KI-Übersetzungen
KI-Übersetzungen gut nutzen statt blind vertrauen
KI-Übersetzungen wirken auf den ersten Blick oft überzeugend. Doch das Vertrauen in künstliche Intelligenz scheint langsam zu bröckeln. Wie eine Studie der Europäischen Rundfunkunion zur Integrität von Nachrichteninformationen zeigt, erfindet die KI jede dritte Antwort.
KI-Fans weisen schnell darauf hin, dass dies – zumindest zum Teil – auf eine Art Anwenderfehler zurückzuführen ist: Wenn man die Fragen nicht „richtig“ formuliert, bekommt man eben falsche Antworten.
Auch bei Übersetzungen mit Hilfe von KI beeinflusst das richtige „prompten“ das Ergebnis. Wer DeepL in der kostenlosen Form nutzt, hat allerdings gar keine Möglichkeit, zu prompten. Die DeepL – Oberfläche hat den Prompt schon festgelegt. Bei der Bezahlversion kann man einige Dinge wie Anredeform und Stilregeln festlegen, doch welcher Gelegenheitsnutzer macht das schon?
Das Ergebnis ist – genau wie bei der Befragung von ChatGPT zu Nachrichteninformationen – ein auf den ersten Blick überzeugender Text, der einer Fachprüfung allerdings nicht standhält.Bei aller Begeisterung über die Möglichkeiten, die KI eröffnet, darf man nämlich eines nicht vergessen: KI ist kein Sprachprofi, sondern ein Werkzeug.
Wie jedes Werkzeug kann sie in den Händen von Laien weder ihr Potenzial ausschöpfen noch zu einem Ergebnis wie vom Profi führen.
Ziel und Zweck der KI-Übersetzung klären
Zunächst sollte geklärt werden, welchem Zweck die Übersetzung dient.
Geht es lediglich um das grobe Verständnis eines Textes? Sollen Inhalte veröffentlicht oder geschäftlich verwendet werden? Dann ist eine anschließende Prüfung durch eine sprach- und sachkundige Person unverzichtbar.
Den richtigen Stil für KI-Übersetzungen wählen
KI-Übersetzungen sind häufig grammatikalisch korrekt, treffen aber nicht immer den passenden Ton.
Ein höflicher deutscher Text etwa kann im Englischen distanziert wirken.
Je nach Zweck ist zu entscheiden, ob eine wörtliche, sinngemäße oder stilistisch angepasste Übersetzung erforderlich ist.
Eigennamen und Fachbegriffe definieren
KI-Systeme übersetzen möglicherweise Namen, Abkürzungen oder Fachbegriffe, die unverändert bleiben sollten.
Wer sich etwas auskennt, kann solche Listen der KI auch gleich mitgeben, wobei auch hier die durchgehende Umsetzung abschließend geprüft werden muss.
Kontext für KI-Übersetzungen mitliefern
KI versteht Sprache statistisch, nicht inhaltlich. Fehlt der Kontext, wird einfach die statistisch wahrscheinlichste Lösung gewählt.
Hilfreich ist eine kurze Erklärung des Texttyps oder der Situation, beispielsweise:
„Dies ist ein Absatz aus einem Vertrag.“
„Dies ist ein emotionaler Brief.“
Schon wenige Worte Kontext verbessern die Übersetzungsqualität erheblich.
Kulturelle Unterschiede beachten
Wörter sind nicht automatisch Bedeutungsträger. Sprichwörter, Ironie oder Humor lassen sich selten wortgetreu übertragen.
Eine gute Übersetzung transportiert Sinn statt Wörtern.
Bei veröffentlichten Texten sollte daher von einem qualifizierten Menschen geprüft werden, ob die Aussage auch kulturell verständlich und angemessen bleibt.
KI-Übersetzungen durch Menschen nachbearbeiten
KI kann keine Zwischentöne, Emotionen oder kulturellen Nuancen erfassen.
Deshalb ist bei Texten, die weiterverwendet oder gar veröffentlicht werden, stets eine Nachbearbeitung durch Muttersprachler und/oder Fachleute zu empfehlen.
Grundsatz: KI spart Zeit – ersetzt jedoch keine Sprach- und Fachkompetenz.
Datenschutz beim Übersetzen mit KI beachten
Viele kostenlose Übersetzungsdienste speichern oder analysieren Texte, um ihre Modelle zu verbessern.
Daher sollten keine vertraulichen oder personenbezogenen Daten eingegeben werden.
Für sensible Inhalte, etwa Verträge oder interne Informationen, sind Offline- oder Unternehmenslösungen die sichere Wahl.
Kritisch bleiben
Auch wenn eine Übersetzung flüssig klingt, kann sie inhaltlich fehlerhaft sein.
Bei Unsicherheiten hilft ein einfacher Test: den übersetzten Text zurückübersetzen und auf Sinnabweichungen prüfen.
Urheberrecht und Nutzung prüfen
Nicht jedes KI-Tool geht gleich mit Texten um. Manche speichern Inhalte, andere verwenden sie zur Weiterentwicklung der Modelle.
Vor dem Hochladen sensibler, kreativer oder urheberrechtlich geschützter Texte sollten die jeweiligen Nutzungsbedingungen sorgfältig gelesen werden.
Konsistenz der Übersetzung prüfen
Die inkonsistente Verwendung von Wörtern kann zu Verwirrung führen. Wenn passcode einmal als Passwort und dann als Kennwort übersetzt wird, weiß der Nutzer nicht mehr, was er eingeben soll. KI tendiert dazu, Synonyme zu verwenden, wo eine konsistente Verwendung entscheidend ist.
KI als Helfer, nicht als Ersatz
KI-Systeme können Routinearbeit übernehmen, ersetzen jedoch nicht das menschliche Verständnis von Sprache, Kontext, Kultur und Wirkung.
Sie sind Werkzeuge zur Unterstützung, nicht zum Ersatz professioneller Übersetzer oder Sprachkundiger.
KI-Übersetzungen sind leistungsfähig und nützlich – doch wie bei jedem Werkzeug hängt das Ergebnis davon ab, wie bewusst und kritisch sie eingesetzt werden. Auch um einen Nagel gerade in die Wand zu schlagen, müssen wir wissen, wie wir den Hammer führen.
Wenn Sie Übersetzungen suchen, bei denen die menschliche Intelligenz im Vordergrund steht, beraten wir Sie gerne.