als ich mich mit der Frage beschäftigte, ob mein Hund für die Arbeit im Büro einen Störfaktor darstellen konnte, stieß ich im Internet auf Erstaunliches: Ein Bürohund fördert die Jobzufriedenheit, hilft der geistigen Gesundheit und erhöht die Produktivität!

Eine Studie von der Central Michigan University etwa hat herausgefunden, dass Hunde im Betrieb das gegenseitige Vertrauen stärken und so der Teamarbeit zuträglich sind.

Forscher an der Virginia Commonwealth University’s School of Business stellten fest, dass Hunde am Arbeitsplatz die Stressbelastung deutlich senken. Hundebesitzer, die ihren vierbeinigen Freund mit zur Arbeit bringen, haben am Ende eines Arbeitstages deutlich weniger Stresshormone im Blut als ihre hundefreien Kollegen, auch Ihr Blutdruck ist durchschnittlich niedriger.

Und wie sieht das die Wirtschaft?

Die USA wären nicht die USA, wenn solch eine produktivitätsfördernden Idee nicht auch von der Wirtschaft genutzt würde: Jedes fünfte US-amerikanische Unternehmen erlaubt seinen Mitarbeitern, ihre Hunde mit zur Arbeit zu bringen. Darunter sind nicht nur kleine Firmen, sondern auch Giganten wie Google (die sich selbst als „dog company“ bezeichnen) und Amazon.

In Deutschland dürfen Arbeitgeber das Mitbringen von Hunden an den Arbeitsplatz verbieten. Dies gilt auch für den Bundestag, der erst letztes Jahr wieder die Bitte von 15 Abgeordneten ablehnte, ihre Vierbeiner mit in ihre Büros bringen zu dürfen.

Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn es nicht auch schon einen Verein zum Thema gäbe: Der Bundesverband Bürohund e. V. (www.buerohund.de) ist eine Interessengemeinschaft, die dem dramatischen Anstieg von psychischen Erkrankungen und Burnout im Arbeitsleben mit Hilfe von Hunden am Arbeitsplatz entgegen wirken will und sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Interessen von Unternehmen, Hundebesitzern und Hunden gleichermaßen zu vertreten.

Platz, Bürohund!

Wie jeder andere Mitarbeiter auch, muss ein Bürohund natürlich wissen, wie man sich zu benehmen hat. Typisch hündische Kommunikationsweisen wie Bellen oder Knurren könnten möglicherweise den gerade gesunkenen Stresslevel doch wieder erhöhen. Deshalb gibt es mittlerweile auch Hundeschulen, die sich auf die Erziehung von Bürohunden spezialisiert haben.

Zum Glück hat Marley ein solches Sondertraining nicht gebraucht. Seit er gelernt hatte, dass Schinkenbrote in auf dem Boden abgestellten Taschen nicht für ihn gedacht sind, ist die Harmonie in unserem Büro perfekt.

Zum Abschluss noch ein Auszug aus dem Verhaltenskodex von Google:

Google Code of Conduct:

Dog Policy

Google’s affection for our canine friends is an integral facet of our corporate culture. We like cats, but we’re a dog company, so as a general rule we feel cats visiting our offices would be fairly stressed out.

Wuff.

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14 Tipps für Redner*innen bei internationalen Veranstaltungen

So wird Ihr Vortrag sowohl im Original als auch in der Verdolmetschung ein voller Erfolg!

Die Konferenzsaison ist wieder in vollem Gange. Besonders bei technischen Konferenzen haben wir Konferenzdolmetscher häufig Redner zu dolmetschen, die wenig oder keine Erfahrung damit haben, gedolmetscht zu werden. Zunächst die gute Nachricht: Es tut nicht weh! Und die nächste gute Nachricht: Wer so spricht, dass der Vortrag in der Originalsprache gut ankommt, wird auch über die Verdolmetschung gut verstanden.

