Von Anja Peschel und Andrea Unkelbach

8 Fragen an Andrea Unkelbach

Ein paar Fragen an unsere leitende Projektmanagerin Andrea Unkelbach, die dieses Jahr ihr 15-jähriges Jubiläum bei Peschel Communications feiert.

Hättest Du erwartet, nach 15 Jahren noch für das gleiche Unternehmen zu arbeiten, als Du bei Peschel Communications (damals noch Übersetzungsbüro Peschel) angefangen hast?

Ehrlich gesagt hatte ich gar keine Erwartungen. Ich kam direkt von der Uni, von der Theorie in die Praxis, und hatte keine Ahnung vom Berufsalltag eines Übersetzers. Ich habe besonders am Anfang jeden Tag wahnsinnig viel Neues dazugelernt. Und es hat sich auch relativ schnell herauskristallisiert, dass ich eigentlich gar keine Übersetzerin sein will, sondern lieber im Projektmanagement arbeite, im direkten Kontakt mit unseren Kunden und Kollegen. Das Übersetzungsbüro Peschel hat sich über die Jahre weiterentwickelt und ich mit ihm. Es gab immer etwas Neues, so dass es nie langweilig wurde. Wahrscheinlich kam mir auch deswegen nie die Idee, ich könnte mir mal eine neue Herausforderung suchen.

Wie hat sich Dein Arbeitsalltag in den letzten 15 Jahren verändert?

In den letzten 15 Jahren konnte man in der Branche einen unglaublichen technischen Fortschritt beobachten – und wir waren immer vorne mit dabei. Von Kunden- und Auftragslisten in Excel über eine ganz einfache Desktop-Lösung bis hin zur professionellen, webbasierten Projektmanagement-Lösung, multimedial verknüpft mit unserem CAT-Tool und E-Mail-Dienst.

Ganz am Anfang habe ich das Projektmanagement auch noch nahezu alleine geschafft. Mittlerweile sind wir allein im Projektmanagement schon zu viert und zu den typischen Tätigkeiten einer Projektmanagerin kommen bei mir auch noch Aufgaben wie Teamleitung und Strategieentwicklung dazu. Immer wenn ich denke, jetzt kann ich mich zurücklehnen und es einfach laufen lassen, kommt irgendwas Neues, was besprochen und entschieden werden will. Es bleibt immer spannend.

Gibt es Aspekte von früher, die Du Dir bei der Arbeit manchmal zurückwünschst?

Tatsächlich macht mir das direkte Projektmanagement unheimlich viel Spaß. Durch die vielen Zusatzaufgaben, die ich mittlerweile habe, komme ich gar nicht mehr oft dazu, Projekte von Anfang bis Ende zu leiten, mit allem was dazugehört. Daher freue ich mich umso mehr darüber, wenn ich meine Kolleginnen vertreten und mich mal einen ganzen Tag lang im Tagesgeschäft um Übersetzungsprojekte kümmern darf. Der Kontakt mit unseren Kunden, das Puzzeln aller einzelnen Aufgaben, bis so eine Übersetzung mal druckreif ist und dann der Erfolg, wenn am Ende alles klappt – das macht einfach unheimlich viel Spaß und ist sehr befriedigend.

Gibt es einen anderen Beruf, den Du Dir vorstellen könntest, wenn du keine Projektmanagerin wärst?

Tatsächlich wäre ich wahrscheinlich Konditorin, wenn ich mir jetzt noch einmal etwas anderes aussuchen müsste. Das wusste ich vor 15 Jahren aber noch nicht. Dass mir Backen so viel Spaß macht, hat sich erst mit der Zeit entwickelt – und ich könnte nicht mehr ausschlafen.

Von all den Projekten, die Du bisher betreut hast, welches ist Dir ganz besonders in Erinnerung geblieben?

Es gibt viele Projekte, die mir aus ganz unterschiedlichen Gründen in Erinnerung geblieben sind. Aber mit eine der spannendsten Herausforderungen aus der Sicht eines Projektmanagers war die Übersetzung der Website unseres Kunden KNF Neuberger GmbH in 11 verschiedene Sprachen. Bei 11 Sprachen sind alleine bei uns schon mindestens 22 Übersetzer und Revisoren involviert, dazu kommen Projektmanager auf unserer und auf Kundenseite, Grafiker, Webentwickler, Texter usw. Diese Bälle gleichzeitig zu jonglieren war schon sehr spannend.

Dein Aufgabengebiet ist weit gefächert. Welche persönlichen Eigenschaften helfen im Projektmanagement?

Definitiv unter Stress einen kühlen Kopf bewahren zu können, immer den Überblick zu behalten und dabei flexibel zu bleiben. Wenn ich mich morgens an den Schreibtisch setze, weiß ich meistens nicht, was mich den Tag über erwartet. Ein ruhiger Vormittag kann von einer Minute zur anderen hektisch werden. Wenn man es dabei schafft, gelassen zu bleiben und seinen Humor nicht zu verlieren, hat man im Grunde schon gewonnen.

Wie hat sich Dein Arbeitsalltag seit Corona verändert? Welche neuen Herausforderungen erlebst Du im Projektmanagement?

Das Stichwort hier, und wahrscheinlich auch das Unwort des Jahres 2020, ist „Homeoffice“. Vor Corona war ich davon überzeugt, dass Projektmanagement und Homeoffice nicht zusammenpassen. Corona hat mich eines Besseren belehrt. Aber nichts desto trotz finde ich den direkten Kontakt zu meinen Kolleginnen, und zwar live und nicht nur digital, nach wie vor enorm wichtig. Im direkten Kontakt kann man vieles doch schneller und einfacher klären, als per Mail, Chat oder Videokonferenz. Ganz im Homeoffice möchte ich nicht mehr arbeiten müssen, wenn es nicht zwingend notwendig ist.

Mir ist auch aufgefallen, dass der Gesprächsbedarf bei den Menschen deutlich höher geworden ist, und zwar durch die Bank weg bei allen. Nicht nur bei mir selber, innerhalb des Teams oder bei den vielen Kollegen weltweit, mit denen wir zusammenarbeiten, sondern auch bei unseren Kunden. So herausfordernd diese Zeit auch war und immer noch ist, ich durfte vieles Neues in einigen schönen Gesprächen erfahren.

Welche Veränderungen oder Entwicklungen wünschst Du Dir als Projektmanagerin für die Zukunft?

Der technische Fortschritt ist enorm, und das ist auch gut so. Ich freue mich über technische Neuerungen und bin gespannt, was da noch so alles kommen mag. Die „Maschine“ kann uns viel abnehmen, Prozesse können weitestgehend automatisiert werden, um Abläufe zu verschlanken. Aber ich hoffe sehr, dass der persönliche Kontakt dabei nicht auf der Strecke bleibt.