  1. Sprechen Sie möglichst frei. Ein abgelesener Text ist meist sprachlich relativ komplex und in aller Regel ist man beim Lesen so schnell, dass die Zuhörer – und damit auch die Dolmetscher – Mühe haben, zu folgen.
  2. Wenn es nicht anders geht und Sie ein Manuskript ablesen, lassen Sie dieses bitte den Dolmetschern vorab zukommen. Das gibt uns die Gelegenheit, uns so vorzubereiten, dass wir mit Geschwindigkeit und schriftsprachlichen Strukturen besser zurechtkommen.
  3. Achten Sie auf eine übersichtliche Satzstruktur: Schachtelsätzen zu folgen ist für Zuhörer und Dolmetscher anstrengend. Dazu kommt, dass Redner, vor allem wenn sie ein bisschen nervös sind, leicht vergessen, wie Sie einen Satz angefangen haben.
  4. Vermeiden Sie Akronyme, Abkürzungen und Anspielungen. Je nach Publikum weiß nicht jeder Zuhörer, was sich hinter firmeninternen Akronymen oder anderen Abkürzungen verbirgt. Nicht jeder hat das gleiche Hintergrundwissen wie Sie. Insbesondere bei firmeninternen Veranstaltungen denkt man nicht unbedingt daran, dass die Dolmetscher nicht tagtäglich mit Ihrer firmeninternen Sprache zu tun haben. Die Konferenzdolmetscher werden es Ihnen deshalb danken, wenn Sie eine Liste der bei Ihnen gebräuchlichen Abkürzungen zur Verfügung stellen.
  5. Sprechen Sie Eigennamen und Zahlen langsam und deutlich Auch hier gilt: Die Namen Ihrer Kollegen, bei denen Sie sich für die Unterstützung im vorgestellten Projekt bedanken, sind Ihnen natürlich geläufig, aber das geht nicht allen so. Wenn Sie Namen und Zahlen langsam und deutlich aussprechen, können sie auch von den Zuhörern und Dolmetschern erfasst werden, die diese zum ersten Mal hören.
  6. Sprechen Sie mit angemessener Geschwindigkeit. Besonders gutmeinende Redner versichern uns Dolmetschern manchmal, dass sie besonders langsam sprechen werden. Das ist nicht notwendig! Dolmetscher übersetzen Sinnzusammenhänge, nicht einzelne Wörter. Als Faustregel gilt: Sprechen Sie so, wie Sie das im privaten Gespräch auch tun würden; machen Sie nach Sinnabschnitten eine Pause.
  7. Benutzen Sie ein Mikrofon. Simultandolmetscher sitzen in einer schalldichten Kabine und empfangen über ihre Kopfhörer nur das, was ins Mikrofon gesprochen wird. Testen Sie das Mikrofon vor Beginn, indem Sie etwas sagen, aber bitte nicht durch Klopfen oder Pusten – das tut unseren empfindlichen Dolmetscherohren weh!
  8. Schalten Sie das Mikrofon aus, wenn jemand anders spricht. Wenn bei einer Diskussion mehrere Mikrofone im Einsatz sind, sollten die Mikrofone der Teilnehmer, die gerade nicht sprechen, ausgeschaltet sein. So kann man vermeiden, dass Nebengeräusche wie geflüsterte Gespräche, Husten oder Papierrascheln das Verständnis erschweren.
  9. Stellen Sie Unterlagen zur Vorbereitung zur Verfügung. Konferenzdolmetscher sind häufig auf einen oder mehrere Fachbereiche spezialisiert, aber dennoch können Sie sich nie so gut in Ihrem Fachgebiet auskennen wie Sie selbst. Deshalb ist eine Einarbeitung in das Thema und die Vorbereitung der Vorträge ein fester Bestandteil unserer Arbeit. Durchschnittlich verbringen Dolmetscher pro Konferenztag einen Tag mit der Vorbereitung. Je mehr Informationen wir von Ihnen bekommen, desto besser kennen wir uns in Ihrem Thema aus, und desto besser können wir übersetzen.
  10. Vorsicht bei Wortspielen und Wortwitzen. Dieser Tipp hat natürlich nichts damit zu tun, dass Dolmetscher humorlose Menschen sind. Tatsächlich lieben wir Sprachwitz und Sprachspiele. Aber nicht immer lassen sich solche Juwelen übersetzen, und so mancher Redner hat sich schon gewundert, warum nur ein Teil des Publikums über seinen Kalauer lacht. Abgesehen davon sollte man bedenken, dass nicht jeder Witz in jeder Kultur gleich gut ankommt.
  11. Sprechen Sie möglichst in Ihrer Muttersprache. Nur wenige Menschen beherrschen mehrere Sprachen perfekt. Meist geht in der Fremdsprache ein Teil an Nuancen und Persönlichkeit verloren. Eine wissenschaftliche Untersuchung hat gezeigt, dass deutlich mehr Informationen beim Empfänger ankommen, wenn der Redner in seiner Muttersprache spricht und durch einen Dolmetscher in die Muttersprache des Zuhörers gedolmetscht wird, als wenn die Verwendung einer Fremdsprache sowohl den Redner als auch den Zuhörer auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner reduziert.
  12. Videos sind ein tolles Mittel, um Inhalte zu visualisieren und einen Vortrag aufzulockern. Häufig sind die gesprochenen Texte in Videos von der Struktur her so komplex wie geschriebene Sprache und werden sehr schnell gesprochen. Deshalb ist es für Dolmetscher hilfreich, wenn sie Filme im Vorfeld ansehen und vorbereiten können. Im Extremfall können Videos sonst nicht gedolmetscht werden.
  13. Halten auch Sie als Redner einen Empfänger und Kopfhörer bereit, so dass sie die Verdolmetschung von in der Fremdsprache gestellten Rückfragen hören können.
  14. Machen Sie Kurze Redepausen helfen Ihnen, sich zu sammeln und geben Ihren Zuhörern Zeit, das Gesagte zu verarbeiten. Da Simultandolmetscher nicht ganz genau gleichzeitig, sondern immer um ein paar Sekunden zeitversetzt übersetzen, braucht Ihr Diskussionspartner auch etwas länger, um Ihre Frage oder Ihren Beitrag zu Ende zu hören. Deshalb sollten besonders bei Diskussionen kleine Pausen von ca. 3 – 5 Sekunden zwischen den Redebeiträgen der einzelnen Teilnehmer gemacht werden.

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Peschel-Dolmetscher auf der Intersolar Europe

Anja Peschel und Katherina Polig dolmetschen am 4. Juni die Eröffnung der Intersolar Europe 2014 sowie die Verleihung des Intersolar AWARD. Die Intersolar Europe findet jährlich auf der Messe München statt und ist die weltweit größte Fachmesse für die Solarwirtschaft und ihre Partner.

Am 4. Juni ist es wieder soweit: Die Intersolar Europe öffnet ihre Pforten und Anja Peschel und Katherina Polig werden vor Ort sein, um die Eröffnung sowie die Verleihung des Intersolar AWARD simultan ins Englische zu dolmetschen. Eine Veranstaltung, auf die sich die Dolmetscherinnen immer ganz besonders freuen, denn die Intersolar Messe wird seit dem Jahr 2000, als sie noch in Freiburg stattfand, vom Übersetzungsbüro Peschel als Sprachdienstleister betreut. Sie ist deshalb weit mehr als nur ein Arbeitsort: Hier werden Kontakte zu den Organisatoren, aber auch zu langjährigen, neuen und potenziellen Kunden aufgefrischt oder neu geknüpft. Außerdem bietet die Fachmesse dem Team vom Übersetzungsbüro Peschel wertvolle Einblicke in die allerneusten Trends auf dem Markt der Solar- und Speichertechnologie. Diese Art der praxisnahen Weiterbildung ist für Fachübersetzer und -dolmetscher absolut unerlässlich. Das Themenspektrum der Intersolar reicht von Photovoltaik und PV-Produktionstechnik über Energiespeicher bis hin zu Solarthermie und regenerativer Wärme. Das Übersetzungsbüro Peschel stellt nicht nur Dolmetscher für die Messe, sondern übernimmt auch alle Übersetzungen, die im Rahmen der Intersolar-Serie anfallen. Die Messe-Reihe erstreckt sich inzwischen auf vier Kontinente.

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